Kommt die Post nur noch alle zwei Tage?

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Kommt die Post nur noch alle zwei Tage?

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Die Post möchte wissen, ob ihre Kunden auch dann noch zufrieden sind, wenn sie nur noch jeden zweiten oder dritten Tag Briefe und Päckchen bekommen. Zwar verbietet das Gesetz diese neue Form der Zustellung, aber das kann sich bald ändern. Ein Pilotprojekt der Postreform läuft bereits und viele finden in diesen Tagen kleine Geschenke in ihren Briefkästen. Mal ist es eine Lebensmittelprobe, mal ein Drogerieartikel, eine Zeitung oder ein Gutschein im Wert von 20,- Euro für einen Onlineshop.

Eine radikale Veränderung

Die kleinen Geschenke, die die am Modellversuch teilnehmenden Kunden der Post bekommen, täuschen nicht darüber hinweg, dass es um eine radikale Veränderung im Postwesen geht. Wenn die Regierung den Plänen der Post zustimmt, sieht die Briefzustellung in Zukunft ganz anders aus. Der Test findet zunächst nur regional begrenzt statt, er wird aber wohl jetzt auf das ganze Land ausgeweitet. Die Kunden können unter drei verschiedenen Modellen wählen: Sie können sich die Post nur an den Dienstagen, den Donnerstagen und den Samstagen zustellen lassen. Modell zwei sieht eine Zustellung an fünf Tagen in der Woche vor, aber nur am Arbeitsplatz. Möglich ist ebenfalls eine einmalige Zustellung der gesammelten Briefe am Samstag. Bei dieser Variante erhalten die Kunden jeden Tag Briefe in Form eines E-Postscans an ihre Mailadresse. Das heißt, die Post öffnet die Briefe, scannt sie dann ein und stellt sie über ein eigenes System als Mail zu.

Ein brisantes Thema

Das neue Postmodell entwickelt sich zu einem brisanten Thema. Es geht um die Digitalisierung in der Wirtschaft und um die Grundversorgung der Bürger in mehreren Bereichen des täglichen Lebens. Noch ist die Post dazu verpflichtet, an sechs Tagen in der Woche die Post zuzustellen, mindestens 80 % aller Postsendungen müssen am darauffolgenden Werktag im Briefkasten des Empfängers landen. Einschränkungen gibt es aber bereits. So beschränkt sich die Post auf die Zustellung von voll bezahlten Briefen an den Montagen. An den anderen Tagen sind die 80.000 Zusteller aber im ganzen Land unterwegs, um die Briefkästen zu füllen. Letztendlich muss die Politik darüber entscheiden, was von einer pünktlichen Briefzustellung noch übrig bleibt. Nach der Wahl am 24. September ist es durchaus möglich, dass die Bundesregierung ihre Haltung gegenüber den neuen Postmodellen ändert. Einige Politiker können sich sogar vorstellen, das Postgesetz grundlegend zu reformieren.

Bild: @ depositphotos.com / ilfede

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
Ulrike Dietz
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