A380 – ein trauriges Ende

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A380 – ein trauriges Ende

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Berlin (ots) – Kurzform: Dass es nun tatsächlich von 2021 an keine neuen Maschinen mehr geben wird, ist ökonomisch nachvollziehbar, aber aus emotionaler Sicht traurig. Denn der A380 ist für Luftfahrtenthusiasten, Passagiere und Airbus-Beschäftigte weit mehr als ein Flugzeug. Schließlich hat Europas Industrie mit dem A380 unter Beweis gestellt, dass der alte Kontinent durchaus in der Lage ist, ein kompliziertes Hightech-Produkt auf den Markt zu bringen – allen Widerständen zum Trotz. Doch bei allem Enthusiasmus für die Ingenieurleistung darf man nicht unterschlagen, dass der A380 wirtschaftlich am Ende ein Flop war. Renditeziele wurden nicht erreicht, die Bestellflut der Anfangszeit ist sehr viel schneller abgeebbt als von den Managern in Hamburg und Toulouse erwartet. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Airbus-Spitze hat sich verkalkuliert.

Der vollständige Leitartikel: Nun ist das Aus für den A380 also beschlossen. Überraschend kam die Ankündigung von Airbus-Chef Tom Enders am Donnerstag nicht – zumindest für Menschen, die sich mit dem Flugzeug und seiner Historie bereits länger befassen. Denn seit Monaten gilt der als „König der Lüfte“ gestartete Riesen-Airbus als Auslaufmodell. Dass es nun tatsächlich von 2021 an keine neuen Maschinen mehr geben wird, ist ökonomisch nachvollziehbar, aber aus emotionaler Sicht traurig. Denn der A380 ist für Luftfahrtenthusiasten, Passagiere und Airbus-Beschäftigte weit mehr als ein Flugzeug. Er transportiert für viele Menschen ein Gefühl. Eine Mischung aus Stolz, Respekt und Zuneigung schwingt mit, wenn sie über den A380 reden, ihn sehen oder in der großzügig gestalteten Maschine gar Platz nehmen. Schließlich hat Europas Industrie mit dem A380 unter Beweis gestellt, dass der alte Kontinent durchaus in der Lage ist, ein kompliziertes Hightech-Produkt auf den Markt zu bringen – allen Widerständen zum Trotz. Doch bei allem Enthusiasmus für die Ingenieurleistung darf man nicht unterschlagen, dass der A380 wirtschaftlich am Ende ein Flop war. Renditeziele wurden nicht erreicht, die Bestellflut der Anfangszeit ist sehr viel schneller abgeebbt als von den Managern in Hamburg und Toulouse erwartet. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Airbus-Spitze hat sich verkalkuliert. Denn der weltweite Bedarf für das Flugzeug wurde von Anfang an überschätzt. Letztlich hat die Fluggesellschaft Emirates als einziger Kunde ein schlüssiges und längerfristiges Erfolgskonzept für seine A380 gefunden. So kann es nicht verwundern, dass die Scheichs in Dubai allein rund die Hälfte aller bisher ausgelieferten Riesenjets gekauft haben. Andere Fluggesellschaften merkten dagegen schnell, dass der große, schwere, mit Blick auf Umwelt und Kerosinverbrauch wenig effiziente Flieger gar nicht oder höchstens als marginale Ergänzung zu ihren Flotten passt. Obwohl der A380 – schaut man nur auf die Umsatz- und Gewinnzahlen – kein Erfolg war, hat er technologische Türen geöffnet und Weiterentwicklungen im Flugzeugbau angestoßen. Die gute Nachricht: Airbus ist auch ohne den A380 gut auf die Zukunft im Luftverkehr vorbereitet. Das sogenannte Brot- und Buttergeschäft mit der A320-Familie, welches für den Standort Hamburg besonders wichtig ist, läuft wie geschmiert. Und mit dem A350 ist längst eine hauseigene Alternative für die Langstrecke auf dem Markt, die mit deutlich weniger Treibstoff pro Passagier auskommt und damit kostengünstiger und umweltverträglicher ist. Hier braucht sich Airbus nicht hinter den Konkurrenzfliegern von Boeing verstecken. Diese Einschätzung teilen offenbar auch die Experten an den Kapitalmärkten. Nach Bekanntgabe des A380-Aus schoss die Airbus-Aktie um mehr als fünf Prozent in die Höhe. Ein Grund: Der Nettogewinn im gesamten Konzern stieg stärker als erwartet. Dennoch wirft das Aus für den A380 Fragen auf. Die wichtigste betrifft die Arbeitsplätze an den Produktionsstandorten. Mehrere Tausend Beschäftigte, die bisher am A380 geschraubt haben, bangen um ihre berufliche Zukunft. Ihnen ist das Top-Management schnell eine Antwort dazu schuldig, wie es weitergeht. Schaut man auf die gute Auftragslage bei den anderen Airbus-Fliegern, so dürften sich die Auswirkungen auf die Jobs in Grenzen halten. Die IG Metall hat es bereits auf den Punkt gebracht: Arbeit ist genug vorhanden, sie muss nur anders verteilt werden.

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Quellenangaben

Textquelle:BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/53614/4193617
Newsroom:BERLINER MORGENPOST
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