Dax legt zu – Entwicklungen zur US-Präsidentschaftswahl eingepreist

Frankfurt/Main: Am Donnerstag hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 18.453 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start hielt sich der Dax im weiteren Verlauf klar im Plus.

“Ungeachtet des Feiertages in New York und der morgen anstehenden Arbeitsmarktdaten aus den USA könnte man heute durchaus von einem erfolgreichen Ausbruchsversuch des Dax aus seiner wochenlangen Seitwärtsspanne sprechen”, kommentiert Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. “Aber geringere Handelsvolumina und eine der wichtigsten und für die Börse impulsreichsten Kennzahlen noch vor der Brust, sollten Anleger das Plus auf der Anzeigetafel in Frankfurt nicht überbewerten.” Ein zu schwacher oder auch zu starker Arbeitsmarktbericht dürfte den Index recht schnell wieder “in seine Schaukelbörse zurückversetzen”, so Oldenburger. “Es wird auf die richtige Balance ankommen aus einem weiterhin robusten Arbeitsmarkt, der aber in den kommenden Monaten an Zugkraft verlieren könnte.”

Thema an den Börsen war auch der wachsende auf Amtsinhaber Joe Biden, als Kandidat der Demokraten bei der US-Präsidentschaftswahl zurückzutreten. “Auch wenn es vielleicht noch zu früh ist, könnte der Aktienmarkt dies bereits vorwegnehmen und das Trumps einpreisen”, sagte der Marktanalyst. “Die Anleger setzen darauf, dass die von ihm versprochenen Steuersenkungen die Staatsverschuldung erhöhen und seine Pläne, hohe Zölle auf Importe einzuführen, zu einer wieder höheren führen werden. Davon könnten dann unter anderem Banken und Stahlunternehmen profitieren.”

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Continental- an der Spitze der Handelsliste. Hintergrund sind Aussagen des Managements, die auf ein überraschend starkes Quartal hindeuten. Das Schlusslicht bildeten derweil die Papiere von BMW und SAP.

Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im August kostete 33 Euro und damit zwei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund acht bis neun Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis legte ebenfalls leicht zu: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher 87,39 US-Dollar, das waren fünf Cent oder 0,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,0811 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9250 Euro zu haben.

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