
Brüssel () – Ökonomen und Wirtschaftsvertreter kritisieren den ab Januar geltenden Klimazoll der Europäischen Union.
„Die Motivation für dieses Instrument ist gut, aber – wie so oft – sind die Pläne noch nicht überzeugend“, schreibt der Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Felbermayr in einer bisher unveröffentlichten Untersuchung, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. Felbermayr war mehrere Jahre lang Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und ist nun Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung.
Brüssels Maßnahme ist unter dem Namen CBAM bekannt. Bei der Einfuhr bestimmter Waren aus Ländern mit lockereren Umweltvorschriften – etwa Stahl, Zement und Dünger – wird an den Grenzen der EU nun ein Aufschlag fällig. Dazu sollen europäische Unternehmen ermitteln, wie viel Kohlendioxid während der Produktion der Importe entstanden ist.
Felbermayr hält ein Instrument wie CBAM prinzipiell für nötig, um negative Effekte der europäischen CO2-Bepreisung auszugleichen. Aber er kritisiert Brüssels Ansatz. Wie viel Kohlendioxid in einem Produkt stecke, lasse sich nur schwer feststellen, schreibt er. CBAM verursache daher „erhebliche bürokratische Kosten“. Unternehmen, die etwa Stahl oder Zement außerhalb der EU einkauften, würden belastet und könnten abwandern.
Der Ökonom spricht sich daher für einen Zuschuss auf Exporte aus. Zudem schlägt er eine uniforme Abgabe auf Importe vor. Dann müssten europäische Unternehmen nicht länger Emissionen in fernen Ländern ermitteln, würden also entlastet. Eine Alternative könnte Felbermayr zufolge sein, Produzenten CO2-intensiver Güter – anders als bisher von der EU geplant – weiterhin kostenlose Zertifikate zuzuteilen. All das soll ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten.
Auch aus der Wirtschaft kommt Kritik an CBAM. „Die EU hat ihren Grenzausgleich nicht zu Ende gedacht“, sagte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, der „Welt am Sonntag“. „Viele Verarbeiter betroffener Vorprodukte sind in höchster Sorge.“ Auch der Export drohe zu leiden. „Und das alles“, klagte Kirchdörfer, „in dieser sehr schwachen Konjunktur“. Aber im Grundsatz sei ein marktwirtschaftliches Instrument in der Klimapolitik richtig.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden im Beitrag namentlich erwähnt?
Die vollständigen Namen der Personen im Artikel sind: Gabriel Felbermayr, Rainer Kirchdörfer.
Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Europäische Union, Kieler Institut für Weltwirtschaft, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Stiftung Familienunternehmen.
Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?
Nicht erwähnt
An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?
Brüssel
Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?
Ökonomen und Wirtschaftsvertreter kritisieren den ab Januar in der EU geltenden Klimazoll CBAM wegen seiner bürokratischen Komplexität und der Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen, schlagen aber alternative Maßnahmen vor, um die negativen Effekte auf die Wirtschaft abzumildern.
Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?
Der Hintergrund für das beschriebene Ereignis ist die Einführung des Klimazolls (CBAM) in der EU, der ab Januar gelten soll. Dieser zielt darauf ab, die Umweltauswirkungen von Importen aus Ländern mit weniger strengen Umweltvorschriften auszugleichen und so die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu schützen. Ökonomen kritisieren jedoch die Umsetzung und die damit verbundenen bürokratischen Herausforderungen sowie mögliche negative Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?
Im Artikel wird berichtet, dass Ökonomen und Wirtschaftsvertreter, darunter Gabriel Felbermayr, Bedenken gegenüber dem ab Januar geltenden Klimazoll (CBAM) der EU äußern. Sie kritisieren, dass die Umsetzung unklar und bürokratisch aufwendig sei, und warnen vor möglichen negativen Auswirkungen auf Unternehmen und den Export in einer ohnehin schwachen Konjunktur.
Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?
Die konsekutiven Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: erhebliche bürokratische Kosten, Belastung der Unternehmen, Abwanderung von Unternehmen, Sorgen der Verarbeiter betroffener Vorprodukte, mögliche negative Auswirkungen auf den Export, Schädigung in einer schwachen Konjunktur.
Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Gabriel Felbermayr, ein Wirtschaftswissenschaftler, äußert sich kritisch zu den Plänen der EU bezüglich des Klimazolls (CBAM): Er betont, dass die Motivation gut sei, jedoch der Ansatz unzureichend und bürokratisch belastend, was Unternehmen, die außerhalb der EU einkaufen, benachteilige. Rainer Kirchdörfer von der Stiftung Familienunternehmen ergänzt, dass die EU ihren Grenzausgleich nicht zu Ende gedacht habe und viele Verarbeiter in Sorge seien.
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