Die Rache des Hurrikans
Von Thomas Spang

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Die Rache des Hurrikans Von Thomas Spang

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Regensburg (ots) – Hurrikans gehören zum Leben an der Ostküste, wie die Flächenbrände zum Westen der USA. Doch beides hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Neu ist die zunehmende Häufigkeit, größere Ausdehnung und Intensität dieser Ereignisse. Der wahrscheinlichste Grund dafür liegt auf der Hand: Der von Menschen mitverursachte Klimawandel. Hurrikan „Florence“ bietet sich als Musterbeispiel an. Der Wirbelsturm formierte sich rapide zu einem tausend Kilometer breiten Moloch der Kategorie 4 über dem Atlantik. Die durch die Erderwärmung deutlich gestiegenen Temperaturen des Meereswassers lieferten „Florence“ den Treibstoff. Kurz vor dem Auftreffen auf das amerikanische Festland verlangsamte sich „Florence“ extrem und schwächte in den Windstärken ab. Dieses Phänomen war bereits bei früheren Hurrikans zu beobachten, allen voran „Katrina“ und „Harvey“. In der Konsequenz bringt das tagelangen Starkregen, der zu massiven Überschwemmungen führt. Über die kommenden Tage schüttet „Florence“ die unglaubliche Menge des Wasservolumens des Bodensees über den Carolinas ab. Verbunden mit dem realen Anstieg der Meeresspiegel, flachen Küstengewässern und ungebremsten Wachstum der Bevölkerung in Strandnähe ergibt sich daraus eine Gefährdung, die eigentlich nicht ignoriert werden kann. Doch genau das geschieht in den USA derzeit im großen Stil. Verschärft wird die Situation durch die hemmungslose Besiedlung der Küstenregionen. Wider aller Vernunft wuchs die Bevölkerung dort in den vergangenen 20 Jahren um die Hälfte an. Müssten die Menschen ihre Häuser und Wohnungen selber zu dem tatsächlichen Risiko versichern, wären ihre Policen unbezahlbar. Dank der staatlichen Flutversicherung muss die Gemeinschaft der Steuerzahler für die unvernünftigen Entscheidungen einzelner berappen. Dass die Besitzer teuerer Feriendomizile auf den Outer Banks und andernorts ihre Risiken auf die Allgemeinheit abwälzen können, ist ungeheuerlich. Doch der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopfe her. Und dort setzte der „Klima-Verleugner-in-Chief“ Donald Trump bereits früh in seiner Amtszeit ein bedenkliches Signal. Er führte die USA aus dem Pariser Klimavertrag. Wenn die Katastrophe, wie im vergangenen Jahr in Puerto Rico eintritt, bestreitet Trump Fakten. Die 3000 Toten von Hurrikan „Maria“ seien eine Erfindung der Demokraten, um ihn schlecht aussehen zu lassen. Sprachlos macht auch die Anordnung des Gouverneurs an die Behörden Floridas, die Worte „globale Erwärmung“ nicht zu gebrauchen. Und in Nord Carolina dürfen Bedienstete des Bundesstaates ihre Entscheidungen per Gesetz nicht auf Erkenntnisse der Klimaforschung stützen. Das Ergebnis, zu dem diese Kombination aus Ideologie, Profitgier und schlichter Dummheit führt, macht „Florence“ erneut vor aller Augen sichtbar. Der einzige Weg, diesen Wahnsinn zu stoppen, führt durch das Portemonnaie. Nur wenn die Verursacher der Emissionen – von der fossilen Verbrennung bis hin zur Massentierhaltung – an den Kosten für die Folgen ihres Tuns beteiligt werden, kann sich etwas ändern. Kurzfristig helfen könnte an den Küsten auch, wenn Washington die Subventionierung der Flutversicherung einstellte und die Küstenbewohner auf diesem Weg über steigende Prämien für ihre Policen zur Vorsicht zwänge. Leider dürfte sich beides im Amerika Donald Trumps als Illusion erweisen. So werden Extremwetter-Ereignisse wie „Florence“ oder die Trockenheit mit ihren Flächenbränden in Kalifornien immer mehr zu einer Normalität, die noch viele Menschenleben und Milliarden an Steuergeldern kosten werden.

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