Konzerne zahlen zu wenig Steuern
Die Abwärtsspirale stoppen
Tim …

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Konzerne zahlen zu wenig Steuern Die Abwärtsspirale stoppen Tim …

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Bielefeld (ots) – In der Bevölkerung hält sich hartnäckig die Ansicht, das Ausfüllen der Steuererklärung sei kompliziert. Dabei ist das in der Regel in wenigen Minuten erledigt. Die normalen Arbeitnehmer können schließlich kaum noch etwas absetzen. Sie müssen die Steuern zahlen, die im Gesetzblatt stehen. Anders sieht es bei den ganz Großen aus. Global agierende Konzerne verschieben ihre Gewinne so lange rund um den Globus, bis sie sich in den Büchern in Luft auflösen. Sie gehen gezielt in Steueroasen, drohen Regierungen mit Standortschließungen und handeln so günstige Deals aus oder beschäftigen Heerscharen von Anwaltskanzleien damit, Sparmodelle zu entwickeln. Vor einigen Jahren kam heraus, dass Apple in Irland zeitweise nur einen Steuersatz von 0,005 Prozent zahlen musste. Zwar haben sich die Industriestaaten vorgenommen, den Steuerwettbewerb zu unter-binden. Doch er tobt stärker als je zuvor – was schon an der Höhe der offiziellen Steuersätze ablesbar ist: Der durchschnittliche Körperschaftsteuersatz für Konzerne sank zwischen 1985 und 2018 von 49 auf nur noch 24 Prozent. Die neueste Untersuchung im Auftrag der Grünen bestätigt einen Verdacht: Selbst in den EU-Staaten müssen Konzerne diese ohnehin schon niedrigen Steuersätze gar nicht zahlen. Mit geschickten Firmengeflechten sorgen nicht nur US-Firmen, sondern beispielsweise auch europäische Konzerne wie Ikea dafür, dass Gewinne möglichst nur in Steueroasen oder zumindest in Ländern mit niedrigen Steuersätzen anfallen. Legale Steuerschlupflöcher, von den Regierungen in der Regel als Standortpolitik verkauft, tun ihr Übriges, um die Steuerlast massiv zu senken. Dazu passt die erst am Vortag veröffentlichte Untersuchung der Entwicklungsorganisation Oxfam, wonach die Kluft zwischen Arm und Reich in der Welt und selbst in Deutschland immer größer wird. Durch die entgangenen Steuern fehlen Gelder, die dazu genutzt werden könnten, die Sozialsysteme auszubauen oder die Steuerlast auf Arbeitseinkommen zu senken. Gelder, die in Afrika dabei helfen könnten, den Menschen eine Perspektive zu geben. So ist das in einer globalisierten Welt: Ob Ikea Steuern bezahlt, kann durchaus mit darüber entscheiden, ob sich ein Mann aus dem Tschad auf den Weg macht. Warum lassen sich die Regierungen von den Konzernen auf der Nase herumtanzen? Der Steuerwettbewerb nach unten führt dazu, dass sich die Ungleichgewichte weiter verschärfen, auch in Deutschland. Die Abwärtsspirale muss unbedingt gestoppt werden. Die Menschen verlieren ansonsten immer mehr das Vertrauen in die Regierenden, weil der Verdacht besteht, die Interessen der Großkonzerne seien wichtiger als das Gemeinwohl.

Quellenangaben

Textquelle:Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/65487/4173273
Newsroom:Neue Westfälische (Bielefeld)
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