
Berlin () – Der Militärexperte Sönke Neitzel wirft Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Mängel bei der Reform der Bundeswehr vor.
„Pistorius hat zwei Seiten: Er ist ein exzellenter Kommunikator, um den Menschen zu erklären, warum wir Rüstungsinvestitionen brauchen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). „Aber mit Blick auf das, was er wirklich verändert, sieht die Bilanz deutlich schlechter aus. Wir können die Soldaten heute nicht guten Gewissens in den Kampf schicken.“ Pistorius sei „noch nicht an das Grundproblem der Bundeswehr herangegangen, nicht an die überbordende Bürokratie und die übergroßen Behörden und Ämter“, so Neitzel, der den Lehrstuhl für Militärgeschichte an der Universität Potsdam innehat.
Russland rüste massiv auf und habe trotz der Verluste in der Ukraine 1,2 Millionen Mann unter Waffen. Dieser Rüstungsvorsprung existiere nur so lange, bis die Nato aufgeholt habe. „Die nächsten drei Jahre sind die gefährlichsten“, so Neitzel. „Es gibt für Putin also nur einen engen Zeitkorridor, in dem er sich entscheiden muss: Geht er in die Konfrontation oder nicht?“ In den kommenden Jahren sei die Lage für den russischen Präsidenten Wladimir Putin auch deswegen günstig, weil er darauf hoffen könne, „dass sich die USA aus einer Konfrontation beispielsweise im Baltikum heraushalten“.
Neitzel forderte zudem das schwedische Wehrpflichtmodell für Deutschland. „Wir brauchen einen verpflichtenden Wehrdienst von wenigstens zwölf Monaten. Ich bin kein Freund der alten allgemeinen Wehrpflicht, sondern des schwedischen Modells. Demnach werden alle gemustert. Wenn es nicht genug Freiwillige gibt, wird verpflichtet.“ Er warf Teilen der SPD vor, dies zu verhindern. „Für fatal halte ich, dass der linke Flügel der SPD die gesamte Regierung blockiert.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bundeswehr-Soldaten am 22.07.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden im Beitrag namentlich erwähnt?
Sönke Neitzel, Boris Pistorius, Wladimir Putin
Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?
Bundeswehr, Boris Pistorius, SPD, Süddeutsche Zeitung, Universität Potsdam, Russland, Nato, Wladimir Putin, USA, schwedisches Wehrpflichtmodell
Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?
22.07.2025
An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?
Die beschriebenen Ereignisse finden in den folgenden Orten statt: Berlin, Potsdam.
Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?
Der Militärexperte Sönke Neitzel kritisiert Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius für unzureichende Reformen in der Bundeswehr und fordert ein schwedisches Wehrpflichtmodell, während er die zunehmende militärische Bedrohung durch Russland betont.
Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?
Der Hintergrund des beschriebenen Ereignisses ist die Kritik des Militärexperten Sönke Neitzel an der Reform der Bundeswehr unter Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Neitzel hebt die unzureichenden Fortschritte bei der Bekämpfung von Bürokratie und der Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Truppe hervor, insbesondere im Kontext der geopolitischen Spannungen mit Russland, das massiv aufrüstet. Dies führt zu einem dringenden Bedarf an Reformen und einer möglichen Wiederbelebung der Wehrpflicht in Deutschland.
Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?
Im Artikel wird kritisiert, dass Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius trotz seiner kommunikativen Fähigkeiten nicht ausreichend an den grundlegenden Problemen der Bundeswehr arbeitet. Militärexperte Sönke Neitzel fordert eine Reform, einschließlich der Einführung eines schwedischen Wehrpflichtmodells, und weist darauf hin, dass die Sicherheitssituation in den kommenden Jahren angespannt bleibt.
Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?
Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind: mangelnde Handlungsfähigkeit der Bundeswehr, Soldaten können nicht guten Gewissens in den Kampf geschickt werden, Zeitdruck für Russland in der Entscheidungsfindung, gefährliche Lage in den nächsten drei Jahren, mögliche Rückzug der USA aus Konfrontationen, Notwendigkeit eines verpflichtenden Wehrdienstes in Deutschland, Blockade der Wehrdienstreform durch Teile der SPD.
Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Militärexperten Sönke Neitzel zitiert. Er kritisiert Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und sagt, dass dessen Reformen der Bundeswehr unzureichend sind, insbesondere im Hinblick auf Bürokratie und die Einsatzbereitschaft der Soldaten. Neitzel fordert zudem ein schwedisches Wehrpflichtmodell für Deutschland, um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken.
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