Welcher Islam?  Kommentar von Friedrich Roeingh zu Seehofers …

Zur Vollansicht bitte auf das Bild klicken!

Welcher Islam? Kommentar von Friedrich Roeingh zu Seehofers …

2 min

Mainz (ots) – Christian Wulff wird gerne falsch zitiert. Und da der ehemalige Bundespräsident inzwischen so etwas wie eine Persona non grata ist, kann er sich dagegen kaum wehren. Christian Wulff hat 2010 nicht gesagt, dass der Islam – im Gegensatz zum christlich-jüdischen Erbe – Deutschland präge. Er hat gesagt, der Islam gehöre – inzwischen – auch zu Deutschland. Das heißt nicht, dass wir die Islam-Debatte nicht führen müssten. Aber wir müssen sie ebenso redlich wie klar führen. Der Islam gehört nicht nur zu Deutschland, weil vier Millionen Muslime mit uns zusammenleben. Er gehört auch zu Deutschland, weil Religionsfreiheit ein Pfeiler unserer Verfassung ist. Ein Pfeiler, der übrigens auch dafür steht, dass der politische Islam nicht zu Deutschland gehört. Ebenso wenig wie die Unterdrückung der Frau, was wiederum nicht mit dem Tragen eines Kopftuches gleichzusetzen ist. Die Frage ist also nicht, ob der Islam – inzwischen – zu Deutschland gehört, sondern welcher Islam zu Deutschland gehört? Und die Frage ist, wie wir die vielen gemäßigten Muslime nicht vor den Kopf stoßen, und damit in die Arme der orthodoxen Islamverbände treiben. Horst Seehofer, der nicht nur Heimatminister, sondern in erster Linie Verfassungsminister ist, weiß das natürlich. Und spricht doch bewusst anders. Damit profiliert er allerdings nicht die konservativen Kräfte in der Union. Er spaltet vielmehr CDU und CSU, er spaltet die Regierung, und er stärkt die AfD. Und alles nur, um Markus Söder am Tag seiner Vereidigung als bayerischer Ministerpräsident die Schau zu stehlen? Armes Deutschland.

Quellenangaben

Textquelle:Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/65597/3893588
Newsroom:Allgemeine Zeitung Mainz
Pressekontakt:Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Leiter Newspool
Telefon: 06131/485980
online-zentral@vrm.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Von unmöglichen Tatsachen – Zum Streit über die blaue … Hagen (ots) - Es erinnert an Morgensterns "Unmögliche Tatsache". "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf" - so ähnlich argumentiert Andreas Scheuer: Er will die blaue Plakette nicht, weil diese Fahrverbote bedeute. Und die wolle er nicht. Der künftige CSU-Minister ignoriert das jüngste höchstrichterliche Urteil zu möglichen Dieselfahrverboten schlicht - so wie Palmström in Morgensterns Gedicht seinen Unfalltod. So einfach können es sich die betroffenen Städte nicht machen. Sie brauchen eine praktikable Lösung. Natürlich gibt es jenseits von Fahrverboten Möglichkeiten, die Stickstoffausstoß ...
Frauen, traut euch etwas (zu) Regensburg (ots) - Weder in Führungspositionen noch bei der Bezahlung herrscht Gleichheit zwischen Frauen und Männern. Im 21. Jahrhundert ist diese Erkenntnis zwar traurig, aber nicht neu. Deswegen sollte der Weltfrauentag nicht dazu da sein, weiter über Frauenquoten oder #metoo zu diskutieren. All diese Debatten machen das weibliche Geschlecht zum Opfer. Jetzt ist es an der Zeit, zu zeigen: Frauen sind keine Opfer. Sie trauen sich etwas zu und nehmen, was ihnen zu steht. Schon als Kleinkinder lernen Mädchen vor allem eines: brav zu sein. Nicht aufzufallen, sondern sich anzupassen. Niemanden k...
Boote für Saudi-Arabien Halle (ots) - Von Deutschland haben die Jemeniten, die zwischen den Fronten der beiden muslimischen Großmächte zerrieben werden, offensichtlich keine Hilfe zu erwarten. Im Gegenteil: Deutschland liefert den Saudis Patrouillenboote und schenkt offiziell der Versicherung Glauben, dass sie nicht für die Seeblockade verwendet werden. Das ist absurd: Saudi-Arabien ist schließlich in diesem Konflikt bereits für zahlreiche Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das Völkerrecht verantwortlich. Und wer will den Einsatz der Boote später schon kontrollieren?QuellenangabenTextquelle: Mitteldeutsche Zeitung, ...
Kommentar Zwischen den Welten = VON HOLGER MÖHLE Düsseldorf (ots) - Die Hängepartie geht weiter: Wer will Sami A.? Die Wahrheit ist: Niemand. Der Fall hängt nun zwischen den Welten, und man kann sich vorstellen, wie groß die Begeisterung in einigen Behörden ist, die nun tätig werden müssten, um Sami A. nach Deutschland zurückzuholen. Kein Gesuch aus Deutschland bedeutet: erst einmal keine Rückholung. Tunesien setzt Sami A. nun wieder auf freien Fuß und spielt den Ball damit zurück in die deutsche Hälfte, getreu der Devise: Wenn ihr wollt, müsst ihr ihn euch holen! Ansonsten: Sami A. bliebe in Tunesien, oder er könnte - und jetzt wird es bunt...
Richard Grenell – Ein Anti-Diplomat als Botschafter Straubing (ots) - Das Interview, das der Botschafter dem Portal Breitbart gegeben hat, ist ein Affront, wie er unter Freunden nur selten vorkommt. Grenell ist ein Anti-Diplomat, dem offenbar niemand gesagt hat, was genau in seiner Stellenbeschreibung steht. Oder es interessiert ihn schlechtweg nicht. Agitation und Propaganda von rechts gehören jedenfalls nicht zu seinen Aufgaben. Wenn er konservative Kräfte in Europa stärken will, die "gegen das Establishment" sind, hat er den falschen Job. Die USA würden sich auch verbitten, wenn der deutsche Botschafter in Washington offen die Demokraten unt...
Politikwende nötig Frankfurt (ots) - Es ist ein Versagen auf ganzer Linie. Wie sonst soll man es nennen, wenn über Jahrzehnte Polizei, Justiz und Geheimdienste vieler Länder in einen "Krieg gegen die Drogen" geschickt werden; wenn aufwendig der Nachschub illegaler Rauschmittel auf seinen Handelsrouten blockiert wird; wenn große Aufklärungskampagnen entwickelt werden - und am Ende der Drogenkonsum nicht abnimmt. Schlimmer: Laut UN-Weltdrogenbericht hat der Drogenhandel das höchste Ausmaß aller Zeiten erreicht. Höchste Zeit sich einzugestehen: Nicht das Angebot schafft die Nachfrage, sondern Drogen werden dahin ge...
www.presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.