
Berlin () – In der Union mehren sich die Stimmen, die eine Reform der Erbschaftssteuer fordern.
„Statt über Steuererhöhungen zu diskutieren, sollten wir als Koalition zusehen, wie wir Steuerschlupflöcher schließen. Bei der Erbschaftsteuer gibt es die“, sagt Johannes Winkel (CDU), Vorsitzender der Jungen Union, der „Welt“ (Mittwochausgabe). „Ich glaube, da besteht Handlungsbedarf, mehr Gerechtigkeit herzustellen“, so Winkel. Der Bundestagsabgeordnete spielt darauf an, dass für beispielsweise großen Immobilienbesitz hohe Erbschaftsteuern gezahlt werden müssen, für ererbte Unternehmen gegebenenfalls gar nichts.
„Wir werden eine Debatte um die Erbschaftsteuer bekommen. Nicht nur, weil noch diesem Jahr ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts dazu zu erwarten ist, sondern weil es sich um eine Frage der Gerechtigkeit handelt“, meint etwa der CDU-Finanzpolitiker Olav Gutting. „Die Privilegierung von Betriebsvermögen ist wichtig und im Grunde der richtige Ansatz. Das muss aber immer wieder erklärt werden.“ Denkbar wäre ein pauschaler Steuersatz für die Unternehmensnachfolge, schlägt der CDU-Abgeordnete als Reform vor, gibt aber zu bedenken: „Ein Steuersatz von pauschal zehn Prozent, wie vorgeschlagen, wäre hier aber viel zu hoch. Das würde zu viele Unternehmen zu stark belasten“, so Gutting.
Die SPD verstärkt derweil den Druck, die Erbschaftssteuer zu erhöhen. „Die derzeit geltenden Regelungen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer sind ungerecht“, sagte die stellvertretende Fraktionschefin Wiebke Esdar, ebenfalls der „Welt“. Insbesondere sehr große Vermögen seien vielfach privilegiert, weshalb ihre Fraktion eine „Überarbeitung der Verschonungsregelungen bei Betriebsvermögen“ ebenso anstrebe wie eine „kritische Prüfung steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten“ von Stiftungen. Obwohl der Fraktionsvizechefin klar sein dürfte: Mit Mehreinnahmen aus der Erbschaftsteuer würde sich das Milliardenloch im Bundeshaushalt gar nicht stopfen lassen – denn als Ländersteuer fließt daraus kein Geld an den Bund.
Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, fordert: „Wir brauchen dringend eine gerechtere Verteilung der Steuerlast.“ Wer wenig oder durchschnittlich verdiene, solle spürbar entlastet werden. „In diesem Zusammenhang sollten wir Erhöhungen für die höchsten Einkommen und größten Vermögen in unserem Land nicht ausschließen.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden im Beitrag namentlich erwähnt?
Johannes Winkel, Olav Gutting, Wiebke Esdar, Frauke Heiligenstadt
Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?
CDU, Junge Union, Welt, Bundesverfassungsgericht, SPD, Wiebke Esdar, Frauke Heiligenstadt
Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?
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An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?
Berlin
Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?
Innerhalb der Union und der SPD wächst der Druck, die Erbschaftssteuer zu reformieren, um Steuerschlupflöcher zu schließen und eine gerechtere Verteilung der Steuerlast zu erreichen, während unterschiedliche Ansichten über die notwendige Anpassung und die Auswirkungen auf Unternehmen und Vermögen bestehen.
Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?
Der Hintergrund für die Diskussion um die Reform der Erbschaftssteuer in Deutschland ist die Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten im aktuellen Steuersystem. Insbesondere wird kritisiert, dass große Vermögen, darunter Unternehmens- und Immobilienbesitz, häufig privilegiert und steuerlich begünstigt sind, während kleinere Erbschaften stärker belastet werden. Zudem steht ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts an, der zusätzlichen Druck erzeugt. Die Union fordert eine Schließung von Steuerschlupflöchern, während die SPD eine Erhöhung für hohe Vermögen und eine gerechtere Verteilung der Steuerlast einfordert.
Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?
Im Artikel wird beschrieben, dass innerhalb der Union die Forderung nach einer Reform der Erbschaftssteuer wächst, um Gerechtigkeit zu schaffen, während die SPD Druck auf den Gesetzgeber ausübt, die Steuer zu erhöhen, um bestehende Ungleichheiten bei großen Vermögen zu adressieren. Besonders die Privilegierung von Betriebsvermögen steht im Fokus der Diskussion, wobei verschiedene Vorschläge und Bedenken geäußert werden.
Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?
Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind: Handlungsbedarf zur Herstellung mehrer Gerechtigkeit, Diskussion um eine Reform der Erbschaftsteuer, Möglichkeit eines pauschalen Steuersatzes für Unternehmensnachfolge, erhöhte Belastung für Unternehmen bei hohen Steuersätzen, Druck auf Erhöhung der Erbschaftsteuer durch die SPD, ungerechte Regelungen bei Erbschaft- und Schenkungsteuer, Überarbeitung der Verschonungsregelungen bei Betriebsvermögen, kritische Prüfung steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten von Stiftungen, dringender Bedarf an gerechterer Verteilung der Steuerlast, Entlastung für niedrige und durchschnittliche Einkommen, Nicht-Ausschluss von Erhöhungen für hohe Einkommen und große Vermögen.
Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen zitiert. Johannes Winkel (CDU) fordert, dass statt Steuererhöhungen Steuerschlupflöcher geschlossen werden sollten, insbesondere bei der Erbschaftsteuer, um mehr Gerechtigkeit herzustellen. Wiebke Esdar (SPD) kritisiert die aktuellen Regelungen als ungerecht und strebt eine Überarbeitung der Verschonungsregelungen an.
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