“Es geht um Menschen wie dich und mich” Rosa Duran (Movement On The Ground)

Berlin (ots) – Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Ein Ort der Hoffnungslosigkeit, der Verzweiflung. Michel Friedman hat für seine neue Reportage “Friedman schaut hin: Flüchtlingslager Lesbos” die griechische Insel besucht und vor Ort mit Flüchtlingen und mit Menschen, die dort helfen, gesprochen. Alle Gespräche eint eines: Das Bemühen um die Würde, um jeden einzelnen Menschen, um ein Mindestmaß an menschenwürdigem Dasein und das Anliegen, nicht alleingelassen zu werden mit der Situation vor Ort.

Die Niederländerin Rosa Duran ist für die Stiftung Movement On The Ground seit September 2018 auf Lesbos: “Es gibt immer noch viele Menschen, denen das Ausmaß dieser Situation nicht bewusst ist. Der Krise, die hier stattfindet. Meine Botschaft wäre: Denkt an diesen Ort und die Menschen hier. Die Leute, die Zeitungen etc. sprechen viel über Zahlen, aber es geht hier um Menschen wie dich und mich. Sie verdienen einen würdigen Ort zum Leben, wenigstens für die Zeit, die sie hier sind.”

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Von der mehr als schwierigen medizinischen Versorgung im permanent wachsenden Lager berichtet Marco Sandrone von Ärzte ohne Grenzen, der seit Juli vor Ort arbeitet: “Wir sind extrem besorgt über die medizinische Versorgung im Camp. Ehrenamtliche medizinische Organisationen können die Kranken, wenn ihre Erkrankungen sehr schwerwiegend sind, an die örtlichen Krankenhäuser überweisen. Diese sind meist zu überfüllt, oder hoffnungslos unterbesetzt, um den Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb können sich die Freiwilligen hier im Lager um die riesige Anzahl häufig auch komplizierter medizinischer Notfälle nicht angemessen kümmern.” Er ergänzt: “Ich kann ehrlich sagen, dass ich mich dafür schäme, als Europäer hier zu stehen und zu sehen, wie Länder, die den Rahmen für Menschenrechte geschaffen und gefördert haben, Menschen so behandeln können.”

Dimitris Vafeas leitet das Flüchtlingslager Moria. Aus seiner Sicht ist finanzielle Hilfe allein nicht ausreichend: “Griechenland kann diese Last nicht allein tragen. Die anderen europäischen Länder müssen darüber nachdenken, aber mehr Geld und EU-Fonds sind nicht die Lösung. Länder wie Ungarn, Slowenien, Österreich müssen das Problem mit uns teilen. Es geht um die Würde der Europäischen Union.”

“Friedman schaut hin: Flüchtlingslager Lesbos” am Donnerstag, den 12. Dezember 2019, um 17.15 Uhr auf WELT Nachrichtensender sowie nach Ausstrahlung in der Mediathek und in der TV-App.

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