
Berlin () – Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, kritisiert die Pläne des Bundesinnenministeriums für einen sogenannten „Cyberdome“. Das Projekt werde ein „Maut-2.0-Desaster“, sagte Atug dem „Tagesspiegel“.
Statt echter Cybersicherheit solle vor allem ein „schönes Dashboard“ entstehen, auf dem voraussichtlich israelische Partner deutsche Daten auswerten. „Minister Dobrindt will unsere Daten und viel Geld nach Israel geben, und dafür bekommen wir eine bunte Anzeige“, sagte Atug. Geschützt werde dadurch nichts. „Das ist, als würde man ausschließlich eine Videokamera auf den Bahnhofsvorplatz richten. Man filmt, wie jemand geschlagen wird, aber niemand greift ein.“ Der Cyberdome installiere keine Patches und verbessere keine Firewalls – „wir lassen die Scheunentore offen und hängen ein israelisches Radar davor“.
Der Experte warnt zudem vor einer Vermischung von Geheimdienstlogik und ziviler IT-Sicherheit: Viele Firmen insbesondere in Israel stammten aus dem Umfeld von Militär oder Geheimdiensten und übertrügen ihre Methoden nun eins zu eins auf zivile Infrastrukturen. „Sie wissen, wie man Angriffsflächen findet, aber nicht, wie man Systeme schützt oder sichere Software entwickelt“, sagte er. Ein Kritis-Betreiber müsse manchmal Komponenten besser abkoppeln, statt sie zu überwachen. Insgesamt sei unklar, worum es sich beim Cyberdome überhaupt handele, welche Infrastruktur damit geschützt werden solle und wie.
Mit Blick auf den aktuellen BSI-Lagebericht sieht Atug Fortschritte durch mehr Transparenz und Regulierung. Dennoch bleibe Sicherheit Alltagssache: „Jeder muss Updates machen, Mails prüfen, nachdenken – das ist kein Hexenwerk. Wer ohne Gurt fährt, darf sich über den Aufprall nicht wundern.“ Viele Unternehmen seien in Sachen Cybersicherheit noch lange nicht am Ziel, wie etwa der jüngste Angriff auf den Berliner Flughafen gezeigt habe.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Alexander Dobrindt am 11.11.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden im Beitrag namentlich erwähnt?
Manuel Atug, Alexander Dobrindt
Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?
Hier sind die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen:
AG Kritis, Bundesinnenministerium, Tagesspiegel, Israel, BSI
Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?
Das Datum des beschriebenen Ereignisses ist der 11.11.2025.
An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?
Die beschriebenen Ereignisse finden hauptsächlich in Berlin statt. Weitere Orte wie Israel werden auch erwähnt, aber der Fokus liegt auf dem Geschehen in Berlin.
Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?
Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, kritisiert die Pläne für den "Cyberdome" des Bundesinnenministeriums als ineffektiv und gefährlich, da sie statt wirklicher Cybersicherheit nur eine oberflächliche Überwachung durch israelische Partner bieten, ohne wesentliche Verbesserungen im Schutz der IT-Infrastruktur.
Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?
Der Hintergrund des beschriebenen Ereignisses ist die Kritik an den Plänen des Bundesinnenministeriums für den „Cyberdome“. Manuel Atug von der AG Kritis äußert Bedenken, dass das Projekt mehr Schein als Sein sei und die wirkliche Cybersicherheit nicht verbessere, sondern nur in eine prunkvolle, aber ineffektive Oberfläche investiere. Insbesondere warnt er vor den Risiken, die sich aus der Zusammenarbeit mit israelischen Partnern ergeben könnten, die militärische und geheime Techniken auf zivile Infrastrukturen übertragen.
Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?
Der Artikel beschreibt die kritische Reaktion von Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, auf die Pläne des Bundesinnenministeriums für den "Cyberdome". Er warnt, dass das Projekt eher oberflächliche Lösungen bietet und nicht die Sicherheit verbessert, während die öffentliche Diskussion die Bedenken hinsichtlich der Datenübertragung nach Israel und der Effektivität des Ansatzes betont.
Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?
Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind: Maut-2.0-Desaster, Übergabe von Daten und Geld nach Israel, kein Schutz durch den Cyberdome, keine Installation von Patches, keine Verbesserung von Firewalls, Vermischung von Geheimdienstlogik und ziviler IT-Sicherheit, ungeklärter Zweck und Schutz des Cyberdome, Notwendigkeit von Updates und Mails prüfen, viele Unternehmen sind noch lange nicht am Ziel in Cybersicherheit.
Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel wird die Stellungnahme von Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, zitiert. Er kritisiert die Pläne des Bundesinnenministeriums für den "Cyberdome" und bezeichnet das Projekt als "Maut-2.0-Desaster", wobei er betont, dass es lediglich ein „schönes Dashboard“ und keinen echten Schutz bieten werde. Atug warnt, dass der Cyberdome keine wirksamen Sicherheitsmaßnahmen implementiere und weitaus gefährlicher sei, als es den Anschein erwecke.
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