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NDR Recherche: Zu wenig Ladesäulen bei Unternehmen?

Hamburg (ots) – In norddeutschen Unternehmen gibt es nach Recherchen des NDR bisher noch zu wenig Ladesäulen auf den Betriebsgeländen, damit ein Umstieg auf die E-Mobilität in Deutschland funktionieren kann.

In zehn Jahren soll es in Deutschland bis zu zehn Millionen Elektro-Autos geben. So sieht es das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung vor. Allerdings gibt es aktuell gerade einmal rund 137.000 Elektro-Autos (Stand: Januar 2020). Die Entscheidung, ob man sich ein E-Auto anschafft, hängt auch davon ab, wie einfach man sein Auto aufladen kann.

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft finden hierzulande mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge gar nicht an den öffentlich zugänglichen Säulen, sondern zuhause oder am Arbeitsplatz statt. Über diese private und gewerbliche Ladeinfrastruktur weiß man in Deutschland wenig. Es ist nicht statistisch erfasst, wie viele Lademöglichkeiten auf den Parkplätzen von Unternehmen für Kunden und Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Im Rahmen einer Recherche des NDR Politikmagazins “Panorama 3” und der NDR Sendung “Hallo Niedersachsen” wird nun erstmals öffentlich, wie viele Ladepunkte die größten Unternehmen im Norden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden anbieten. Anfang Januar dieses Jahres standen rund 2700 Ladepunkte auf Betriebsgeländen zur Verfügung.

Davon entfiel allerdings die Hälfte auf nur zehn Unternehmen. Allein Volkswagen hatte zum Zeitpunkt der Abfrage im Norden 665 Ladepunkte, gefolgt von den Stromnetzbetreibern Avacon aus Niedersachsen (199), swb Vertrieb Bremen GmbH (160), Stromnetz Hamburg (120) und Hansewerk aus Schleswig-Holstein (102). Das geht aus einer Umfrage unter den 437 größten Unternehmen im Norden hervor. 60 Prozent der Unternehmen haben geantwortet. Die meisten Unternehmen hatten nur zehn Ladepunkte und weniger. 27 Prozent der Unternehmen, die Zahlen geliefert haben, hatten überhaupt keinen Ladepunkt.

Als Gründe nennen Unternehmen auf die NDR Anfrage beispielsweise man “sehe keine Notwendigkeit zur Errichtung von Ladesäulen”, Aufstell- und Unterhaltskosten der Ladesäulen seien nicht wirtschaftlich, zudem seien Förderanträge zum Ausbau der Elektroladeinfrastruktur sehr langwierig. Viele Unternehmen wollen die weitere Entwicklung beim Aufbau der Elektromobilität erst beobachten und Investitionen prüfen. Offenbar scheuen viele Betriebe die hohen Kosten, die mit dem Aufbau einer Ladesäule verbunden sind, denn für eine Ladesäule zahlt man eine vier-bis fünfstellige Summe.

Das Bundesverkehrsministerium gibt im Interview mit dem NDR zu: “Wir wissen, dass wir deutlich mehr machen müssen, wenn wir wirklich zehn Millionen Elektrofahrzeuge im Jahr 2030 mit Strom versorgen wollen in Deutschland.”

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Quelle:https://www.presseportal.de/pm/6561/4601352
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