Senioren auf dem Land
nicht vergessen  Kommentar Von Thomas …

Zur Vollansicht bitte auf das Bild klicken!

Senioren auf dem Land nicht vergessen Kommentar Von Thomas …

3 min

Düsseldorf (ots) – NRW gibt sich Mühe, die Infrastruktur auf dem Land zu modernisieren. Bessere Straßen, Wirtschafts-Fördergelder und schnelleres Internet sollen verhindern, dass die Unternehmen abwandern und mit ihnen die Gutverdiener, die für Kaufkraft vor Ort sorgen. Gut so. Aber die Förderung der ländlichen Räume darf sich nicht auf wirtschaftsrelevante Projekte beschränken. Auch auf dem Land wollen die Menschen nicht nur arbeiten. Sie brauchen soziale Strukturen, die gerade abseits der Städte Voraussetzung für Gemeinschaftsgefühl und regionale Identifikation sind. Der aktivere Teil der ländlichen Bevölkerung engagiert sich deshalb gerne in Vereinen, im Brauchtum, im Ehrenamt oder in politischen Initiativen. Dazwischen wächst kaum beachtet die Zahl der Alten, die zu betagt und zu gebrechlich sind, um aus eigener Kraft Anschluss zu halten. Über eine Million Menschen in NRW sind heute schon über 80. Mehr als die Hälfte von ihnen lebt allein, und ein Drittel ist pflegebedürftig. Im Schnitt haben sie monatlich 1480 Euro zum Leben. Oft sind die Kinder längst fortgezogen, ist der Lebenspartner, sind ihre Freunde schon lange verstorben. Viele Alte ziehen sich zurück in ihre Einsamkeit und werden dadurch unsichtbar. Für das Leben im Dorf, aber auch für die Politik. Die wachsende Zahl der einsamen Alten auf dem Land, die nicht mal eben wie ihre Altersgenossen in der Stadt zum Tanztee oder ins Theater gehen können, ist die soziale Kehrseite der steigenden Lebenserwartung. Der Einsatz von Gemeindeschwestern, den die Seniorenunion vorschlägt, wäre eine Antwort: eine gute Seele, die regelmäßig vorbeischaut. Die nicht nur medizinisches und pflegerisches Geschick mitbringt, sondern vielleicht auch mal ein bisschen Zeit. Ein offenes Ohr für die, denen nur noch wenige zuhören. Und offene Augen für einen Alten-Haushalt, der sonst vielleicht unbemerkt aus den Fugen gerät. Landesregierung, Kommunen und Ärzteverbände sind aufgeschlossen. Nur bei der Frage der Finanzierung verweist jeder auf den anderen. Das ist kleinlich. Die niedrigen einstelligen Millionenbeträge, die Hessen und Rheinland-Pfalz jährlich in nachweislich erfolgreiche Modellprojekte investieren, sollte sich NRW auch leisten können. Ein Feldversuch wäre zumindest mal ein Anfang. Es ist ein Gebot des Anstandes, auch Alten das Leben in ihrer vertrauten Heimat zu ermöglichen. Die Landarzt-Quote, mit der Gesundheitsminister Laumann die medizinische Versorgung in der Fläche sichern will, ist richtig. Gemeindeschwestern wären dazu die ideale Ergänzung. Und günstiger als Landärzte sind Gemeindeschwestern allemal.

Quellenangaben

Textquelle:Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/30621/4031808
Newsroom:Rheinische Post
Pressekontakt:Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Das könnte Sie auch interessieren:

Pressestimme zum 1. Mai Frankfurt (ots) - Die Frankfurter Rundschau schreibt zu den Maikundgebungen: Die Forderung, die Arbeitswelt stärker an den Beschäftigten zu orientieren und weniger einseitig an Profit-Interessen, ist so aktuell wie eh und je. Die Rednerinnen und Redner haben die Stichworte genannt: Tarifflucht, mangelnde Mitbestimmung, Risiken einer unregulierten Digitalisierung, fehlende Investitionen in die Daseinsvorsorge. Dazu die Warnung vor dem giftigen Versprechen vom rechten Rand, in einem ethnisch homogenen Deutschland werde es schon für alle reichen. Und sie haben Vorschläge gemacht, wie die soziale ...
Deutschland lehnt immer mehr Visa-Anträge ab Düsseldorf (ots) - Deutschland hat 2017 deutlich mehr Ausländern ein Visum verwehrt als in den Jahren zuvor. Lag die Ablehnungsquote 2015 noch bei 6,1 und 2016 bei 6,7 Prozent, erhöhte sie sich im vorigen Jahr auf 8,5 Prozent (205.000 Anträge). Das geht aus der Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe) vorliegt. Die Gesamtzahl der erteilten Visa erhöhte sich dennoch im selben Zeitraum: von 2,1 Millionen im Jahr 2016 auf zuletzt 2,4 Millionen. Das zeigt, dass sich der Trend zu mehr Visa-An...
Mangelhafte Planung – Zur Personalstärke der Polizei in NRW Hagen (ots) - Das subjektive Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung wächst. Die Gründe sind vielfältig und nicht immer fundiert. Dass das NRW-Innenministerium nun ziemlich flächendeckend Polizeibeamte aus dem Alltagsgeschäft abzieht, um für Großeinsätze besser gewappnet zu sein, erscheint dem Außenstehenden wie Ausdruck von Hilflosigkeit, ein Fehlversuch angesichts chronisch knapper Personalausstattung in den Polizeistationen. Von der sind am Ende nicht nur Bürgerinnen und Bürger betroffen, die ihren Schutzmann an der Ecke nur noch selten oder gar nicht mehr zu Gesicht bekommen. Diese Personal...
Unterhaltsvorschuss Zahl der Empfänger ist in Sachsen-Anhalt … Halle (ots) - Halle. Die Zahl der Kinder, für die der Staat Unterhaltsvorschuss zahlt, ist seit einer Neuregelung des Gesetzes vor einem Jahr in Sachsen-Anhalt überdurchschnittlich stark gestiegen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Dienstag-Ausgabe). So bekommen hierzulande inzwischen fast doppelt so viele Kinder Unterhalt wie noch im Juni 2017. Bundesweit stieg die Zahl im selben Zeitraum um 72 Prozent. Unterhaltsvorschuss soll nach Angaben des Sozialministeriums alleinerziehende Mütter oder Väter entlasten, deren Ex-Partner für die gemeinsamen Kinder keinen Unte...
121. Deutscher Ärztetag: Zusammenfassung … Berlin (ots) - Erfurt, 11.05.2018 - Terminservicestellen sind der falsche Weg, um Wartezeiten auf Arzttermine zu verkürzen. Das betonte der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt. Mit ihren unangemessen hohen Kosten entzögen diese Verwaltungsstellen im Gegenteil dem Gesundheitssystem Mittel, die dann für die Versorgung fehlten. Heute seien bei den Vertragsärzten Arbeitszeiten von 50 Wochenstunden und mehr die Regel. Die politische Vorstellung, diese durch ein Gesetz verlängern zu wollen, sei populistisch und besonders unter Budgetbedingungen ungeeignet und realitätsfremd. Die Abgeordneten wiesen da...
Zahl der Nachtflüge steigt auf Rekordstand von über 215.000 Düsseldorf (ots) - Die Zahl der Nachtflüge in Deutschland hat 2017 einen neuen Rekordstand erreicht. An den 16 internationalen deutschen Verkehrsflughäfen stieg die Zahl der Starts und Landungen auf 215.843. Das waren rund 14.000 mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag) vorliegt. Zehn Jahre zuvor hatte die Zahl der Nachtflüge demnach mit 193.434 noch unter der 200.000-Marke gelegen. Die Regierung beruft sich in dem Papier auf Daten der Deutschen Flugsicher...
www.presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.