
Berlin () – Im Ringen um die Einführung des digitalen Euro durch die Europäische Zentralbank (EZB) bekommen die Kritiker des Projekts Rückenwind. Eine Umfrage des an die Frankfurter Goethe-Universität angegliederten Center for Financial Studies (CFS), über welche die „Welt“ berichtet, ergab, dass 62,3 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte aus dem Finanzsektor den digitalen Euro angesichts der Vielzahl bestehender Zahlungsinstrumente nicht für erforderlich halten.
Ähnlich fällt das Ergebnis bei der Frage nach der voraussichtlichen Akzeptanz eines digitalen Euro bei Privatkunden aus. Hier sehen zwei Drittel der Teilnehmer eher eine niedrige oder sogar sehr niedrige Akzeptanz auf Verbraucherseite. „Die Umfrage verdeutlicht, dass die Finanzindustrie dem digitalen Euro in seiner gegenwärtig angedachten Form skeptisch gegenübersteht. Die meisten gehen von einer niedrigen Akzeptanz bei den Kunden aus“, sagte Volker Brühl, Geschäftsführer des CFS der „Welt“.
Das Stimmungsbild zum Thema Datenschutz ist unter den Befragten dagegen eher ausgeglichen. Knapp die Hälfte (49,6 Prozent) hält das Risiko eines nicht vollständig zu gewährenden Datenschutzes für hoch oder sehr hoch. „Das Thema Cybersecurity ist bei digitalem Zentralbankgeld besonders kritisch. Auch wenn es 100-prozentige Sicherheit nie geben wird, muss die EZB hier bessere Antworten liefern als bislang“, so Brühl weiter.
Die Ergebnisse der von der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance geförderten Umfrage, die auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland basiert, fällt in eine entscheidende Phase des Projekts. Die Vorbereitungen für die Einführung des digitalen Euro laufen auf Hochtouren. Die EZB will ihn erstmals testweise im Jahr 2027 ausgeben.
Die EZB und andere Befürworter des Projekts wie die Deutsche Bundesbank begründen das Projekt unter anderem mit der Notwendigkeit, Europa müsse seine monetäre Souveränität wahren. Zu groß sei die Abhängigkeit von US-Kartenanbietern wie Visa oder Mastercard und den Technologieriesen, die die Infrastruktur für den elektronischen Zahlungsverkehr bereitstellen.
Vonseiten der Geschäftsbanken und Sparkassen kommt Kritik an den Plänen, überwiegend, weil sie sich um ihre Geschäftsmodelle sorgen. Es geht ihnen vielfach um das „Wie“, nicht um das „Ob“. Viele Kunden, so die Befürchtung, würden ihr Geld nach Umsetzung des Projekts dann in digitaler Form in ihrer Wallet parken anstatt auf dem Konto. So gingen ihnen wichtige Einlagen verloren.
Mit den Ergebnissen der Umfrage konfrontiert, antwortete die EZB, der digitale Euro solle sicherstellen, dass Bürger in ganz Europa auch in einer zunehmend digitalisierten Welt weiterhin Zugang zu Zentralbankgeld in digitaler Form hätten – ergänzend zu Banknoten und Münzen. Die EZB hat eine Umfrage zum Nutzerverhalten in Auftrag gegeben, um die Einstellungen der Nutzer gegenüber dem Halten eines digitalen Euro zu untersuchen. Eine Mehrheit der Befragten (66 Prozent) zeigte Interesse daran, den digitalen Euro auszuprobieren.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Euromünze (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden im Beitrag namentlich erwähnt?
Volker Brühl
Welche Institutionen, Organisationen oder Verbände kommen im Artikel vor?
Europäische Zentralbank (EZB), Frankfurter Goethe-Universität, Center for Financial Studies (CFS), Welt, Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, Deutsche Bundesbank, Visa, Mastercard.
Zu welchem Zeitpunkt hat das beschriebene Ereignis stattgefunden?
Nicht erwähnt
An welchem Ort oder in welcher Region spielt das Geschehen?
Berlin, Frankfurt
Wie lässt sich der Inhalt des Artikels in einem Satz zusammenfassen?
Eine Umfrage zeigt, dass 62,3 Prozent der Finanzexperten den digitalen Euro für unnötig halten und eine niedrige Akzeptanz bei Verbrauchern erwarten, während die EZB betont, dass das Projekt der Sicherstellung des Zugangs zu Zentralbankgeld in einer digitalisierten Welt dient.
Was war der Anlass oder Auslöser für das berichtete Ereignis?
Der Hintergrund des beschriebenen Ereignisses ist die zunehmende Diskussion um die Einführung eines digitalen Euro durch die Europäische Zentralbank (EZB). Kritiker, insbesondere aus dem Finanzsektor, äußern Bedenken hinsichtlich der Notwendigkeit und der Akzeptanz des digitalen Euro sowie der Sicherheit und des Datenschutzes. Zudem wird die Abhängigkeit von großen US-Technologieanbietern thematisiert, während Geschäftsbanken um ihre Modelle fürchten, da sie potenziellen Verlust von Einlagen befürchten.
Wie wurde auf das Ereignis durch Politik oder Öffentlichkeit reagiert?
Im Artikel wird berichtet, dass die Banken und die Finanzindustrie dem digitalen Euro skeptisch gegenüberstehen, da eine Umfrage zeigt, dass 62,3 Prozent der Fachleute ihn als nicht erforderlich ansehen und eine niedrige Akzeptanz bei Verbrauchern erwarten. Zudem äußern Geschäftsbanken Bedenken, dass das Projekt ihre Geschäftsmodelle gefährden könnte, da Kunden Geneigtheit zeigen, Gelder digital zu halten, was zu einem Verlust wichtiger Einlagen führen könnte.
Welche Folgen oder Konsequenzen werden im Beitrag thematisiert?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind:
- Skepsis der Finanzindustrie gegenüber dem digitalen Euro,
- Niedrige Akzeptanz des digitalen Euro bei Privatkunden,
- Hohe Bedenken bezüglich Datenschutz und Cybersecurity,
- Mögliche negative Auswirkungen auf Geschäftsmodelle von Banken und Sparkassen,
- Verlust wichtiger Einlagen für Banken, wenn Kunden Geld digital statt auf Konten parken.
Liegt zu dem Thema bereits eine Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Volker Brühl, dem Geschäftsführer des Center for Financial Studies (CFS), zitiert. Er hebt hervor, dass die Umfrage zeigt, dass die Finanzindustrie dem digitalen Euro in seiner gegenwärtigen Form skeptisch gegenübersteht und erwartet, dass die Akzeptanz bei den Kunden niedrig sein wird.
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