Tegel länger offen lassen

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Tegel länger offen lassen

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Berlin (ots) – Soll der altehrwürdige Flughafen Tegel offen bleiben – oder nach der BER-Inbetriebnahme endlich geschlossen werden? Diese Frage sorgt seit Jahren für Streit in Berlin – und darüber hinaus. Doch zumindest bei den Fluggesellschaften – mit Ausnahme von Ryanair – war das Votum zu Tegel bislang eindeutig: Der einst so moderne Innenstadt-Flughafen ist hoffnungslos überlastet und technisch völlig überaltert. Die Bundeshauptstadt braucht einen neuen Airport mit moderner Technik und vor allem besserer Nahverkehrsanbindung.

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Dass ausgerechnet Lufthansa-Chef Carsten Spohr jetzt öffentlich eine Kehrtwende macht und anregt, die Frage eines Weiterbetriebs von Tegel neu zu prüfen, ist bemerkenswert und sollte von Berlins Politikern nicht voreilig vom Tisch gewischt werden. Spohr ist Chef von Europas größter Airline-Gruppe, die in einem harten weltweiten Wettbewerb steht. Spohr weiß, wie wichtig es ist, eine leistungsfähige Infrastruktur zu haben. Gerade im Vorjahr mussten Kunden der Lufthansa eine bislang einmalige Anzahl von Flugausfällen und Verspätungen erleben. Auch weil Flughäfen wie Tegel die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit inzwischen überschritten haben.

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Nun wachsen die Zweifel, dass der Mitte der 90er-Jahre konzipierte BER bei seiner Eröffnung – nun vielleicht – im Oktober 2020 die für den Berliner Luftverkehr ausreichenden Kapazitäten haben wird. Fast 35 Millionen Menschen sind bereits im Vorjahr von und nach Berlin geflogen, das neue BER-Terminal ist gerade einmal für 22 Millionen Fluggäste im Jahr ausgelegt. Schon vor Jahren ist die Politik daher stillschweigend vom viel zitierten Konsensbeschluss zum BER abgerückt, der auch besagt, dass Schönefeld-Alt geschlossen wird. Die Abfertigungsgebäude aus DDR-Zeiten werden noch viele Jahre in Betrieb bleiben. Warum also jetzt nicht noch einmal in Ruhe darüber nachdenken, Tegel – mit klaren Flugzeit-Einschränkungen – länger zu nutzen?

Quellenangaben

Textquelle:BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/53614/4168127
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