Linke drängt auf UN-Blauhelm-Einsatz in Ukraine

Linke drängt auf UN-Blauhelm-Einsatz in Ukraine

Berlin () – Nach dem Ukraine-Gipfel in Berlin stellt sich Linken-Chef Jan van Aken gegen einen möglichen Einsatz europäischer Armeen zur etwaigen Friedenssicherung in der Ukraine – und fordert eine UN-Blauhelm-Mission.

„Die Stationierung europäischer Truppen in der Ukraine birgt die große Gefahr einer Eskalation, die dann niemand mehr kontrollieren kann“, sagte van Aken der „Welt“. „`Sicherung des Luftraums` hört sich harmlos an, aber was passiert denn, wenn ein russisches Flugzeug in den ukrainischen Luftraum eindringt? Wird es dann von Nato-Soldaten abgeschossen?“, fragte van Aken. „Dann sind wir unmittelbar im mit Russland. Dieses Risiko ist unkalkulierbar.“

In Berlin wurde zum Wochenbeginn über einen Friedensschluss zwischen der überfallenen Ukraine und Russland diskutiert. Hierfür waren unter anderem der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Spitzenpolitiker mehrerer europäischer Staaten in Berlin. Die europäischen Staats- und Regierungschefs, darunter Friedrich Merz (CDU), boten in einem Abschlussdokument an, eine Schutztruppe zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands zusammenzustellen.

Es stehe außer Frage, so van Aken, dass die Ukraine nach einem Friedensschluss „harte Sicherheitsgarantien“ brauche. „Doch der Beschluss des Berliner Gipfels zu robusten Sicherheitsgarantien für die Ukraine ist hochgefährlich.“ Der Linken-Chef schlägt eine internationale Alternative vor. „Eine wirkliche Sicherheitsgarantie ohne Eskalationsgefahr kann nur eine neutrale Blauhelmtruppe geben, beschlossen vom UN-Sicherheitsrat“, so van Aken. „Dafür braucht es die Zustimmung Russlands – daran wird es auch nicht scheitern, wenn die Blauhelme Teil eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine sind.“

Hierfür müsse auf eine Beteiligung Chinas, ein Verbündeter Russlands, gesetzt werden. „Wenn ein Teil der Blauhelme von chinesischen Truppen gestellt wird, dann ist das eine sehr robuste Sicherheitsgarantie für die Ukraine, denn es ist kaum vorstellbar, dass Russland auf chinesischen Soldaten schießen wird“, so van Aken.

Auch eine mögliche Sicherung des Waffenstillstands unter Führung der USA unter Präsident Donald Trump hält van Aken für „viel zu kurz gedacht“. „Eine dauerhafte und tragfähige Überwachung eines Waffenstillstands kann nur ein neutraler Akteur durchführen“, sagte er. „Die Überwachung durch einen einseitigen Akteur wie den USA, der offensichtlich wirtschaftliche Eigeninteressen in der Region hat, wird schnell zu Misstrauen und gegenseitigen Vorwürfen führen – das ist das Gegenteil von Stabilität und Sicherheit.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Vereinte Nationen (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?

Vereinte Nationen, Linke, Jan van Aken, NATO, Russland, USA, Donald Trump, China, CDU, Wolodymyr Selenskyj, Steve Witkoff

Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?

Nicht erwähnt

An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:

Berlin

Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?

Linken-Chef Jan van Aken lehnt den Einsatz europäischer Armeen in der Ukraine ab, warnt vor einer möglichen Eskalation und schlägt stattdessen eine UN-Blauhelm-Mission vor, um Sicherheit nach einem möglichen Friedensschluss zu gewährleisten.

Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?

Der Hintergrund für das beschriebene Ereignis ist der Ukraine-Gipfel in Berlin, bei dem über einen möglichen Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland diskutiert wurde. Jan van Aken, der Chef der Linken, äußerte Bedenken gegen den Einsatz europäischer Truppen zur Friedenssicherung und forderte stattdessen eine UN-Blauhelm-Mission, um Eskalationen und Risiken eines direkten Konflikts mit Russland zu vermeiden.

Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?

Im Artikel äußert der Linken-Chef Jan van Aken Bedenken gegen den Einsatz europäischer Truppen zur Friedenssicherung in der Ukraine und plädiert stattdessen für eine UN-Blauhelm-Mission. Er warnt vor einer Eskalation, die durch militärische Präsenz entstehen könnte, und schlägt vor, dass internationale Blauhelmtruppen, möglicherweise mit Beteiligung chinesischer Soldaten, eine stabile Sicherheitsgarantie bieten könnten.

Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?

Hier sind die genannten Folgen oder Konsequenzen im Artikel:

Eskalation, unkalkulierbares Risiko eines Krieges mit Russland, hohe Gefährdung durch robuste Sicherheitsgarantien, Notwendigkeit eines neutralen Akteurs zur Überwachung des Waffenstillstands, Misstrauen und gegenseitige Vorwürfe durch einseitige Akteure.

Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Linken-Chef Jan van Aken zitiert. Er äußert Bedenken gegen einen möglichen Einsatz europäischer Truppen zur Friedenssicherung in der Ukraine und fordert stattdessen eine UN-Blauhelm-Mission. Van Aken warnt, dass eine Stationierung europäischer Truppen die Gefahr einer unkontrollierbaren Eskalation birgt und schlägt vor, dass eine neutrale Blauhelmtruppe die Sicherheitsgarantien bieten sollte, um Konflikte zu vermeiden.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur