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Kitas und Schulen in der Corona-Krise¶ Zu viele offene Fragen¶

Bielefeld (ots) – Lothar Schmalen, Düsseldorf¶ Natürlich ist es eine sehr gute Nachricht für Familien mit kleinen Kindern in NRW, dass die Kitas vom 8. Juni an wieder täglich für alle Kinder geöffnet sind. Vor allem für Kinder aus sozial benachteiligten Familien ist die Kita unverzichtbar. Aber auch die anderen Kinder vermissen ihre gleichaltrigen Spiel- und Lernkameraden schmerzlich. Und für berufstätige Eltern ist die Zeit, in der Kinderbetreuung und Job in der Firma oder im Home-Office gleichzeitig gemanagt werden müssen, eine nervenaufreibende Herausforderung. Längst ist klar, dass vor allem Frauen diese Doppel-Last der Corona-Krise tragen müssen. Dass die Landesregierung sich nun also doch in Richtung Kita-Normalität bewegt, dürften die allermeisten richtig finden. Auch dass Familienminister Stamp den Kita-Trägern noch fast drei Wochen Zeit gibt, sich auf den “eingeschränkten Regelbetrieb” einzustellen, ist richtig. Und dennoch bleiben viele Fragen offen. Warum beispielsweise hat Stamp bei seinen Absprachen mit Trägern und Kommunen nicht auch gleich die Frage der Elternbeiträge geklärt? Die Eltern, die in diesen Wochen und Monaten wirklich keine leichte Zeit durchmachen, hätten auch hier Klarheit darüber verdient, ob und wenn ja, wie viel Beitrag sie trotz der reduzierten Betreuungszeiten im Juni und in den folgenden Monaten bezahlen müssen. Kaum nachvollziehbar ist auch, dass das, was für die Kitas richtig ist, nicht auch für die Schulen gilt. Niemand unter den Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas wird noch pauschal einer Risikogruppe zugeordnet, alle sind zunächst einmal verpflichtet, vor Ort in der Einrichtung zu arbeiten. Vom Präsenzdienst soll nur noch befreit werden, wer ein ärztliches Attest vorlegen kann. Warum gilt diese klare Ansage nicht auch für die Schulen? Dort lässt Schulministerin Gebauer die Lehrer weiter im Unklaren darüber. Aber die Entscheidung der Landesregierung über die Öffnung der Kitas für alle Kinder wirft noch eine viel allgemeinere Frage auf? Warum dürfen Kita-Kinder täglich in den Kindergarten, Grundschüler aber nur sporadisch in die Schule? So wie Stamp dem eindringlichen Appell der Kinderärzte und Krankenhaushygieniker gefolgt ist, sollte auch Schulministerin Gebauer auf die Fachleute hören. Denn: Größere Kinder brauchen die Schulen ebenso dringend wie ihre kleineren Geschwister die Kitas.

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