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Grenzen sollen wieder geöffnet werden¶ Zusammenrücken ist wichtig¶

Bielefeld (ots) – Matthias Bungeroth¶ Es sind mutige und ermutigende Signale zugleich, die Bundesaußenminister Heiko Maas an die Öffentlichkeit sendet. Die weltweite Reisewarnung, die das Auswärtige Amt wegen der Corona-Krise verhängt hatte – ein historisch einmaliger Schritt – soll Mitte Juni auslaufen. So will es der SPD-Politiker. Und viele seiner Amtskollegen aus anderen europäischen Staaten gehen einen ähnlichen Weg. Skeptiker werden postwendend fragen: “Kommt das alles nicht viel zu schnell?” Und natürlich ist diese Frage berechtigt. Denn anders als es manch irrlichternde Faktenleugner in diesen Tagen auf dubiosen Demonstrationen zum Ausdruck bringen, geht von der Corona-Pandemie für die Welt nach wie vor eine nicht unerhebliche Gefahr aus. Doch nach etlichen Monaten Erfahrung mit dieser Pandemie hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese Gefahr beherrschbar sein kann, wenn sich die Menschen in möglichst großer Zahl an die Vorgaben halten, die in Corona-Zeiten zum täglichen Einmaleins gehören sollten: Abstand halten, Nies- und Hustetikette beachten, Massenansammlungen meiden und Masken tragen, wo die Abstandsregel nicht immer eingehalten werden kann. Aber die Erfahrung mit der Pandemie hat uns ebenso eindringlich vor Augen geführt, dass diese Herausforderung für die Menschheit auch ausschließlich mit vereinten Kräften und nicht mit nationalen Alleingängen zu meistern ist. So ist die diskutierte Öffnung der Grenzen in Europa auch ein sehr wichtiger psychologischer Schritt. Er signalisiert einerseits, dass die Schicksalsgemeinschaft der Nationalstaaten sich der gemeinsamen Verantwortung in dieser Situation bewusst ist und danach handelt. Das ist richtig. In absehbarer Zeit die rechtliche Möglichkeit zu eröffnen, wieder dorthin zu reisen wohin man möchte, ist ein Zeichen, das besagt: Die Europäer haben den Mut, zusammen einen Weg aus der Krise zu finden. Mit dem Risiko im Hintergrund, dass bei einer zweiten Infektionswelle auch Freiheiten unter Umständen in bestimmten Regionen wieder eingeschränkt werden müssen. Ein verantwortbarer Weg. Doch der Tourismus und die Reisefreiheit sichern Grundbedürfnisse, die gerade in diesen Zeiten von unschätzbarem Wert sind. Der Tourismus, weil er für viele Staaten eine enorm wichtige Säule des wirtschaftlichen Lebens bedeutet. Und die Reisefreiheit, weil sie die Möglichkeit eröffnet, sich selbst ein Bild von anderen Gesellschaften machen zu können und so Mythenbildung vorbeugt. Gerade das brauchen wir in diesen Zeiten.

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