
Köln:
Trusting Khomeini, Chomeini vertrauen – so hieß ein Artikel des US-Juristen Richard Falk 1979 in der „New York Times“, kurz nach der Rückkehr des Revolutionsführers in den Iran. Selten lagen Analysten so daneben wie Falk mit seiner Prognose eines religiös duldsamen und politisch recht offenen Systems. Brutale Repression nach innen, unter anderem mit der Vertreibung fast aller Juden, und der Export von Terror nach außen – das ist nach knapp fünf Jahrzehnten die Bilanz eines Regimes, das jetzt auf der Kippe steht.
Die Vorstellung, im Iran herrsche ein bei aller Grausamkeit rationales System, trifft zwar zu. Die Herrschenden reagieren auf Druck wie zuletzt im Luftkrieg mit Israel. Sie weichen eher zurück, als sich selbst zu gefährden. Aber als Stabilitätsfaktor eignet sich das Regime, dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier noch 2020 zum Jahrestag der sogenannten Islamischen Revolution gratuliert hatte, ebenso wenig wie die befreundete Putin-Kamarilla in Russland. Oder umgekehrt: Wir sollten uns nicht einreden, beim Sturz solcher Systeme breche Chaos aus. Der Iran ist nicht Libyen oder Afghanistan. die eiserne Faust der Revolutionswächter drohe ein Bürgerkrieg zwischen ethnischen Gruppen, der sollte an die vom Regime ermordete Kurdin Jina Mahsa Amini denken. Sie ist zum Idol aller demokratiehungrigen Iraner geworden. Über alle Ethnien hinweg.
Die Achillesferse der iranischen Demokratiebewegung liegt woanders. Ein großer Teil der Demonstranten hofft ausgerechnet auf den im US-Exil lebenden Sohn des letzten Schah. Die absurd anmutende Popularität von Reza Pahlavi II. zeigt, dass es im Iran selbst nach Jahrzehnten der Diktatur an Persönlichkeiten fehlt, denen ihre Landsleute den Neuaufbau zutrauen würden. Es ist nicht gesagt, dass die Proteste diesmal Erfolg haben werden. Klar ist aber, dass es dem Regime immer weniger gelingt, die Bürgerinnen und Bürger einzuschüchtern. Man kann nur hoffen, dass Chomeini-Nachfolger Ali Chamenei und seine Entourage auch diesmal rational agieren und das Land Richtung Moskau verlassen, um ihre Haut und ihre üppigen Vermögen zu retten.
Westliche Regierungen sollten vor dem Wandel im Iran keine Angst haben, sondern ihn fördern. Und bei allen Vorbehalten gegen Starlink-Chef Elon Musk wäre es eine große Hilfe für die Opposition, ihr eine Kommunikation über das Satellitennetzwerk zu ermöglichen.
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| Newsroom: | ![]() |
| Pressekontakt: | Kölnische Rundschau Raimund Neuß Telefon: 0221/1632-555 print@kr-redaktion.de |
Quellenangaben
| Textquelle: | Kölnische Rundschau, übermittelt durch news aktuell |
| Quelle: | https://www.presseportal.de/pm/70111/6193549 |
Häufige Fragen
Was sind die Hauptursachen für die Proteste im Iran?
Die Proteste im Iran resultieren aus brutaler Repression, wirtschaftlicher Not und dem Streben nach Demokratie, insbesondere nach dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini.
Wie reagiert das iranische Regime auf den Druck der Bevölkerung?
Das Regime zeigt sich oft zurückhaltend und weicht Drucksituationen aus, um sich selbst zu schützen, was jedoch nicht bedeutet, dass es stabil bleibt.
Was ist die Rolle von Reza Pahlavi II. in der iranischen Demokratiebewegung?
Reza Pahlavi II., Sohn des letzten Schahs, wird von vielen Demonstranten als Hoffnungsträger gesehen, obwohl seine Popularität als absurd angesehen werden kann.
Warum wird der Iran nicht mit Libyen oder Afghanistan verglichen?
Der Iran hat eine andere gesellschaftliche Struktur und politische Dynamik, die einen Bürgerkrieg weniger wahrscheinlich macht, trotz der repressiven Maßnahmen des Regimes.
Wie hat sich die internationale Wahrnehmung des iranischen Regimes verändert?
Die internationale Gemeinschaft erkennt zunehmend die Brutalität des Regimes an und sieht die Notwendigkeit, den Wandel im Iran zu unterstützen.
Was könnte die westliche Unterstützung für die iranische Opposition bewirken?
Westliche Unterstützung, wie die Bereitstellung von Kommunikationsmitteln über Satellitennetzwerke, könnte die Organisation und Mobilisierung der Opposition erheblich stärken.
Welche Rolle spielt die ethnische Diversität im Iran bei den Protesten?
Die Proteste vereinen Menschen unterschiedlicher ethnischer Gruppen, was die Stärke und den Zusammenhalt der Demokratiebewegung erhöht.
Was sind die langfristigen Perspektiven für die iranische Demokratiebewegung?
Die Zukunft der Demokratiebewegung bleibt ungewiss, da es an charismatischen Führungspersönlichkeiten mangelt, die den Neuaufbau des Landes leiten könnten.
Wie hat die Geschichte des iranischen Regimes die aktuelle Situation beeinflusst?
Die jahrzehntelange Diktatur hat tiefgreifende gesellschaftliche Spaltungen und ein Misstrauen gegenüber dem Regime geschaffen, was die Proteste antreibt.
Was sind die wichtigsten Forderungen der Demonstranten im Iran?
Die Demonstranten fordern Freiheit, Menschenrechte und ein Ende der repressiven Maßnahmen des Regimes, um eine demokratische Gesellschaft zu schaffen.
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