Hubig warnt vor "politischer Einflussnahme" auf EGMR

Hubig warnt vor "politischer Einflussnahme" auf EGMR

Berlin () – Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) warnt davor, politischen Einfluss auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zu nehmen, um eine härtere Migrationspolitik durchzusetzen. Der EGMR wacht über die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK).

„Wenn wir uns selbst treu bleiben wollen, wenn wir ein Kontinent der Freiheit und der Grundrechte bleiben wollen, dann müssen wir gerade auch die Unabhängigkeit des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte achten“, sagte Hubig der „Welt“ und dem Magazin Politico kurz vor einer informellen Ministerkonferenz am Sitz des Europarates in Straßburg, bei der die Minister „Fragen im Zusammenhang mit und der europäischen Menschenrechtskonvention“ erörtern wollen.

„Denn eine unabhängige Justiz ist ein elementarer Bestandteil eines wirksamen Menschenrechtsschutzes“, sagte Hubig weiter. Grundrechte garantierten nur dann Freiheit und Gleichheit, wenn am Ende nicht Regierungen darüber entscheiden, was sie bedeuten, sondern unabhängige Richter.

In diesem Sinne erhoffe sie sich von dem Treffen in Straßburg ein klares Signal: Die Justizminister des Europarats stehen hinter dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Sie bekräftigen, dass Richter frei von politischer Einflussnahme entscheiden können müssen – auch und gerade die Richter des EGMR. „Die Unabhängigkeit des Gerichtshofs ist nicht verhandelbar.“

Das informelle Treffen geht auf Initiative des Generalsekretärs des Europarates, Alain Berset, zurück. In den letzten seien Migrationsfragen in vielen Mitgliedstaaten des Europarates Gegenstand intensiver politischer Debatten geworden, teilte sein Büro im Vorfeld des Ministertreffens mit. Dabei gehe es auch um das Verhältnis zwischen der Konvention und nationalen Migrationskontrollmaßnahmen. Ziel der Veranstaltung sei es, „diese Diskussionen in den Rahmen des Europarates zu integrieren“.

Im Mai hatten neun europäische Staaten die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Migrationsfragen kritisiert und zu einer Debatte über die Auslegung der Europäischen Menschenrechtskonvention aufgerufen.

Man müsse darüber sprechen, ob das Gericht in einigen Fällen den Anwendungsbereich der Konvention „zu weit“ ausgedehnt und damit das Gleichgewicht zwischen den zu schützenden Interessen verschoben habe, hieß es in einem Brief der neun Staaten, zu denen unter anderem Italien und Dänemark gehören. Man habe etwa Fälle gesehen, bei denen das Gericht Möglichkeiten der Staaten, zu entscheiden, wen sie aus ihrem Hoheitsgebiet abschieben, zu stark eingeschränkt habe.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: EGMR (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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Hier sind die genannten Organisationen, Parteien und Institutionen:

Bundesjustizministerium, Stefanie Hubig, SPD, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), Welt, Politico, Europarat, Alain Berset, Italien, Dänemark.

Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?

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An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Straßburg.

Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig warnt vor politischem Einfluss auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), um die Unabhängigkeit und den Schutz der Grundrechte zu wahren, insbesondere im Kontext der Migration.

Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?

Der Auslöser für die Warnung von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig vor politischem Einfluss auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sind intensive politische Debatten über Migrationsfragen in mehreren europäischen Ländern, die die Unabhängigkeit des Gerichts und die Auslegung der Europäischen Menschenrechtskonvention betreffen. Neun europäische Staaten, darunter Italien und Dänemark, hatten die Rechtsprechung des EGMR kritisiert und gefordert, die Grenzen des Gerichtes in Bezug auf nationale Migrationskontrollmaßnahmen zu klären.

Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) warnt vor politischem Einfluss auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und betont die Notwendigkeit der richterlichen Unabhängigkeit, insbesondere in Migrationsfragen. Ihr Appell, die Unabhängigkeit des EGMR zu respektieren, fällt in einen Kontext, in dem neun europäische Staaten kritische Debatten über die Rechtsprechung des Gerichts in Bezug auf Migration angestoßen haben.

Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?

Die im Artikel genannten Folgen oder Konsequenzen sind:

politischer Einfluss auf den EGMR, stärkere Migrationspolitik, Gefährdung der Unabhängigkeit des EGMR, Einschränkung der Möglichkeiten der Staaten bei Abschiebungen, Verschiebung des Gleichgewichts zwischen zu schützenden Interessen, verhandelbare Unabhängigkeit des Gerichtshofs.

Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) zitiert. Sie warnt davor, politischen Einfluss auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zu nehmen, da die Unabhängigkeit des Gerichtshofs essenziell für den Schutz der Menschenrechte ist. Hubig betont, dass eine unabhängige Justiz entscheidend für Freiheit und Gleichheit sei.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur