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Beamten-Reform duldet keinen Aufschub

Düsseldorf (ots) – Es gibt Themen, die im Jahr 2019 keine mehr sein sollten. Eines davon ist die Selbstverständlichkeit, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch gleich entlohnt werden. Ein anderes ist die gängige Beförderungspraxis – nicht nur in der öffentlichen Verwaltung – die systematisch Frauen benachteiligt und ihnen Aufstiegschancen nimmt. Die Analyse ist längst klar, durch viele wissenschaftliche Studien belegt und wird auch in der Landesregierung nicht mehr angezweifelt: Geschlechterstereotype und Klischees stehen einer gerechten und adäquaten Leistungsbeurteilung entgegen – und damit auch dem Prinzip der Besten-Auslese. Vorgesetzte, die dieses Problem nicht reflektieren, laufen Gefahr, falsche Beförderungsentscheidungen zu treffen. Die Folge für die Frauen: Obwohl häufig besser qualifiziert, kommen sie nicht in Spitzenpositionen. Die NRW-Gleichstellungsministerin arbeitet daher seit geraumer Zeit an einer gerechteren Beförderungspraxis. Das ist sehr zu begrüßen. Dabei ist es zwar richtig, bei diesem komplexen Thema nicht übereilt zu handeln. Die rot-grüne Vorgängerregierung kann das bestätigen – sie scheiterte mit ihrem Vorstoß für ein neues Landesbeamtengesetz vor mehreren Gerichten. Dass aber zweieinhalb Jahre nach Amtsantritt der schwarz-gelben Landesregierung noch immer nicht klar ist, wann Ergebnisse zu erwarten sind, ist unverständlich. Schließlich werden Monat für Monat Dutzende Karriere-Entscheidungen in den Landesbehörden gefällt – viele davon zum Nachteil von Beamtinnen mit den entsprechenden negativen Folgen für das Lebenseinkommen. Das Grundgesetz gibt vor, dass der Staat darauf hinwirken muss, bestehende Nachteile bei der Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu beseitigen. Da zählt jeder Tag.

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Textquelle: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
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