Gemmotherapie – eine wiederentdeckte Tradition

Gemmotherapie – eine wiederentdeckte Tradition

Das lateinische Wort Gemma bedeutet übersetzt so viel wie Knospe, was bereits daraufhin deutet, worum es bei einer Gemmotherapie geht. Bei dieser besonderen Form der sogenannten Phytotherapie werden noch jungen Pflanzen verwendet, vornehmlich sind es die Knospen. Des Weiteren werden bei dieser Therapie mit Pflanzen noch Sprossen, junge Spitzen von Wurzeln, sowie Triebspitzen und Kätzchen genutzt, wie etwa von der Weide. Bei der Herstellung werden aus den jungen Pflanzenteilen Auszüge genommen, die im Rahmen einer Therapie hilfreich sind.

Eine lange Tradition

Die Gemmotherapie hat eine Tradition, die 2400 Jahre zurückreicht. Beschrieben wird sie sowohl in der ayurvedischen als auch in der chinesischen . Selbst Hildegard von Bingen wusste um die Wirksamkeit dieser besonderen Therapie. Danach wurde es allerdings lange ruhig um die Therapie aus jungen Pflanzen. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts tauchte die Therapie wieder auf. Es war der Arzt Dr. Pol Henry aus Belgien, der zusammen mit dem französischen Homöopathen und Therapeuten Dr. Max Tetau neue Therapieformen entwickelte. Seit mehr als zehn wird die Therapie im Europäischen Arzneibuch geführt, zugeordnet werden die Arzneimittel der Homöopathie.

Was macht die Therapie so besonders?

Mit Gemmotherapie Wohlbefinden verbessern – dies war schon vor über 2000 Jahren das Ziel der Ärzte und Therapeuten. Sie nutzten die besondere Kraft der Pflanzen, kurz bevor sie aufbrechen und aufblühen. Die Pflanzen sind zu diesem Zeitpunkt besonders vital, denn in den zarten Triebspitzen und den Knospen findet eine aktive Zellteilung statt. Wer mit offenen Augen im Frühling durch die geht, kann diesen Vorgang beobachten. Die Knospen werden jeden Tag praller, bevor sie sich dann öffnen. In nur wenigen Tagen nutzt die Natur enorme Energien und zeigt die Kraft ihres aufkeimenden Lebens auf eine eindrucksvolle Art und Weise. Das aufkeimende Leben und seine Wachstumsfaktoren bieten einen hohen Gehalt an wertvollen Proteinen und sorgen für die hohe Wirkkraft der Knospen.

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Was ist wirksam und was nicht?

Nicht jede Pflanze, die im Wachstum ist, kommt auch für die Gemmotherapie infrage. Kräuter spielen bei der Therapie so gut wie keine Rolle, da sie keine Knospen bilden. Kräuter sind im Winter gar nicht zu finden, zudem treiben sie im Frühling neue Wurzeln aus oder vermehren sich mit der Hilfe von Samen. Die vielleicht bekannteste Pflanze für eine Gemmotherapie ist die Schwarze Johannisbeere. Sie hat sich als pflanzliches Antiallergikum einen sehr guten Namen gemacht. Wer beispielsweise unter Heuschnupfen leitet, kann die Beschwerden meistens schnell lindern, außerdem ist der Extrakt aus der Pflanze entzündungshemmend.

Fazit

Pflanzen im Wachstum und der Extrakt, der aus ihnen gewonnen wird, haben dank der Gemmotherapie viele Anwendungsbereiche. Je nachdem, welche Form der Beschwerden vorliegt, ist es eine gute Wahl, zwei oder mehr Pflanzenauszüge miteinander zu kombinieren. Nicht nur Homöopathen arbeiten mit den Auszügen aus den zahlreichen Pflanzen, auch in der klassischen Schulmedizin ist diese Form der Therapie schon angekommen. Beispielsweise ist so etwas bei der Behandlung von Schwangeren oder während der Stillzeit der Fall. Eltern, die für ihre Kinder eine alternative Behandlungsmethode möchten, sollten sich von einem Arzt über die Gemmotherapie beraten lassen.

Bild: @ depositphotos.com / Elena777

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Ulrike Dietz