POL-RE: Kreis Recklinghausen/Bottrop: Länderübergreifender Verkehrssicherheitsaktion “sicher.mobil.leben – Brummis im Blick”

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POL-RE: Kreis Recklinghausen/Bottrop: Länderübergreifender Verkehrssicherheitsaktion “sicher.mobil.leben – Brummis im Blick”

7 min

Polizeimeldungen

13.09.2019 – 08:20

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Polizeipräsidium Recklinghausen

Recklinghausen (ots)

Das Polizeipräsidium Recklinghausen beteiligte sich gestern an der bundesweiten Aktion “sicher.mobil.leben – Brummis im Blick”. In diesem Jahr widmete sich die Sicherheitsaktion dem gewerblichen Personen- und Güterverkehr. Allein bei uns in Deutschland hat es im letzten Jahr mehr als 28.000 Unfälle mit LKW Beteiligung gegeben. Dabei sind 762 Menschen getötet und mehr als 39.000 verletzt worden, viele von ihnen schwer. Die Gründe für die Unfälle sind vielfältig: überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand, mangelnde Ladungssicherung, Fehler beim Überholen oder auch technische Mängel, wie z. B. defekte Bremsen oder Lichtanlagen. Auch Übermüdung stellt eine große Gefährdung da. Bereits jetzt werden in Deutschland rund 70 % aller Güter per LKW transportiert. Die Tendenz ist steigend. Deshalb stand das Motto des bundesweiten Aktionstags “sicher.mobil.leben” in diesem Jahr unter dem Titel “Brummis im Blick”.

Bei unseren Kontrollen wurden nicht nur Verstöße geahndet, sondern speziell auf die besonderen Risiken und Gefahren im gewerblichen Personen- und Güterverkehr in Präventionsgesprächen vor Ort hingewiesen.

Dabei standen folgende Themen besonders im Fokus:

Lenk- und Ruhezeiten – Ausreichend schlafen und Pausen machen!

Nach einer Studie der AAA Foundation for Traffic Safety erhöht eine Stunde weniger Schlaf das Risiko für einen Verkehrsunfall bereits um das 1,3 fache und zwei Stunden weniger Schlaf verdoppeln das Unfallrisiko. Müdigkeit am Steuer ist ein unterschätztes Unfallrisiko im Straßenverkehr. Rund jeder zweite LKW-Fahrende ist bereits mindestens einmal am Steuer eingenickt. Dies ergab eine persönliche Kantar-Emnid-Befragung (2017) von mehr als 350 Lkw Fahrenden im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) im Rahmen der Kampagne “Vorsicht Sekundenschlaf!”. LKW-Fahrende sind besonders gefährdet am Steuer einzuschlafen: Unregelmäßige Arbeitszeiten, lange Fahrten ohne Begleitung und monotone Strecken auf der Autobahn begünstigen Müdigkeit und Sekundenschlaf. Die Vermutung liegt somit nahe, dass bei vielen Unfällen insbesondere mit Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen Übermüdung und mangelnde Aufmerksamkeit eine Rolle spielte, denn vielfach werden die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten. Bei Kontrollen zur Einhaltung von Sozialvorschriften im Straßenverkehr werden pro Jahr durchschnittlich über 300.000 Zuwiderhandlungen wegen Verstößen gegen die Lenk- oder Ruhezeiten bzw. wegen fehlerhaften oder manipulierten Kontrollgeräten durch die Polizei der Länder und das Bundesamt für Güterverkehr zur Anzeige gebracht.

Technischer Zustand von LKW – Bremsen und Reifen okay? Sichere Straßen durch sichere Fahrzeuge!

Technikkontrollen bei Kraftfahrzeugen zur Güter- und Personenbeförderung dienen in besonderem Maße dazu, die Verkehrssicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Im Zuge der Kontrollen fällt auf, dass LKW und Busse oft unzureichend gewartet werden. Im Rahmen der Technischen Unterwegskontrollen wurden in den letzten beiden Jahren mehr als 1,3 Millionen Nutzfahrzeuge durch die Polizei der Länder und das Bundesamt für Güterverkehr auf den Straßen der Bundesrepublik kontrolliert. Etwa jedes fünfte Fahrzeug war wegen technischer Mängel zu beanstanden. In der Hauptsache handelte es sich um Mängel im Bereich der Lichtanlage, der Räder, Reifen und Achsen sowie der Bremsanlage. Bei etwa jedem zehnten kontrollierten Fahrzeug musste, zumindest zeitweise, die Weiterfahrt untersagt werden.

Ladung – nicht zu viel laden und richtig sichern!

Mangelnde Ladungssicherung ist häufig die Ursache dafür, dass auf Straßen Ladung verloren wird und es infolge zu Behinderungen und im schlimmsten Fall zu Unfällen kommt – mitunter mit schweren Folgen. Ungesichertes oder unzureichend gesichertes Ladegut setzt sich z.B. bei plötzlichen Brems- und Lenkvorgängen unweigerlich in Bewegung. Durch das Fahrzeug rutschende oder fliegende Gegenstände entwickeln beim Aufprall eine Gewichtskraft, die um ein Vielfaches größer ist als ihr Eigengewicht. Letztlich müssen jedoch auch gut gewartete Fahrzeuge richtig gehandhabt werden. Überladene LKW gefährden die Verkehrssicherheit. Überladene LKW werden instabil und sind schwer zu steuern. Auch wegen des längeren Bremsweges und der größeren Aufprallenergie beeinträchtigen überladene LKW die Verkehrssicherheit, indem sie das Unfallrisiko und die Schwere der Unfälle erhöhen. Kontrollergebnisse des BAG belegen jedoch, dass die Notwendigkeit einer sachgemäßen Beladung und richtigen Ladungssicherung noch immer von vielen LKW-Fahrer unterschätzt wird: Bei fast jedem zehnten von der BAG kontrollierten Fahrzeugen wurde eine Überladung festgestellt. Ebenso verhielt es sich im Hinblick auf unzureichende Ladungssicherung. Beides erhöht die Risiken im Falle eines Unfalls enorm.

Bei der Kontrolle am gestrigen Aktionstag stellten die Beamten an 22 kontrollierten Fahrzeugen in 20 Fällen Mängel fest. Davon: – Ladungssicherung: 3 – technische Mängel: 1 – Verstöße gegen Sozialvorschriften: 9 – Verstöße nach dem Güterkraftverkehrsgesetz: 1 – Verstöße nach dem Personenbeförderungsgesetz: 2 – sonstige Verstöße: 4 In zwei Fällen musste die Weiterfahrt untersagt werden.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Recklinghausen
Sascha Kappel
Telefon: 02361 55 1044
E-Mail: pressestelle.recklinghausen@polizei.nrw.de
www.polizei.nrw.de

Original-Content von: Polizeipräsidium Recklinghausen, übermittelt durch news aktuell


Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/42900/43739401 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertung.)