Keine Leggings bei United Airlines

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Keine Leggings bei United Airlines

Ulrike Dietz
3 min

Es klingt wie ein Witz, ist aber tatsächlich Realität: Zwei jungen Frauen wurde der Zutritt zu einem Flugzeug von United Airlines verweigert, weil sie nicht richtig gekleidet waren. Es wäre verständlich, wenn einem Besucher der Zutritt zu einem Opernhaus verweigert würde, wenn er zerrissene Jeans und Turnschuhe trägt, aber warum dürfen die Passagiere der amerikanischen Fluglinie keine Leggings tragen?

Nicht für Mitarbeiter

Die beiden Teenager wollten in Denver, Colorado, an Bord einer United Airlines Maschine gehen, aber am Gate wurden sie mit Hinweis auf die falsche Kleidung zurückgewiesen. Ein drittes Mädchen zog sich daraufhin ein Kleid über die Leggings und durfte daraufhin an Bord gehen, die anderen beiden Mädchen mussten auf den Flug verzichten. Die Airline ist sich keiner Schuld bewusst und verteidigt ihre Haltung mit einem firmeninternen Passus, demnach Freunde und Angehörige der United-Airlines-Mitarbeiter einen Dresscode einhalten müssen, wenn sie fliegen. Die Mädchen hatten einen Ausweis der Fluggesellschaft und waren damit an den Dresscode gebunden, der übrigens auch das Tragen von Flip-Flops und Kleidung verbietet, durch die man die Unterwäsche sehen kann. Für normale Fluggäste gilt die Kleiderordnung allerdings nicht, sie dürfen auch mit Leggings fliegen.

Ein Sturm der Entrüstung

Nachdem die peinliche Angelegenheit in den sozialen Netzwerken publik geworden war, brach ein Sturm der Entrüstung aus. Einige User würden das Vorgehen der Airlines bei Taliban verstehen, die an Bord möchten, aber nicht bei jungen Mädchen, die modische Hosen tragen. United Airlines musste sich den Vorwurf vorwerfen lassen, sexistisch zu sein, aber was die User von Facebook und Twitter am meisten auf die Palme gebracht hat, war die Tatsache, dass der Vater der jungen Damen in einer kurzen Hose mitfliegen durfte.

Mit viel Humor

Neben den vielen empörten Reaktionen auf die Entscheidung von United Airlines nahmen es viele aber auch mit Humor, unter anderem auch William Shatner, einst Kapitän des legendären Raumschiffs „Enterprise“. Der 86-jährige Schauspieler twitterte ein Foto von sich als Kapitän Kirk in einer knallroten Leggings und schrieb dazu: „I´ve done it before“, frei übersetzt: Ich habe es auch schon getan.

Bild: © Depositphotos.com / alexeynovikov

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Ulrike Dietz
Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

1 Kommentar zu: Keine Leggings bei United Airlines

  1. Fritzchen

    10. April 2017

    Es ist hier ganz besonders wichtig, zu unterscheiden. Die zwei jungen Frauen waren keine regulären Passagiere. Sie sind als Angehörige oder Lebenspartner von Airline-Mitarbeitern geflogen und dies wohl auch zu sehr günstigen Bedingungen. Es ist bei vielen großen Airlines üblich, Mitarbeitern mitunter stark verbilligte Tickets für Flüge, Hotels oder etwa Kreuzfahrten anzubieten. So wie möglicherweise Beschäftigte bei einem Automobilkonzern einen Mitarbeiterrabatt beim Kauf eines Autos erhalten. Im Gegenzug verlangen die Airlines von den begünstigten Mitarbeitern und ihren Partnern das Einhalten gewisser Regeln. Dazu gehören beispielsweise meistens Verschwiegenheit sowie in diesem Fall auch gewisse Verhaltens- oder Kleidungsregeln. Niemand regt sich darüber auf, dass das Servicepersonal an Bord entsprechend einer Corporate Identity gekleidet ist. Der beschriebene Fall ist ähnlich gelagert. Die Airline möchte sich wohl nicht als Unternehmen darstellen, das vorwiegend Passagiere in Leggings oder Flip Flops transportiert und will sich dadurch wohl von den Ferienfliegern abgrenzen. Vermutlich wird das Marktsegment des Businessverkehrs als lukrativer betrachtet. Die jungen Frauen hätten eigentlich wissen müssen, dass sie diese Unternehmsstrategie mit ihrer Kleidung durchkreuzen. Sie haben von der Verbilligung profitiert, also hätte sie sich auch an die vereinbarten Kleidungsregeln halten können und die ganze Aufregung wäre ihnen und den sozialen Netzwerken erspart geblieben. Und übrigens: Die Leggings von Käpt’n Kirk waren auch Teil einer Uniform 😉

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