Klima-Streiks auf dem Höhepunkt
Mit Fehlstunden zum …

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Klima-Streiks auf dem Höhepunkt Mit Fehlstunden zum …

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Bielefeld (ots) – Wenn über ein kleines Detail einer großen Debatte mehr diskutiert wird, als über das Kernanliegen selbst, ist das in den meisten Fällen schlecht für die Absender. Bei den Schülern, die derzeit zu Hunderten auf die Straße gehen, liegt der Fall allerdings anders. Je mehr über die Frage diskutiert wird, ob man für den Klimaschutz die Schule schwänzen darf, desto öfter werden die jungen Männer und Frauen zu ihren Beweggründen interviewt. Mit jedem Politiker, der sich abfällig über die Fridays for Future-Proteste äußert, wächst die Aufmerksamkeit für die Forderungen von Greta Thunberg und all die anderen engagierten Jugendlichen. Das alleine beantwortet die Frage, ob der Schulstreik notwendig ist. Wer sich dann noch die Zeit nimmt, zuzuhören, was die Schüler zu sagen haben, trifft in den meisten Fällen auf gut informierte Menschen, die ihren Protest klug und dosiert einsetzen. Denn die meisten Schüler schwänzen eben nicht jeden Freitag. Für viele lokale Gruppierungen war der Höhepunkt der Demos erst die zweite oder dritte Protestaktion in Monaten. Die Jugendlichen, die übrigens in ihrer Freizeit Plakate malen, Protestmärsche planen und diese bei der Polizei anmelden, machen sich Gedanken: Über Vor-Abi-Klausuren, Sorgen der Eltern und schlechte Noten. Sie entscheiden sich jedes Mal bewusst für ihr Handeln und setzen sich mit Konsequenzen auseinander. Wer glaubt da ernsthaft, dass zwei Fehltage die Ausbildung einer ganzen Generation gefährden? Argumente dieser Art, derzeit unter anderem von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verbreitet, zeigen nur, wie verlegen viele Politiker um Antworten sind. Denn die Schüler streiken nicht, um in 40 Jahren perfekt ausgebildet etwas zu verändern, sondern weil sie die Politiker der Gegenwart zum Handeln zwingen wollen. Die Anführerin der Schulschwänzer stellt mit ihren Reden im astreinen Englisch übrigens so manchen deutschen Politiker in den Schatten und wurde erst in dieser Woche für den Friedensnobelpreis nominiert. So sehr können die Fehlstunden also nicht geschadet haben.

Quellenangaben

Textquelle:Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/65487/4219480
Newsroom:Neue Westfälische (Bielefeld)
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