
Berlin () – Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat sich für eine scharfe Abgrenzung gegenüber der AfD ausgesprochen. „Wenn ich mir die AfD in ihrer Größe, Feistheit und latenten Aggressivität im Bundestag anschaue, fühle ich mich Sozialdemokraten und Grünen viel näher“, sagte Weimer der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Weimer begründet seine Haltung mit der „Radikalität“ und „Demokratiefeindlichkeit“ der AfD. Dagegen habe die politische Mitte ein Bewusstsein für die Kraft des Arguments. „Demokraten glauben an das Argument, Antidemokraten an das Ressentiment. Das ist ein großer Unterschied.“
In konservativen Kreisen wird seit einiger Zeit eine Debatte darüber geführt, ob sich die Union für eine Zusammenarbeit mit der AfD öffnen sollte. Diese These vertritt unter anderem der Geschichtsprofessor Andreas Rödder.
Weimer dagegen spricht sich für eine klare Grenzziehung aus. „Die AfD ist nicht der verlängerte Arm eines bürgerlichen Konservativismus“, sagte er. Vielmehr gebe es weltweit autoritäre Tendenzen. „Angesichts dieser Bedrohung verlieren unsere Unterschiede in der politischen Mitte an Bedeutung.“
Weimer sieht die USA auf dem Weg in eine autoritäre Staatsform. „Die vier großen Weltmächte – China, Russland, Indien und die USA – bewegen sich in Richtung Autoritarismus und Nationalismus. Oder sind dort sogar bereits angekommen. In diesen Ländern werden Freiheitsräume auf eine Art und Weise attackiert, wie wir uns das nicht vorstellen konnten“, sagte Weimer.
Der ehemalige Verleger Weimer ist im Kanzleramt für die Bereiche Kulturpolitik und Medien zuständig. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vergangene Woche in Washington US-Präsident Donald Trump getroffen und diesen nach Deutschland eingeladen. Damit sollen die deutsch-amerikanischen Beziehungen verbessert werden.
Weimer verwies nun eher auf die Differenzen zwischen den beiden Ländern. So will er die Digitalplattformen strenger regulieren, um der Gefahr einer politischen und ökonomischen Konzentration von Macht zu begegnen. „Wenn Donald Trump meint, der Golf von Mexiko soll ‚Golf von Amerika` heißen, stellt Google am nächsten Tag alle Weltkarten um. Diese Machtfrage sind vorherige Bundesregierungen nicht angegangen“, sagte der Kulturstaatsminister.
Deshalb schlage er eine von den Konzernen zu leistende „Abgabe in Höhe von zehn Prozent“ vor. Damit solle auch das Problem gelöst werden, dass diese bislang keine „nennenswerten Steuern“ zahlten, so Weimer.
Weimer sagte der „Zeit“, er habe mit den Fraktionen und den beteiligten Ministerien bereits gute Gespräche geführt. „Mein Eindruck ist: Es gibt für diesen Vorschlag eine breite Mehrheit. Wir gehen jetzt an die Umsetzung.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wolfram Weimer (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden im Beitrag namentlich erwähnt?
Wolfram Weimer, Andreas Rödder, Friedrich Merz, Donald Trump
Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?
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Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Washington.
Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer spricht sich klar gegen die AfD aus, betont die Bedeutung der politischen Mitte und deren Argumentationskraft, während er vor autoritären Tendenzen weltweit warnt und eine strengere Regulierung von Digitalplattformen sowie eine Abgabe für diese Unternehmen vorschlägt.
Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?
Der Hintergrund des beschriebenen Ereignisses ist die zunehmende Diskussion in konservativen Kreisen über eine mögliche Zusammenarbeit mit der AfD. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer spricht sich entschieden gegen eine solche Annäherung aus, begründet dies mit der "Radikalität" und "Demokratiefeindlichkeit" der AfD und warnt vor autoritären Tendenzen weltweit. Weimer sieht es als wichtig, klare Grenzen zu ziehen, um die demokratischen Werte in der politischen Mitte zu verteidigen.
Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?
Politik, Öffentlichkeit und Medien reagieren auf Wolfram Weimers Äußerungen zur AfD mit einer kritischen Debatte über die Notwendigkeit einer klaren Abgrenzung von dieser Partei. Weimer äußert sich besorgt über autoritäre Tendenzen weltweit und betont, dass die politische Mitte an Bedeutung gewinnen müsse, um demokratische Werte zu verteidigen.
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Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: scharfe Abgrenzung gegenüber der AfD, Verlust der Unterschiede in der politischen Mitte, autoritäre Tendenzen in den großen Weltmächten, Angriff auf Freiheitsräume, Forderung nach strengerer Regulierung der Digitalplattformen, politische und ökonomische Konzentration von Macht, Abgabe der Konzerne in Höhe von zehn Prozent, Lösung des Problems der niedrigen Steuerzahlungen von Konzernen, breite Mehrheit für den Vorschlag im Parlament.
Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zitiert. Er spricht sich klar gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus und hebt deren "Radikalität" und "Demokratiefeindlichkeit" hervor. Weimer betont, dass die AfD nicht Teil eines bürgerlichen Konservativismus ist und verweist auf die globalen autoritären Tendenzen, die eine klare Abgrenzung notwendig machen.
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