Gabriel warnt vor "zweitem Versailles"

Gabriel warnt vor "zweitem Versailles"

Berlin () – Der frühere Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Europäer dazu aufgerufen, alles dafür zu tun, um den 28-Punkte-Plan der USA für die Ukraine zu verändern.

„Auch wenn die Hoffnung auf Erfolg sehr gering ist: Die Europäer müssen alles daransetzen, die USA doch noch zu einer Änderung dieses Diktatfriedens zu bewegen“, sagte Gabriel dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). „Der Ukraine und Europa droht sonst ein zweites Versailles und der Verlust seiner inneren und äußeren Stabilität.“

Die der von US-Präsident Donald Trump hätte „sehr weitreichende Konsequenzen für uns Europäer“, sagte der Vorsitzende der Atlantik-Brücke. „Der Plan kommt einem Verrat an allem gleich, was bislang unser transatlantisches Verhältnis ausgemacht hat“, so Gabriel. Sollte der sogenannte 28 Punkte-Plan Realität werden, dürfe sich „niemand mehr Illusionen über das Verhältnis der USA zu Europa“ haben. „Die Vereinigten Staaten sind dann nicht mehr unser Bündnispartner, sondern verbünden sich mit Europas ärgstem Feind“, sagte der frühere SPD-Vorsitzende. „Dann können und dürfen wir uns nicht mehr auf den Beistand der USA im Falle einer russischen Aggression verlassen.“

Europa sei dann auf sich allein gestellt und müsse umso entschiedener seine wirtschaftliche Kraft erneuern und seine militärischen Fähigkeiten ausbauen, sagte Gabriel: „Niemand darf sich darauf verlassen, dass die bislang so erfolgreiche transatlantische Werte- und Interessengemeinschaft jemals wiederbelebt werden kann.“ Denn das bleibe voraussichtlich auf längere Zeit „eine völlig offene Frage“.

Der Transatlantikkoordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), rief ebenfalls die Europäer dazu auf, sich für ihre und die Interessen der Ukraine einzusetzen. „Mich hat es nicht überrascht, dass jetzt erneut ein Papier auf den Tisch kommt, das viele Forderungen Russlands aufnimmt“, sagte Hakverdi dem „Tagesspiegel“. „Wir müssen jetzt als Europäer gemeinsam alles dafür tun, dass die Interessen der Ukraine und unsere europäischen Sicherheitsinteressen nicht über unsere Köpfe hinweg verhandelt werden. Der Druck auf Russland muss erhöht werden, nicht der auf die Ukraine.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Sigmar Gabriel (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?

Sigmar Gabriel, SPD, USA, Atlantik-Brücke, Donald Trump, Tagesspiegel, Russland, Metin Hakverdi, Bundesregierung, Europa, Ukraine.

Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?

Nicht erwähnt

An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?

Berlin, Europa

Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?

Sigmar Gabriel fordert die Europäer auf, den US-28-Punkte-Plan für die Ukraine zu ändern, um Stabilität und gemeinsame transatlantische Werte zu bewahren, da dessen Umsetzung die europäische Sicherheit gefährden und die USA als Bündnispartner ersetzen könnte.

Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?

Der Auslöser für das beschriebene Ereignis ist die Besorgnis über den 28-Punkte-Plan der USA für die Ukraine, der als potenzieller "Diktatfrieden" von Sigmar Gabriel kritisiert wird. Er warnt, dass dieser Plan die europäisch-amerikanischen Beziehungen und die Sicherheit Europas gefährden könnte und ruft die Europäer dazu auf, sich aktiv gegen die Umsetzung des Plans einzusetzen, um ihre Interessen und die der Ukraine zu verteidigen.

Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?

Im Artikel äußern Sigmar Gabriel und Metin Hakverdi, dass die Europäer alles daran setzen müssen, den US-28-Punkte-Plan zur Ukraine zu ändern, um ihre Sicherheitsinteressen und die der Ukraine zu wahren. Gabriel warnt vor weitreichenden negativen Konsequenzen und fordert ein verstärktes eigenständiges Engagement Europas, während Hakverdi den Druck auf Russland erhöhen möchte, anstatt die Ukraine zu belasten.

Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?

Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: Verlust der inneren und äußeren Stabilität, Verrat an transatlantischen Beziehungen, Illusionen über das USA-Europa-Verhältnis, kein Beistand der USA bei russischer Aggression, Europa ist auf sich allein gestellt, Notwendigkeit zur Erneuerung wirtschaftlicher Kraft, Notwendigkeit zum Ausbau militärischer Fähigkeiten, ungewisse Wiederbelebung der transatlantischen Werte- und Interessengemeinschaft.

Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Sigmar Gabriel zitiert. Er fordert die Europäer auf, alles zu tun, um den 28-Punkte-Plan der USA für die Ukraine zu ändern, da er ansonsten eine Bedrohung für die Stabilität Europas und der Ukraine sehe. Gabriel betont, dass der Plan einem Verrat an den transatlantischen Beziehungen gleichkomme und die Europäer auf sich allein gestellt wären, wenn dieser Realität wird.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur
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