Verfassungsbeschwerde gegen Polizeibeauftragten angekündigt

Karlsruhe: Der Vizechef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, will in diesem Monat Verfassungsbeschwerde gegen das sogenannte “Polizeibeauftragtengesetz” der Ampelregierung beim Bundesverfassungsgericht einreichen. “Ohne eine Verankerung im Grundgesetz halte ich das Gesetz zum Polizeibeauftragten im Bund für verfassungswidrig”, sagte Teggatz der “Welt am Sonntag”. “Hier wird versucht, diese mindestens aufzuweichen.”

Der frühere Abgeordnete Grötsch wurde am 14. März vom zum Polizeibeauftragten gewählt. Er soll strukturelle Mängel etwa beim Bundeskriminalamt und der Bundespolizei aufdecken und untersuchen. Teggatz sieht darin einen Verstoß gegen die im Grundgesetz verankerte Gewaltenteilung.

Laut Dokumenten aus dem Bundestag und dem Innenausschuss, über die die “Welt am Sonntag” berichtet, erhält Grötsch eine Besoldung in Höhe von rund 13.000 brutto im Monat. Auf die Frage, ob er seine Bezüge angesichts des Sparzwangs der Regierung für angemessen hält, sagte Grötsch der Zeitung: “Die Höhe meiner Besoldung wurde durch den Gesetzgeber festgelegt.”

Die Besoldungsstufe B9 für Grötsch hatten die Ampelfraktionen im Innenausschuss beschlossen. Das zeigt ein “Änderungsantrag” von SPD, und FDP, der der Zeitung ebenfalls vorliegt. Danach wurde im Gesetz für den Polizeibeauftragten “die Angabe `B6` durch `B9` ersetzt”. Ursprünglich waren monatlich Bezüge von gut 11.000 Euro vorgesehen.

Zudem erhält Grötsch laut einem Dokument des Bundestags “23 Planstellen”. Eine der Stellen ist mit B6 und drei sind jeweils mit B3 (9600 Euro im Monat) dotiert. Das Finanzministerium rechnet danach “mit jährlichen Personalkosten von circa 2,4 Millionen Euro.”

Unions-Fraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) wirft der “sinnlose kostspielige Doppelstrukturen” vor. Sie frage sich, wie sich ein einfacher Bundespolizist mit Blick “auf die aufgeblähte Struktur voller hoch dotierter Stellen fühlen soll”. Nach Ansicht des Obmanns der im Innenausschuss, Josef Oster (CDU), setzt die Regierung ein “völlig falsches Signal”. Sie befeuere mit der Einrichtung des Amtes von Grötsch einen “Generalverdacht gegen die Bundespolizei”.

Quellenangaben

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch dts Nachrichtenagentur
Bildhinweis: Uli Grötsch mit Bärbel Bas (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Kontakt:

Newsroom: dts Nachrichtenagentur
Pressekontakt: Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Mansfelder Straße 56

06108 Halle (Saale)

Deutschland

Verfassungsbeschwerde gegen Polizeibeauftragten angekündigt

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur
×