Minusgrade: VDI-Expertentipps für Heizungs- und Wasserleitungen / Hohe Sanierungskosten vermeiden

Minusgrade: VDI-Expertentipps für Heizungs- und Wasserleitungen / Hohe Sanierungskosten vermeiden

Düsseldorf:

Hohe Sanierungskosten vermeiden

Im Kontext des Stromausfalls in und der Kältewelle in , warnt der VDI vor Schäden durch einfrierende Heizungs- und Trinkwasserleitungen. Gefährdet sind dabei nicht nur technische Anlagen, sondern vor allem Häuser und Wohnungen von Privatpersonen: Wenn Wasser z.B. aufgrund eines Stromausfalls oder von längerer Abwesenheit der Bewohnenden in Leitungen steht und gefriert, dehnt es sich aus und kann Rohre zum Bersten bringen. Der VDI gibt Betroffenen Tipps.

Trinkwasser-Experte Thomas Wollstein von der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (https://www.vdi.de/netzwerke-community/vdi-fachgesellschaften/vdi-gesellschaft-bauen-und-gebaeudetechnik/fb-technische-gebaeudeausruestung) erklärt: „Frostschäden an Heizungs- und Trinkwasserleitungen zeigen sich oft erst, wenn die Kälteperiode vorbei ist und das Eis wieder auftaut. Wer jetzt nicht vorsorgt und später nicht aufmerksam ist, riskiert, Wasserschäden zu spät zu bemerken, und damit unnötig hohe Sanierungskosten.“

Bei einem großflächigen Stromausfall wie beispielsweise in den vergangenen Tagen in Teilen Berlins fallen die Heizung und die Trinkwasserversorgung aus. Das führt dazu, dass Gebäude auskühlen und das in den Leitungen stehende Wasser gefrieren kann. Das in den Leitungen stehende Wasser dehnt sich dabei aus und die Rohre reißen. Das bleibt zunächst unbemerkt, weil kein Wasser austritt, solange der Frost anhält. Beim Wiederauftauen können dann schwere Wasserschäden auftreten.

Empfehlungen für Eigentümer, Betroffene und Fachbetriebe

Wollstein empfiehlt: „Wenn Sie absehen können, dass Ihr Haus während einer Frostperiode nicht beheizt und kein Trinkwasser entnommen wird, informieren Sie unverzüglich Ihren Sachversicherer und halten sich an ein von ihm vorgegebenes Vorgehen. Weiter empfiehlt es sich, die Trinkwasserinstallation abzusperren. Das verhindert möglicherweise nicht den Rohrbruch, begrenzt jedoch die austretende Wassermenge. Wenn möglich, sollten die Leitungen entleert werden. Bei Wiederinbetriebnahme muss die Trinkwasserinstallation gespült werden.“

Hilfreich ist es, auch Keller- und Nebenraumfenster geschlossen zu halten, da offene Fenster die Auskühlung beschleunigen. Außerdem sollten regelmäßig Sichtkontrollen auf Feuchteschäden oder erkennbare Leitungsschäden stattfinden, besonders nach dem Ende der Frostperiode. Wollstein erklärt: „Dämmmaßnahmen verlängern die Zeit bis zum Einfrieren. Rohrbegleitheizungen können es verhindern – solange sie mit Strom versorgt werden.“ Für die fachgerechte Außerbetriebnahme und Wiederinbetriebnahme von Trinkwasserinstallationen verweist der VDI auf die Expertenempfehlung VDI/DVQST-EE 3810 Blatt 2.1 „Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen; Trinkwasser-Installationen; Außerbetriebnahme und Wiederinbetriebnahme“. (https://www.vdi.de/mitgliedschaft/vdi-richtlinien/details/vdidvqst-ee-3810-blatt-21-betreiben-und-instandhalten-von-gebaeuden-und-gebaeudetechnischen-anlagen-trinkwasser-installationen-ausserbetriebnahme-und-wiederinbetriebnahme)

Bei Verdacht auf eingefrorene Leitungen sollte der Hauptabsperrhahn geschlossen und Entnahmestellen (z. B. Wasserhähne) geöffnet werden, damit der Überdruck in den Leitungen kontrolliert abgebaut werden kann. Zudem warnt der VDI-Experte davor, Leitungen in Eigenregie mit offener Flamme oder Heißluftgeräten aufzutauen. Vielmehr sollte ein Fachinstallationsbetrieb hinzugezogen werden. Fachleuten empfiehlt der VDI für die Vorsorge gegen Einfrieren in der Planung frostgefährdeter Leitungen die Richtlinie VDI 2069 (https://www.vdi.de/mitgliedschaft/vdi-richtlinien/details/vdi-2069-verhindern-des-einfrierens-von-wasser-fuehrenden-leitungen) „Verhinderung des Einfrierens von Wasser führenden Leitungen“ zu berücksichtigen.

Siehe auch:  Bunter Botschafter der Tropen: Pfeilgiftfrosch wird Heimtier des Jahres 2026

Fachlicher Ansprechpartner:

Dipl.-Phys. Thomas Wollstein

Fachbereich Facility Management (https://www.vdi.de/netzwerke-community/vdi-fachgesellschaften/vdi-gesellschaft-bauen-und-gebaeudetechnik/facility-management)

VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik

Telefon: +49 211 6214-500

E-Mail: wollstein@vdi.de

Ihre Ansprechpartnerin in der VDI-Pressestelle:

Sarah Janczura

Pressesprecherin

Telefon: +49 211 6214-641

E-Mail: @vdi.de

Kontakt

Newsroom: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.

Quellenangaben

Textquelle: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/16368/6193455

Häufige Fragen

Was sind die Hauptursachen für Frostschäden an Wasserleitungen?

Frostschäden entstehen, wenn Wasser in den Leitungen steht und bei Kälte gefriert, wodurch es sich ausdehnt und die Rohre zum Bersten bringen kann.

Wie kann ich mein Haus vor Frostschäden schützen?

Dämmmaßnahmen und das Schließen von Keller- und Nebenraumfenstern helfen, die Auskühlung zu verhindern. Zudem sollten Leitungen entleert und die Installation abgesperrt werden.

Was sollte ich tun, wenn ich längere Zeit nicht zu Hause bin?

Informieren Sie Ihren Sachversicherer und folgen Sie dessen Anweisungen. Es ist ratsam, die Trinkwasserinstallation abzusperren und die Leitungen zu entleeren.

Wie erkenne ich, ob meine Wasserleitungen eingefroren sind?

Ein Hinweis auf eingefrorene Leitungen kann ein plötzlicher Wassermangel oder Druckabfall im System sein. Sichtkontrollen auf Feuchteschäden sind ebenfalls wichtig.

Was ist der richtige Umgang mit eingefrorenen Leitungen?

Schließen Sie den Hauptabsperrhahn und öffnen Sie Entnahmestellen, um den abzubauen. Vermeiden Sie das Auftauen mit offenen Flammen oder Heißluftgeräten.

Wann sollte ich einen Fachmann hinzuziehen?

Bei Verdacht auf eingefrorene Leitungen oder zur fachgerechten Außerbetriebnahme und Wiederinbetriebnahme der Trinkwasserinstallation sollten Sie einen Fachinstallationsbetrieb kontaktieren.

Welche Rolle spielt die Dämmung bei Frostschutz?

Dämmmaßnahmen verlängern , bis Wasser in den Leitungen gefriert, und können somit Frostschäden vorbeugen.

Wie kann ich die Wasserversorgung nach einer Frostperiode sicher wiederherstellen?

Nach einer Frostperiode sollten Sie die Trinkwasserinstallation gründlich spülen, bevor Sie sie wieder in Betrieb nehmen.

Was sind Rohrbegleitheizungen und wie helfen sie?

Rohrbegleitheizungen verhindern das Einfrieren von Wasserleitungen, solange sie mit Strom versorgt werden.

Wo finde ich weitere Informationen zu VDI-Richtlinien?

Weitere Informationen zu den VDI-Richtlinien finden Sie auf der offiziellen VDI-Website, insbesondere zu den Richtlinien zur Verhinderung des Einfrierens von Wasser führenden Leitungen.

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