Robotaxis: weniger Autos, mehr Verkehr

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Robotaxis: weniger Autos, mehr Verkehr

7 min

————————————————————– Zum Studiendownload http://ots.de/SVlASb ————————————————————–

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München (ots) –

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Deloitte prognostiziert:

– Jeder dritte Weg wird 2035 mit autonomen Fahrdiensten zurückgelegt. – Autonome Shuttles werden um die Hälfte günstiger sein als der ÖPNV. – Verkehrsaufkommen steigert sich durch autonome Fahrdienste um bis zu 40 Prozent.

Autonom fahrende Taxis und Shuttle-Fahrzeuge könnten bis 2035 zu einem massiven Anstieg des innerstädtischen Autoverkehrs führen. Das ist ein Ergebnis der Studie “Urbane Mobilität und autonomes Fahren im Jahr 2035” aus der Reihe “Datenland Deutschland” von Deloitte.

Die Autoren der Studie nehmen an, dass im Jahr 2035 Autos zuverlässig voll autonom fahren können und sich autonome Fahrzeuge im Markt etabliert haben. Neben autonomen Pkw im Privatbesitz eröffnet dies ein Geschäftsfeld für Dienstleister, die Fahrten gegen Gebühr abrechnen. Dabei könnten zwei sich Fahrzeugtypen durchsetzen: autonome Taxis für ein bis zwei und autonome Shuttles (Sammeltaxis) für maximal vier Passagiere.

Grundlage der Studie ist ein quantitatives Mobilitätsmodell, in das unter anderem Bewegungsmuster, Bevölkerungsstruktur und Pendlerverflechtungen in 109 deutschen Städten sowie ein repräsentatives Online-Experiment mit über 2.000 potenziellen Nutzern zu Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft für autonome Fahrdienste einflossen. Das Ergebnis der Berechnungen ist überraschend: “Unser Mobilitätsmodell prognostiziert, dass zwei wesentliche Effekte zu erwarten sind: Die Anzahl der Fahrzeuge, die zeitgleich auf unseren Straßen fahren, nimmt zu. Damit sinkt der Verkehrsfluss und das Staurisiko wird deutlich erhöht”, sagt Dr. Thomas Schiller, Partner und Leiter Automotive bei Deloitte.

Autonome Taxis und Shuttles deutlich günstiger

Denn autonome Fahrdienste könnten in den Städten nicht nur den privaten Pkw, sondern auch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verdrängen. Weil die Auslastung beim Robotertaxi höher und die Nutzung effizienter ist, sind Fahrten 25 Prozent günstiger als mit dem eigenen Auto. Nutzer autonomer Shuttles zahlen die Hälfte des Preises eines ÖPNV-Tickets – bei deutlich mehr Komfort. Nach den Berechnungen von Deloitte kosten autonome Taxis 34 Cent pro Kilometer, autonome Shuttles 15 Cent.

Hauptverkehrsmittel Robotaxi

Ließe man den Marktkräften freien Lauf, wären im Jahr 2035 740.000 autonome Fahrzeuge in den Städten unterwegs, das Zwölffache der heutigen Taxiflotte. Jeder dritte Weg würde somit in autonomen Fahrdiensten zurückgelegt werden. Der Preiswettbewerb verdrängt dann nicht nur das private Auto, dessen Anteil an den täglich gefahrenen Strecken sich von heute 49 auf 32 Prozent im Jahr 2035 reduziert. Auch die Nutzung des ÖPNV sinkt von 20 auf 14 Prozent. Sogar die Nutzung von Fahrrad und Fußweg geht von 31 auf 21 Prozent zurück. Besondere Anziehungskraft haben die autonomen Fahrdienste für Schüler, die noch keinen Führerschein haben, und Rentner, die nicht mehr selbst fahren wollen oder den Komfort der Tür-zu-Tür-Services autonomer Fahrdienste dem ÖPNV vorziehen.

Drohender Verkehrskollaps

Dabei nimmt der Fahrzeugbestand in urbanen Regionen um 20 Prozent ab, wodurch vor allem der Parkraum entlastet wird. Da jedoch autonome Fahrzeuge häufiger genutzt werden, steigert sich der Verkehr in den Städten in Spitzenzeiten um bis zu 40 Prozent. Staus sind die Folge. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Straßen sinkt dann um 10 Prozent, die morgendliche Fahrtzeit zur Arbeit verlängert sich im Schnitt um 2,5 Minuten – und zwar für alle Verkehrsteilnehmer. Zumindest die Umwelt wird durch den zunehmenden Verkehr kaum belastet: Die autonomen Fahrzeuge dürften durchgängig elektrisch angetrieben werden und sind damit lokal emissionsfrei.

Smarte Regulierung ist eine Lösung

“Wenn sich der Markt frei ohne Regulierung entwickeln würde, wäre das Potenzial enorm. Die Nutzungsbereitschaft und die Nachfrage sind hoch. Die potenziellen Nutzer würden bereitstehen – die Hersteller müssen mit der entsprechenden Technologie nachziehen und die Politik die richtigen Weichen stellen, damit eine erhöhte Verkehrsbelastung verhindert wird”, fasst Deloitte-Chefökonom Dr. Alexander Börsch zusammen. Denn grundsätzlich könnte eine smarte Regulierung eine Lösung sein, um Mobilität in geordnete Bahnen zu lenken und einen Verkehrskollaps zu vermeiden.

Großes Marktpotenzial

Für die Automobilindustrie und Dienstleister ergeben die autonomen Fahrzeuge neue Geschäftsmodelle, sagt Thomas Schiller: “Der Betrieb autonomer Fahrdienstflotten kann pro Jahr ein Umsatzvolumen von bis zu 16,7 Milliarden Euro erreichen – das ist ein Sechstel des Umsatzes, den Fahrzeughersteller heute mit dem Verkauf von Neuwagen in Deutschland erwirtschaften. Für OEMs würde sich hier ein zweiter Markt eröffnen, bei dem es um Kilometer- und nicht um den Autoverkauf geht.”

Inhaltlich verantwortlich für die Studie sind Dr. Thomas Schiller, Partner und Leiter Automotive bei Deloitte, und Dr. Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research bei Deloitte.

Die komplette Studie finden Sie hier zum Download: http://ots.de/ar27dP

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Risk Advisory, Steuerberatung, Financial Advisory und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen. Making an impact that matters – für rund 286.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames Leitbild und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited (“DTTL”), eine “private company limited by guarantee” (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und unabhängig. DTTL (auch “Deloitte Global” genannt) erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie auf http://www.deloitte.com/de/UeberUns

Quellenangaben

Bildquelle:obs/Deloitte
Textquelle:Deloitte, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/60247/4370703
Newsroom:Deloitte
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