Jo Groebel über Echo-Preisträger: Ihr Kalkül sind der …

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Jo Groebel über Echo-Preisträger: Ihr Kalkül sind der …

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Heilbronn (ots) – Der Medienwissenschaftler Jo Groebel unterstellt den umstrittenen Echo-Preisträgern Kollegah und Farid Bang Kalkül. Groebel sagte der „Heilbronner Stimme“ (Mittwoch): „Der Echo ist auch in der Vergangenheit immer mal wieder durch kontroverse Auftritte in die Schlagzeilen gekommen. Nach der seinerzeit prämierten rechtslastigen Gruppe ‚Freiwild‘ waren es diesmal besonders geschmacklose Rapper-Texte mit Auschwitz-Bezug.“

Groebel: „Das Problem ist vor allem ein erschreckender Mangel an politischer Bildung und historischem Wissen der Preisträger. Ihr Kalkül sind der Skandal und der Schock. Bestenfalls nicht wirkliche Hetze. Dieses Ziel haben sie erreicht. Insofern haben die völlig nachvollziehbaren Reaktionen von Campino, Klaus Voormann und weiterer Künstler den Rappern unfreiwillig sogar noch bei der Steigerung ihres Ruhms und vermutlich ihres Markterfolgs geholfen.“

Dies sei der „Preis der öffentlich geführten Debatte. Genau diese Debatte aber muss geführt werden. Sie beim Echo durch Ausladen der Skandal-Leute auszublenden, würde das Problem nicht lösen. Im Halb-Untergrund lebt die Szene ja weiter. Das zeigt sich auch darin, dass der Echo explizit Verkaufszahlen auszeichnet. Es gibt also Hunderttausende von Fans, die von der Musik und den Texten angesprochen werden. Das kann man nicht ignorieren.“

Kritik äußert der Medienpsychologe an der Moderation: „Allerdings täte man gut daran, auch bei einer solchen Glamour-Veranstaltung kompetente und gebildete Moderatoren die übrigens absehbare Krisensituation auffangen zu lassen und es nicht dem Zufall der angemessenen Worte eines Laudators zu überlassen. In der Vergangenheit haben Profis wie Gottschalk ähnliche Situationen zum Beispiel beim Fernsehpreis gemeistert. Ähnliche Fähigkeiten gibt es sehr wohl auch bei jungen Branchenleuten.“

Groebel betonte: „Dass der Echo ein Marktpreis ist und damit Publikumsgeschmack abbildet, wurde nie verhehlt. Dass sich Massengeschmack, Glitzer und dennoch auch kritische Diskussionen nicht ausschließen, zeigt gerade die lange Geschichte von Rock und Populärmusik.“ Die Antwort auf „auch in Zukunft zu erwartende Grenzüberschreitungen ist daher nicht die Abschaffung dieses Preises. Allerdings ein besseres Krisenmanagement im Vorfeld für das, was sich schon abgezeichnet hatte. Und im gleichen Atemzug die souveränen Moderatoren, die dann sogar bestenfalls mehr Wissen über die dumpf und plump eingesetzten und verharmlosten Schreckensgeschehnisse wie Auschwitz vermitteln können.“

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