
Hannover () – Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hat einen Vorstoß ihres Amtskollegen aus NRW, Herbert Reul (CDU), zu einer Reform der Polizeilichen Kriminalstatistik kritisiert. Reul hatte erklärt, die Polizei in seinem Bundesland solle bei deutschen Tatverdächtigen mit mehreren Pässen alle Staatsbürgerschaften erfassen.
„Ich sehe überhaupt nicht, worin hier der Erkenntnisgewinn oder der Mehrwert für die Polizeiarbeit liegen soll“, sagte sie dem „Spiegel“. Auch politisch halte sie „die Richtung dieser Debatte für grundfalsch“, so Behrens. „Deutscher oder Deutsche ist, wer die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, da gibt es und da darf es keine Abstufungen geben.“
In Niedersachsen werde daher nichts an der bisherigen Praxis geändert. Im Rahmen der Innenministerkonferenz habe das Thema der generellen Erfassung mehrfacher Staatsangehörigkeiten in der Polizeilichen Kriminalstatistik bisher keine Rolle gespielt.
Ein Sprecher von Behrens erklärte, Niedersachsen orientiere sich an den bundesweit abgestimmten Vorgaben. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werde daher für jeden Tatverdächtigen weiterhin lediglich eine Staatsangehörigkeit erfasst. Aus kriminalstatistischer Sicht spiele die verpflichtende Erfassung aller zur Person vorliegenden Staatsangehörigkeiten eine untergeordnete Rolle.
Mehrfachstaatsangehörigkeiten seien – ebenso wie die Staatsangehörigkeit an sich – nur von geringer kriminologischer Bedeutung. Aussagekräftiger für die kriminalstatistische Bewertung seien vor allem die Merkmale Geschlecht, Alter, Bildungsstand, familiäre Situation von Verdächtigen, auch das soziale Umfeld, Rauschmittelkonsum oder gegebenenfalls bestehende Bezüge zu Opfern.
NRW-Innenminister Reul hatte zuvor gegenüber der „Rheinischen Post“ angekündigt, Mehrfachstaatsangehörigkeiten künftig in der Kriminalstatistik zu berücksichtigen.
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Daniela Behrens (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden im Beitrag namentlich erwähnt?
Daniela Behrens, Herbert Reul
Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Niedersachsen, SPD, NRW, CDU, Polizei, Innenministerkonferenz, "Spiegel", "Rheinische Post".
Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?
Nicht erwähnt
An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?
Hannover, Nordrhein-Westfalen (NRW)
Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens kritisiert den Vorschlag von NRW-Innenminister Herbert Reul zur Erfassung mehrfacher Staatsangehörigkeiten in der Polizeilichen Kriminalstatistik und sieht darin keinen Mehrwert für die Polizeiarbeit, während Niedersachsen an der bisherigen Praxis festhalten will.
Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?
Der Hintergrund des Ereignisses ist die Diskussion über die Anpassung der Polizeilichen Kriminalstatistik, insbesondere die Erfassung von Mehrfachstaatsangehörigkeiten. Innenminister Herbert Reul aus Nordrhein-Westfalen plädierte dafür, alle Staatsbürgerschaften deutscher Tatverdächtiger zu dokumentieren, während Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens dies als unnötig und politisch problematisch kritisierte. Sie betonte, dass die bisherige Praxis in Niedersachsen beibehalten wird.
Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?
Daniela Behrens, Niedersachsens Innenministerin, hat den Vorschlag von NRW-Innenminister Herbert Reul kritisiert, Mehrfachstaatsangehörigkeiten in der Polizeilichen Kriminalstatistik zu erfassen. Sie sieht darin keinen Mehrwert für die Polizeiarbeit und hält die Debatte politisch für falsch, während Niedersachsen weiterhin nur eine Staatsangehörigkeit pro Tatverdächtigem erfasst.
Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: keine Änderungen an der bisherigen Praxis in Niedersachsen, keine generelle Erfassung mehrfacher Staatsangehörigkeiten in der Polizeilichen Kriminalstatistik, Orientierung an bundesweit abgestimmten Vorgaben, Erfassung nur einer Staatsangehörigkeit pro Tatverdächtigen, geringe kriminologische Bedeutung von Mehrfachstaatsangehörigkeiten, wichtigere Merkmale für kriminalstatistische Bewertungen sind Geschlecht, Alter, Bildungsstand, familiäre Situation, soziales Umfeld und Rauschmittelkonsum.
Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens zitiert. Sie kritisiert den Vorschlag ihres Kollegen Herbert Reul, da sie keinen Erkenntnisgewinn oder Mehrwert für die Polizeiarbeit darin sieht. Behrens betont, dass es keine Abstufungen bei der deutschen Staatsbürgerschaft geben dürfe und dass in Niedersachsen an der bisherigen Praxis festgehalten wird.
- SPD macht ernst mit Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige - 16. Februar 2026
- Rentenkommission will über Einführung der Rente mit 70 beraten - 16. Februar 2026
- Klingbeil warnt vor Naivität im deutsch-amerikanischen Verhältnis - 16. Februar 2026
