30. Schmerz- und Palliativtag

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30. Schmerz- und Palliativtag

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Frankfurt (ots) – “Nicht alles, was beweisbar ist, ist wichtig für die Schmerzmedizin. Wir müssen zurückkehren zur ärztlichen Kunst des Fragens, Zuhörens und der Empathie.” Mit diesen Worten eröffnete der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) Dr. med Johannes Horlemann den 30. Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt und erklärte damit auch das diesjährige Motto “Individualisierung statt StandardisierungDieses sei angesichts der Evidenzlage und Leitlinienflut entstanden, die jedoch nicht die Individualität der Patienten berücksichtigten.

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Für viele Ärzte und Schmerzmediziner ist der Schmerz- und Palliativtag seit 30 Jahren ein Fixpunkt im Jahreskalender. “Hier trifft man sich, um weiser und klüger zu werden und besser gerüstet zu sein für die Patienten”, erläuterte der Präsident der Deutschen Schmerzliga (DSL) und DGS-Vizepräsident Dr. Michael A. Überall. Doch noch lange sei nicht alles gesagt und noch immer könne man nicht allen Patienten helfen – trotz evidenzbasierter Leitlinien. Denn in monomorbiden Leitlinien ließen sich multimorbide Patienten eben nicht darstellen. “Die individuellen Bedürfnisse der Patienten entsprechen nicht der Evidenz. Um diese zu berücksichtigen helfen Aufklärung, Zuwendung, Gespräche, Zeit und Empathie” – und die DGS-PraxisLeitlinien als Gegenentwurf zu den evidenzbasierten Leitlinien.

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“Waz wirret dier? (Was quält dich?)” Über den Schmerz und das Reden

Wie wichtig Reden und Mitgefühl sind, erläuterte Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma im anschließenden Exzellenzsymposium. Unter dem Titel “Waz wirret dier? Der Schmerz und das Reden” stellte der Literatur- und Sozialwissenschaftler und Publizist zwei bedeutsame Beispiele der Literatur vor, in denen der Schmerz das zentrale Thema ist: Zum einen Sophokles’ griechische Tragödie Philoktetes, zum anderen das Parzival-Epos von Wolfram von Eschenbach.Philoktetes wird im Trojanischen Krieg von seinen Gefährten wegen einer schweren, unheilbaren Fußverletzung auf der einsamen Insel Lemnos ausgesetzt und dort zehn Jahre sich und seinem Schmerz überlassen. “Das Leiden nicht mitteilen zu können, ist für ihn das Schlimmste. Lieber würde er sich den Fuß abhacken, als weiter den Schmerz zu ertragen. Das kennen Sie sicher auch von Ihren Patienten”, so Reemtsma an das Publikum gerichtet. Deutlich besser, da nicht allein gelassen, ergeht es dagegen dem König Amfortas im Parzival-Epos. Der Gralshüter ist durch einen vergifteten Speer schwer verwundet und zu jammervollen Leiden verdammt. Er wird letztlich von den Schmerzen seiner Kampfwunde erlöst, weil Parzival mit der Konvention bricht, “nicht zu viele Fragen zu stellen”. Doch genau die Frage an seinen Onkel “Oheim, waz wirret dier?” (Was quält dich?) wirkt am Ende wie ein Zauberspruch, die Wunde heilt. “Sie sehen, man muss auch mal mit den Konventionen brechen und Fragen stellen”, so Reemtsmas Fazit, womit er den Bogen zum Kongressmotto schloss.

Prof. Dr. phil. Jan Philipp Reemtsma, geboren 1952, lebt und arbeitet vorwiegend in Hamburg. Er ist Gründer und geschäftsführender Vorstand der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur; Gründer und bis März 2015 Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Literatur des 18. und 20. Jahrhunderts, Zivilisationstheorie sowie die Geschichte der menschlichen Destruktivität.

Weiterführende Links: www.schmerz-und-palliativtag.de www.dgschmerzmedizin.de www.schmerzliga.de

Quellenangaben

Textquelle:Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/112743/4212364
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