Arbeitsschutz gewinnt!

Heidelberg:

Schlaue Projekte, die Arbeitssicherheit und Ergonomie verbessern, oder im Notfall sogar Leben retten: Der Wettbewerb für Sicherheit und bei der “Arbeitsschutz GEWINNT!” der zeigte wieder eine Bandbreite frischer Ideen für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. Prädikat: Zur Nachahmung empfohlen!

Den 1. Preis (12.000 Euro) erhielt die Freudenberg FST GmbH in Reichelsheim für das Projekt “Ein sicherer Sieg: 20 zu Null!”. Der 2. Preis (6.000 Euro) ging an die Firma HÖRL Kunststofftechnik GmbH & Co. KG in Laufen für das sichere Handling von Spritzgusswerkzeugen. Der 3. Preis (3.000) wurde der Procter & Gamble Service GmbH in Schwalbach am Taunus für die Vereinfachung des internen Notrufs durch QR-Codes verliehen. Über den mit 3.000 Euro dotierten Sonderpreis freute sich Isabell Ebert, Schülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Berenbostel, für die Entwicklung eines ergonomischen Falzbeins.

In diesem Jahr haben sich 52 Unternehmen aus ganz Deutschland um den Arbeitsschutzpreis der BG RCI beworben. Daraus wurden 15 Nominierte ermittelt, die ihre Projekte am 19. Juni 2024 in der Hauptverwaltung der BG RCI in Langenhagen der Jury präsentierten. Die nominierten Beiträge kamen aus den Bereichen Sicherheitstechnik, verhaltensbezogene Maßnahmen, Arbeitsschutzkultur und Gesundheitsmanagement. Der siebenköpfigen Jury gehörten Mitglieder der Selbstverwaltung, der Präventionsleitung sowie der Aufsicht und Beratung der BG RCI an.

Prof. Dr. Bernd Schubert, alternierender Vorsitzender des Präventionsausschusses der Vertreterversammlung der BG RCI, lobte in seiner Rede den Mut und die Einsatzbereitschaft aller Beteiligten: “Das Suchen nach Verbesserungen im Arbeitsschutz ist ein Ausdruck von Engagement und eindrucksvoller Beweis dafür, dass man sich seiner der eigenen Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen, seiner Familien und sich selbst bewusst ist.”

Kurzvorstellung der ausgezeichneten Projekte

1. Preis (12.000 Euro): “Ein sicherer Sieg: 20 zu Null!”, Freudenberg FST GmbH, Reichelsheim

Bei der Freudenberg FST GmbH, einem Technologiespezialisten in der Dichtungstechnik, sind CNC-Maschinen im Einsatz, in denen PTFE-Material mit sehr spitzen und scharfen Messern bearbeitet wird. Wenn Mitarbeitende die Maschine umrüsten, reinigen oder Werkzeuge austauschen, verfügen sie nur über wenig Bewegungsspielraum. Es besteht die Gefahr, dass sie an den Messern hängen bleiben und sich verletzen. Ein interdisziplinäres Team entwickelte einen exakt an die verschiedenen Messerhalterungen angepassten Kunststoffschutz, der Messer und Werkzeuge sicher abdeckt und sich leicht handhaben lässt. Seit der Umsetzung gibt es keine Schnittverletzungen mehr, vorher waren es ca. 20 pro Jahr.

2. Preis: “Sicheres Handling von Spritzgusswerkzeugen”, HÖRL Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, Laufen

Im täglichen Betrieb der HÖRL Kunststofftechnik ist es für Rüst-, Wartungs- und Transportarbeiten erforderlich, Spritzgusswerkzeuge sicher anzuheben und mittels eines Krans zu bewegen. Problematisch sind dabei das hohe Gewicht, der unterschiedliche Schwerpunkt und bewegliche Teile der Spritzgusswerkzeuge. Bekannte und vorhandene Marktlösungen bieten aufgrund der individuellen Abmaße keine bzw. keine optimale Lösung. Mit einfachen Mitteln hat ein Mitarbeiterteam eine passgenaue und stabile Transportmöglichkeit für die schweren und sperrigen Spritzgusswerkzeuge hergestellt, die aus dem täglichen Betriebsablauf nicht mehr wegzudenken ist.

3. Preis: “Vereinfachung des (internen) Notrufs durch QR-Codes”, Procter & Gamble Service GmbH, Schwalbach am Taunus

Das Absetzen eines Notrufs soll bei Procter&Gamble über eine hausinterne Nummer erfolgen, damit Rettungskräfte entsprechend eingewiesen werden können. Zusätzlich zur bekannten “112” muss dazu auf dem Handy eine 8-stellige Vorwahl eingetippt werden. Insbesondere in Ausnahmesituationen besteht das Risiko, sich zu vertippen oder die Vorwahl zu vergessen, was wertvolle Zeit kosten kann. Das Abtippen der Notrufnummer wird künftig vermieden, indem die Nummer in Form von QR-Codes mit dem Smartphone abgescannt und direkt gewählt werden kann.

Sonderpreis: “Ergonomisches Falzbein – Prävention und Arbeitserleichterung”

In Sattlereien oder Buchbindereien wird häufig mit dem Falzbein gearbeitet – eine kraftaufwändige Arbeit, die zu Fingerarthrose oder Karpaltunnelsyndrom führen kann. Isabell Ebert (16), Schülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Berenbostel, entwickelte im Rahmen des Wettbewerbs “Schüler experimentieren” einen Falzbeingriff aus Fimomasse, der individuell herstellbar ist und für eine bessere Kraftverteilung beim Falzen sorgt.

Detaillierte Beschreibungen aller nominierten und ausgezeichneten Projekte gibt es unter www.bgrci-arbeitsschutz-gewinnt.de.

Über den Wettbewerb “Arbeitsschutz GEWINNT!”

“Arbeitsschutz GEWINNT!” ist die Weiterentwicklung des “VISION ZERO Förderpreises” der BG RCI. Bei “Arbeitsschutz GEWINNT!” und dem Vorgängerwettbewerb haben sich seit 1997 rund 14.000 Menschen aus über 4.000 Betrieben mit über 7.000 Ideen beteiligt. Der Wettbewerb gehört zu den höchstdotierten Arbeitsschutzwettbewerben in Deutschland: Der erste Preis wird mit 12.000 Euro prämiert, der zweite mit 6.000 Euro und der dritte mit 3.000 Euro. Mitmachen können alle Versicherten und Mitgliedsunternehmen der BG RCI.

Ausgezeichnet werden innovative sicherheitstechnische Lösungen, betriebliche Aktivitäten für Gesundheit am Arbeitsplatz, effektive Organisations- und Motivationskonzepte oder praxisnahe Lösungen für Klein- und Mittelbetriebe.

Kontakt

Newsroom: Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
Pressekontakt: Petra Singer
Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische
Stabsbereich Kommunikation
Telefon: 06221 5108-57003
E-Mail: petra.singer@bgrci.de

Quellenangaben

Bildquelle: Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs “Arbeitsschutz GEWINNT! 2024 der BG RCI (v. l.): Markus Jung (HÖRL Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, 2. Platz), Isabell Ebert (Geschwister-Scholl-Gymnasium Berenbostel, Sonderpreis), Felix Halter (Freudenberg FST GmbH, 1. Platz), Annika Schäbler (Procter & Gamble Service GmbH, 3. Platz), Uwe Franzmathes und Sergej Schmidt (beide Freudenberg FST GmbH, 1. Platz) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/120179 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.
Textquelle: Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/120179/5806423

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