Wagenknecht: Pläne bei Sozialbeiträgen für Reiche "halbherzig"

Wagenknecht: Pläne bei Sozialbeiträgen für Reiche "halbherzig"

Berlin () – BSW-Parteichefin Sahra Wagenknecht hat Pläne der Bundesregierung für höhere Sozialbeiträge für Gutverdiener als unzureichend kritisiert.

„Das ist halbherzig und wird nicht ausreichen, um die steigenden Sozialbeiträge zu stoppen“, sagte Wagenknecht den Funke-Zeitungen. „Das bewegt sich ja lediglich im Rahmen der normalen jährlichen Anpassungen der Beitragsbemessungsgrenzen.“

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will einem „Politico“-Bericht zufolge im kommenden Jahr die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung erhöhen. „Warum zahlen Gering- und Normalverdiener auf ihr komplettes Einkommen Sozialabgaben und Spitzenverdiener nur auf einen Teil, meist sogar nur auf den kleineren?“, kritisierte Wagenknecht. „Es ist inakzeptabel, dass Geringverdiener und die Mittelschicht weit überproportional den Sozialstaat finanzieren.“

Wagenknecht forderte den Einstieg in eine Bürgerversicherung: „Alle zahlen ein, und zwar proportional zu ihren Einkommen“, sagte die BSW-Chefin. „Schwarz-Rot sollte bei sich selbst anfangen und mit gutem Beispiel vorangehen. Alle Mitglieder der Bundesregierung und des Bundestages sollten zum Beispiel verpflichtend ab 1. Januar in die Rentenkasse einzahlen.“

Die Union hält die Erhöhung von Bemessungsgrenzen für Sozialbeiträge für nötig, warnt aber vor Doppelbelastungen: „Die Bundesregierung vollzieht die Lohnentwicklung nach und hat in der Sache wenig Gestaltungsspielraum“, sagte Dennis Radtke (CDU), Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands, dem „Tagesspiegel“.

„Das Dilemma ist: Parallel zur der Bemessungsgrenze zeichnet sich die Erhöhung der Zusatzbeiträge in der GKV ab. Somit werden viele Beschäftigte gleich doppelt getroffen, statt endlich entlastet.“ Die Koalition, so Radtke, müsse neben der Außenpolitik endlich einen klaren Schwerpunkt auf Wachstum und Entlastung setzen. „Viele haben einfach die Nase voll, weil sie trotz harter Arbeit noch vom Fleck kommen.“

Der „Bund der Steuerzahler“ kritisiert die Pläne. „Die Idee von Bas ist Bullshit“, sagte Reiner Holznagel, Präsident der Lobbyorganisation, der „Bild“. Eine Erhöhung treffe vor allem Facharbeiter und Selbständige – ihre Krankenversicherungsbeiträge stiegen „sofort“, wenn die Grenze bald auf rund 70.000 Euro brutto klettere.

Bas plant einem Entwurf ihres Ministeriums, die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung 2026 auf 8.450 Euro zu erhöhen. Derzeit liegt sie bei 8.050 Euro. Für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung soll die Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 5.512,50 Euro im kommenden Jahr auf 5.812,50 Euro steigen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Sahra Wagenknecht (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?

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Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?

Die relevanten Zeiträume und Daten in dem beschriebenen Ereignis sind:

  • Zukünftige geplante Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung auf 8.450 Euro im Jahr 2026 (aktuell 8.050 Euro).
  • Geplante Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung von 5.512,50 Euro im kommenden Jahr (also 2024) auf 5.812,50 Euro.

Insgesamt sind dies die Daten, die aus dem Text entnommen werden können.

An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?

Berlin

Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?

Sahra Wagenknecht kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur Erhöhung der Sozialbeiträge für Gutverdiener als unzureichend und fordert eine Bürgerversicherung, während die Union vor Doppelbelastungen warnt und die Notwendigkeit einer Entlastung für betont.

Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?

Der Hintergrund für das beschriebene Ereignis liegt in den geplanten Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialversicherungen durch die Bundesregierung. Sahra Wagenknecht kritisiert diese Maßnahmen als unzureichend, da sie die Belastungen für Gering- und Normalverdiener nicht ausreichend adressieren. Sie fordert eine gerechtere Verteilung der Sozialabgaben und den Einstieg in eine Bürgerversicherung, in der alle proportional zu ihrem Einkommen einzahlen.

Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?

Sahra Wagenknecht kritisierte die Pläne der Bundesregierung zur Erhöhung der Sozialbeiträge als unzureichend und forderte eine Bürgerversicherung, während die Union vor möglichen Doppelbelastungen warnte und der "Bund der Steuerzahler" die Ideen als nachteilig für Facharbeiter und Selbständige bezeichnete. In der Öffentlichkeit gibt es eine spürbare Unzufriedenheit mit den bestehenden Sozialabgaben und der Notwendigkeit, echte Entlastungen für die Bürger zu schaffen.

Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?

Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind: steigende Sozialbeiträge, Geringverdiener und Mittelschicht finanzieren Sozialstaat überproportional, Forderung nach Bürgerversicherung, Erhöhung der Zusatzbeiträge in der GKV, mögliche Doppelbelastung für Beschäftigte, Belastung für Facharbeiter und Selbständige, steigende Krankenversicherungsbeiträge.

Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Sahra Wagenknecht zitiert. Sie kritisiert die Pläne der Bundesregierung für höhere Sozialbeiträge als "halbherzig" und erklärt, dass sie nicht ausreichen werden, um die steigenden Sozialbeiträge zu stoppen. Wagenknecht fordert zudem eine Bürgerversicherung, in die alle proportional zu ihrem Einkommen einzahlen sollten.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur
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