Der mit 80.000 Euro dotierte Hans-Kilian-Preis geht an Ashis Nandy

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Der mit 80.000 Euro dotierte Hans-Kilian-Preis geht an Ashis Nandy

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————————————————————– Mehr zum Hans-Kilian-Preis http://ots.de/9bSc5O ————————————————————–

Essen (ots) –

Köhler-Stiftung zeichnet führenden indischen Psychoanalytiker aus

Der indische Psychoanalytiker und Sozialtheoretiker Ashis Nandy ist Preisträger des diesjährigen Hans-Kilian-Preises, mit 80.000 Euro deutschlandweit eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften. Nandy, einer der führenden Intellektuellen Indiens, ist Mitbegründer der weltweiten Postcolonial Studies. In seinem wissenschaftlichen Lebenswerk sucht er sowohl die Auseinandersetzung mit als auch den Brückenschlag zwischen westlichen und östlichen Gesellschaften – zudem ist er als postkolonialer Denker bekannt für seine interdisziplinären und kreativen Ansätze. Mit ihrem internationalen Forschungspreis würdigt die Köhler-Stiftung einen weltweit gehörten und mitunter durchaus streitbaren Intellektuellen, dem es bis heute immer wieder gelingt, mit seiner wissenschaftlichen Arbeit und seiner Kritik auch nachhaltige politische Debatten anzuregen. Die feierliche Verleihung des Hans-Kilian-Preises findet am Donnerstag, 9. Mai 2019 an der Ruhr-Universität Bochum statt.

Postkolonialismus und Psychoanalyse

Ashis Nandy, Jahrgang 1937, ist einer der bekanntesten Psychologen, Psychoanalytiker und Soziologen Indiens. Er – selbst in der indischen postkolonialen Kultur verwurzelt – setzt sich mit dieser seit Beginn seiner Karriere kritisch auseinander und bearbeitet dabei vielfältige Felder sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschung innovativ und interdisziplinär. Besondere Akzente setzte er etwa, indem er westliche Theorietraditionen zur Analyse nichtwestlicher Kontexte verwendete. Im Ergebnis erreichte er dadurch sowohl fruchtbare Analysen der indischen Gesellschaft und ihrer nachwirkenden Kolonialerfahrungen als auch eine Stärkung der Psychoanalyse – wies er doch deren Potenzial auf, auch nichtwestliche Lebensformen und Befindlichkeiten zu untersuchen.

Ashis Nandys akademische Karriere ist eng mit dem Centre for the Study of Developing Societies (CSDS) in Neu-Delhi verbunden, dem er in den 1990er Jahren als Direktor vorstand und heute als Senior Honorary Fellow angehört. Die internationale Reichweite seiner Arbeit zeigt sich u.a. in Fellowships an verschiedenen Universitäten in den USA, Großbritannien und Deutschland sowie in der Übernahme des ersten UNESCO-Lehrstuhls am Zentrum für europäische Studien der Universität Trier im Jahr 1994. Das Magazin Foreign Affairs zählte ihn 2008 zu den 100 weltweit wichtigsten öffentlichen Intellektuellen. Zeitlebens setzt sich Nandy engagiert für Menschenrechte und das Überleben von Kulturen ein.

Sein Werk „The intimate enemy“ ist unter dem Titel „Der Intimfeind: Verlust und Wiederaneignung der Persönlichkeit im Kolonialismus“ in deutscher Sprache erschienen, weitere wichtige Publikationen des Preisträgers sind „The savage Freud and other essays on possible and retrievable selves“ und „Time Treks: The uncertain futures of old and new despotisms“.

Die Preisverleihung Die öffentliche Preisverleihung findet statt am

Donnerstag, 9. Mai 2019 um 16:00 Uhr im Veranstaltungszentrum (Saal 2b) der Ruhr-Universität Bochum (Universitätsstraße 150, 44801 Bochum)

Die Veranstaltung ist öffentlich. Interessierte sind zur Teilnahme eingeladen; eine Anmeldung über E-Mail ist jedoch erforderlich unter hans-kilian-preis@rub.de.

Der Hans-Kilian-Preis

Mit einem Preisgeld in Höhe von 80.000 Euro gehört der Hans-Kilian-Preis deutschlandweit zu den höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften. Der Forschungspreis wird seit 2011 alle zwei Jahre vergeben und würdigt internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihren Arbeiten Grenzen zwischen Disziplinen und Kulturen kreativ überschreiten und produktive Synthesen zwischen bislang isolierten Wissensgebieten schaffen. Benannt ist der Preis nach Hans Kilian (1921-2008), der als Ordinarius für Sozialpsychologie und angewandte Psychoanalyse an der Universität Kassel lehrte. www.hans-kilian-preis.de

Die Köhler-Stiftung

Die 1987 durch Lotte Köhler errichtete Köhler-Stiftung im Stifterverband fördert die Wissenschaften vom Menschen, und zwar insbesondere solche Gebiete, die das Verständnis des Menschen über sich selbst erweitern. Darunter sind sowohl Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Psychologie und benachbarter Sozial- und Kulturwissenschaften als auch auf dem Gebiet der Medizin zu verstehen. Vorrangig gefördert werden Arbeiten zu psychosozialen Aspekten des menschlichen Zusammenlebens in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

In Zusammenhang mit dem Preis werden vom Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum (KKC) an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum regelmäßig internationale Hans-Kilian-Vorlesungen zur sozial- und kulturwissenschaftlichen Psychologie und integrativen Anthropologie veranstaltet. Die Ergebnisse der Hans-Kilian-Vorlesungen, ebenfalls mit Mitteln der Köhler-Stiftung gefördert, werden veröffentlicht. Mehrere „Deutschlandstipendien“ werden als Lotte-Köhler-Stipendien vergeben. www.kilian-koehler-centrum.de

Quellenangaben

Bildquelle:obs/KÖHLER-STIFTUNG/Garima Jain
Textquelle:KÖHLER-STIFTUNG, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/133951/4217611
Newsroom:KÖHLER-STIFTUNG
Pressekontakt:Sandra Plontke
M. A.
Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum (KKC)
Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie
Fakultät für Sozialwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstr. 150
44801 Bochum
T 0234 32-25687
hans-kilian-preis@rub.de

Nadine Seiwert
Kommunikationsmanagerin
Deutsches Stiftungszentrum im Stifterverband
Barkhovenallee 1
45239 Essen
T 0201 8401-123
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