Graffiti – eine besondere Form der Kunst

Die einen sehen die Graffiti nur als Schmierereien an Wänden, für andere hingegen sind aber beeindruckende Kunstwerke. Nicht nur Wände werden besprüht, auch U-Bahnwagen werden auf diese Weise zu rollenden Bildern gemacht. ist so etwas wie die der Graffiti und Street-Art, denn in der Stadt an der Spree begegnen den Besuchern praktisch überall die Werke junger Street-Art Künstler. Was macht Graffiti so besonders und warum haben sie es in der etablierten Kunstszene so schwer?

Was ist eigentlich ein Graffito?

Das Wort stammt aus der italienischen und ist zu einem Sammelbegriff für unterschiedliche künstlerische Elemente geworden. Graffiti müssen nicht ausschließlich Bilder sein, auch Schriftzeichen und Symbole gehören zu dieser Form der gestaltenden . Die Künstler, die Graffiti im öffentlichen Raum gestalten, arbeiten in der Regel mit Farbspray und viele signieren ihre Kunstwerke auch. Ursprünglich waren Graffiti kleine Inschriften, die in einen bestimmten Gegenstand eingeritzt wurden. Heute ist es zwar bildende Kunst, die größtenteils aber immer noch als Vandalismus verstanden wird. Jedes Jahr müssen Städte wie Berlin rund 500 Millionen Euro für die Beseitigung der Graffiti von Gebäuden bezahlen, die Deutsche beziffert ihre Schäden auf 33 Millionen Euro.

Die verschiedenen Stile

Wie bei jeder anderen bildenden Kunst gibt es auch bei Graffiti verschiedene Stilrichtungen. Das Graffiti-Writing ist der bekannteste Stil, der auch am stärksten wahrgenommen wird. Bei dieser Form bilden Zahlen und Buchstaben die Basis des jeweiligen Writers, also des Künstlers. Vielfach handelt es sich dabei um das Pseudonym des Künstlers, der damit seine „Visitenkarte“ hinterlässt. Eine zweite Form des Graffito ist das sogenannte Scratching oder Kratzen. Wie der Name es schon verrät, werden die Bilder und Zeichen in die Wand gekratzt, was mit Steinen, Sandpapier, Messern oder Glasscherben passiert. Diese Form ist die älteste Graffito-Form, die es gibt. Das Etching oder Ätzen mit einer speziellen Säure ist besonders bei Fensterscheiben beliebt und lässt sich nur sehr schwer oder gar nicht wieder entfernen. Da der Hautkontakt mit der Säure zu einem Problem werden kann, wird diese Graffiti-Szene intensiv verfolgt.

Graffiti als Street-Art

Geht es um den direkten Zusammenhang zwischen Graffiti und Kunst, dann ist das bei der Street-Art, der Straßenkunst der Fall. Graffiti in Berlin sind teilweise professionelle Kunst, die weitaus mehr als nur ein Blickfang ist. Die Künstler werden mittlerweile engagiert, um Werbebotschaften richtig zu platzieren, die von Firmen oder von Privatpersonen in Auftrag gegeben wurden. Inzwischen sind effektvolle 3D-Graffiti oder Schwarzlicht Graffiti ein Teil der Szene geworden. Hierzu ist eine große Portion Kreativität erforderlich, und zwar vom ersten Entwurf bis hin zum fertigen Graffito. Bei dieser Form handelt es sich um Auftragskunst der modernen Art.

Fazit

Graffiti gibt es schon seit den 1930er Jahren. In den USA, wo diese Kunst ihren Anfang nahm, galten Graffiti als verpönt, was die Künstler aber nicht davon abhielt, Städte wie Los Angeles zu verschönern. Kunst stand hier jedoch erst an zweiter Stelle, primär ging es darum, die Reviere der Straßengangs abzugrenzen. Das Übermalen der Graffiti galt als schwere Provokation und löste nicht selten einen blutigen Bandenkrieg aus. Heute wird es auch in den USA als Straßenkunst angesehen und viele der Kunstwerke zieren inzwischen die Wände berühmter Gebäude.

Bild: @ depositphotos.com / YAY_Images

Graffiti – eine besondere Form der Kunst

Ulrike Dietz
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