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Neue Debatte um CDU-Parteivorsitz und Merkel-Nachfolge Laschets Parteifreunde Thomas Seim

Bielefeld (ots) – Politik in Deutschland ist Parteipolitik. Um in dieser Parteipolitik überleben zu können, beachten die Menschen, die sie erfolgreich betreiben, besondere Kategorien im Umgang mit anderen Menschen. Ihr sozialer Dreisatz lautet “Freund, Feind, Parteifreund”. Das Ringen um den CDU-Vorsitz und damit die Aussicht aufs Kanzleramt ist ein Paradebeispiel für diese Klimax der Macht. Zum Ende der Woche machen sich in Baden-Württemberg Bundestagsabgeordnete der Union für einen CDU-Chef Jens Spahn stark. Der kandidiert derzeit allerdings gar nicht, sondern sucht seine Position als Freund und Vize-Kandidat des NRW-Ministerpräsidenten und bisherigen CDU-Vize Armin Laschet. Nun hat dieser Laschet-Vize Spahn ein Interview mit dem in der CDU weiter sehr einflussreichen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble aus Baden-Württemberg gegeben. Darin bescheinigt Schäuble seinem Freund Spahn einen “Willen zur Macht”. Spahn seinerseits unterstreicht, er schätze Schäubles Rat. Eine ganz andere Parteifreundin Armin Laschets, Bundeskanzlerin Angela Merkel, präsentierte sich zuletzt im Schloss Herrenchiemsee an der Seite von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Solche Bilder bei Hofe ist man von Merkel nicht gewohnt. Dass sie sie zugelassen hat, darf als Botschaft gelten. Da die frühere CDU-Chefin ihr Amt kaum an einen CSU-Chef übergeben will, lautet die Hauptbotschaft der Kanzlerin, dass sie Söder etwas zutraut, das sie in CDU-Reihen – mit Laschet noch – nicht sieht. Armin Laschet macht währenddessen Urlaub. Er repräsentiert mit seinem NRW-Landesvorsitz nach wie vor die meisten CDU-Mitglieder und ein Drittel aller Delegierten eines Parteitages – zusammen mit dem Westfalen und gelernten Bundespolitiker Jens Spahn. Der Appell von Laschets Parteifreunden in Baden-Württemberg lautet, er möge in sich gehen und prüfen, ob er der Partei noch die nötigen Impulse geben könne und dann – so die mitgedachte Botschaft – auf eine Kandidatur zugunsten von Spahn verzichten. Folgte er diesem Rat, wäre er allerdings auch als NRW-Ministerpräsident schwer beschädigt. Parteifreunde halt. Der CDU allerdings täte eine Konzentration auf nur einen Kandidaten vermutlich gut. Die beiden aktuellen Laschet-Mitbewerber Merz und Röttgen könnten ihre Kandidatur bei einem Rückzug Laschets kaum aufrecht halten. Darüber hinaus wäre die Lage für die Partei mit dieser Einigkeit wohl besser als mit einem knapper gewählten NRW-Ministerpräsidenten an der Spitze. Man erkennt Schäubles Kalkül. Er richtet derzeit den politischen Kurs in der Union aus und nennt dazu als Vorbilder in einem Atemzug Konrad Adenauer, auch Willy Brandt von der SPD und Angela Merkel. Das sind sehr große Schatten, auch wenn Helmut Kohl in dieser Reihe fehlt. Man wartet gespannt auf eine Antwort des Parteifreundes aus Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet.

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