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“Klangspektrum BW” – ein Hoffnungsschimmer für Musikerinnen und Musiker im Land Baden-Württemberg …

Stuttgart (ots) – Anmoderation:

Konzerte abgesagt, Tourneen verschoben, gemeinsame Proben unmöglich: Freie Musikerinnen und Musiker trifft die Corona-Pandemie bis ins Mark. Als im März Opernhäuser, Museen, Theater, Kinos und Konzerthäuser schließen mussten, waren die Leidtragenden nicht nur wir Besucherinnen und Besucher, sondern vor allem die Künstlerinnen und Künstler selbst. Und auch wenn die strengen Auflagen mittlerweile gelockert wurden, sind die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für freie Künstler nicht abzusehen, weiß Mini Schulz, Bassist und Dozent am Institut für Jazz und Pop an der Musikhochschule Stuttgart:

O-Ton Mini Schulz

Wenn die Menschen nicht in Veranstaltungen gehen können oder in die Theater- oder Konzertsäle, ist es ja ganz klar, dass diejenigen, die auf der anderen Seite spielen oder tanzen oder Musik machen, keine Auftrittsmöglichkeit haben, also nicht auf die Bühne können. Und alle, die keine festen Verträge haben – und das ist eigentlich die Regel -, können kein Geld verdienen. Und das bedeutet natürlich, dass man seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, seine Miete nicht bezahlen kann und seine Familie nicht versorgen kann. Das ist eine ganz fürchterliche Situation, in der man jetzt ist. Vor allem die ersten drei Monate, wo der totale Stillstand war, das war natürlich einfach nur furchtbar. Jetzt ist es so, dass man wieder etwas verdienen kann, aber es sind natürlich viel kleinere Beträge. Weil durch die 1,5-Meter-Regelung natürlich jeder Saal, jede Veranstaltung viel weniger Publikum reinlassen kann. Gleicher Ticketpreis, weniger Leute: weniger Ertrag für die Kulturschaffenden. (0:50)

Dass es für die Kulturschaffenden in Baden-Württemberg so nicht weitergehen kann, ist offensichtlich. Aus diesem Grund will die Baden-Württemberg Stiftung jetzt in Kooperation mit der Eva Mayr-Stihl Stiftung den Künstlern im Land mit dem Programm “Klangspektrum BW” unter die Arme greifen. Und damit wird ein wichtiges Signal in Krisenzeiten gesetzt, sagt Christoph Dahl, der Geschäftsführer der BW Stiftung:

O-Ton Christoph Dahl

Das wird ein großes Klangkunstwerk für Musikschaffende werden. Bis zu 1.000 Musikerinnen und Musiker aller Stilrichtungen, also Jazz, Pop, Klassik, Volksmusik, sind eingeladen, sich an einer digitalen Videoklanginstallation zu beteiligen. Sie laden ihre Stücke, ihre Interpretationen und Kompositionen hoch. Und alle diejenigen, die unsere Plattform besuchen, können sich dann diese Stücke anhören und anschauen. Und sie können sehen, was Baden-Württemberg bietet, welche Musikerinnen und Musiker sich bei uns mit ihren Beiträgen auf der Online-Plattform darstellen. Also wir wollen möglichst Vielen ermöglichen, dass sie mit ihren Beiträgen bei uns präsent sind. (0:42)

Das “Klangspektrum BW” richtet sich dabei an soloselbstständige Musikschaffende, die ihren steuerlichen Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg haben; es richtet sich an Musikschaffende, denen aufgrund der Corona-Pandemie Engagements weggebrochen sind und die schwere finanzielle Einbußen erlitten haben. Und natürlich sollen die Musikerinnen und Musiker nicht aus purem Idealismus kreativ werden. Alle Künstler erhalten für ihren Projektbeitrag ein einmaliges Honorar von 1.500 Euro brutto. Eine Experten-Jury bewertet die Einreichungen innerhalb der fünf definierten Stil-Sparten und vergibt dann jeweils einen Hauptpreis in Höhe von 3.000 Euro. Eine kreative Art der Hilfe, die für die Musikerinnen und Musiker gerade in diesen Zeiten von größter Bedeutung ist:

O-Ton Christoph Dahl

Die brauchen eben alternative Darstellungsformen, glaube ich. Und deshalb ist es uns wichtig, da Hilfestellung zu leisten. Wir unterstützen Musiker schon seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Programmen, wir haben dazu einen Kulturfonds, mit dem wir Musiker unterstützen, schwerpunktmäßig Musikschaffende mit Konzerten und Veranstaltungsreihen. Wir haben eine Musikakademie, in der wir junge Künstler unterstützen, die besonders begabt sind. Und ich glaube, deshalb sollten wir jetzt auch schauen, dass wir da eine besondere Möglichkeit bieten, sie wirtschaftlich zu unterstützen. (0:39)

Und so steht das “Klangspektrum BW” auch nicht umsonst unter dem Motto “Musik machen – Mut machen”. Das einzigartige Projekt ist vor diesem Hintergrund genau das richtige Signal zur richtigen Zeit, findet Musiker Mini Schulz:

O-Ton Mini Schulz

Natürlich macht das Mut, denn es gibt immer wieder neue Ideen. Jetzt haben wir sogar eine großartige Idee aus der BW Stiftung heraus, die gesagt hat: Lasst uns doch einfach mal die Energie, diesen kreativen Pool nutzen und daraus etwas bauen. Und zum anderen tun wir den Leuten, die gerade nicht so gesegnet sind mit irgendwelchen Festanstellungen oder Gigs und Konzerten, die sie gerade nicht spielen können, etwas Gutes. Wir können eine Momentaufnahme zum Thema Baden-Württemberg und seinem Sound machen, wie es sie noch gar nie gab. Und ich glaube einfach, nach allem, was ich von diesem Ländle hier weiß: Baden-Württemberg wird tierisch klingen! (0:36)

Abmoderation:

Keine Auftritte, kein Publikum, keine Gagen – die Corona-Pandemie hat auch die freischaffenden Musikerinnen und Musiker im Land besonders hart getroffen. Die Baden-Württemberg Stiftung greift den Künstlern jetzt unter die Arme und setzt mit dem digitalen Kulturprojekt “Klangspektrum BW” ein wichtiges Signal inmitten der Pandemie. Ab Herbst sollen die kreativen Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Quellenangaben

Textquelle: Baden-Württemberg Stiftung, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/130332/4681005
Newsroom: Baden-Württemberg Stiftung
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