Architekturpreis geht nach Köln: tristen Hinterhof in wohnliches Kleinod verwandelt

Köln (ots) – Eine heruntergekommene Unterkunft der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe aus den 1960er Jahren in einem asphaltierte Hinterhof: Um aus solch einem Zweckgebäude ein wohnliches Kleinod zu machen, bedarf es einer großen Portion Mut, viel Phantasie und eines guten Planers. Architekt Martin Wendling und seine Frau Lena Weißenfels stellten sich der Herausforderung, aus diesem unwirtlichen Ort das neue Zuhause für ihre Familie zu machen – mit Erfolg: Das Bauprojekt in Köln gewann beim diesjährigen Wettbewerb “Das Goldene Haus” von Europas größter Bau- und Wohnzeitschrift Das Haus und LBS West einen Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro.

Erst im zweiten Anlauf hatte es mit dem Kauf des Geländes im rechtsrheinischen Köln-Deutz geklappt. Die Stadt verkaufte das 426 Quadratmeter große Grundstück in einem Bieterverfahren an den Höchstbietenden. Einige Zeit nach der Abgabe des Gebots teilte die Behörde der Familie mit, dass sie keinen Zuschlag bekommen würde. “Damit schien der Traum von einem Häuschen in zweiter Reihe ausgeträumt zu sein”, blickt Lena Weißenfels zurück.

Mehr als ein Jahr später dann ein Anruf: “Haben Sie noch Interesse an dem Grundstück? Die zwei Bieter vor Ihnen sind beide abgesprungen.” Damit hatte die Familie nicht gerechnet. Trotz weiterer intensiver Suche, hatte sich ein so zentrales und dennoch ruhiges Grundstück im Kölner Zentrum nicht finden lassen. “Manchmal nimmt das Glück einen Umweg. Dann muss man seine ganze Vorstellungskraft zusammen nehmen, beherzt zupacken und sich seinen Traum vom Wohnen erfüllen”, sagt LBS-Gebietsleiter Daniel Wimmers.

138 Quadratmeter ebenerdig mitten in Köln

Architekt und Bauherr Martin Wendling ließ den alten Baukörper entkernen und erweiterte ihn um einen etwas höheren Anbau mit flach geneigtem Satteldach. Im alten Teil fanden die privaten Räume, wie Schlaf-, Kinder- und Badezimmer ihren Platz. Im neuen Anbau liegt der Eingangsbereich und ein großer, hoher Raum, in dem gekocht, gegessen und gewohnt wird. Insgesamt 138 Quadratmeter ebenerdig mitten in Köln.

“Wir finden vor allem den Höhenunterschied schön: Vorne hoch bis unter den Giebel vermittelt das Gebäude ein großzügiges Wohngefühl und dort, wo man sich ins Private, Intimere zurückzieht, wird auch die Decke niedriger”, erklärt Martin Wendling das Konzept.

Jury-Mitglied Gunnar Brand: “Als wenn das Haus schon immer dort gestanden hätte”

Die Materialwahl für die Fassade war von Beginn an klar: ein roter Ziegelstein. So wie die Mauer der benachbarten Kirche. “Dieser Bezug lässt das Gebäude nicht wie einen Fremdkörper erscheinen, sondern es passt sich gut in die Umgebung ein, als wenn das Haus schon immer dort gestanden hätte”, sagt Architekt und Jurymitglied Gunnar Brand aus der Das Haus-Redaktion.

Das alte Gebäude erkennt man nicht wieder: Die Fenster wurden bodentief vergrößert, Eichendielenboden verlegt, die Wände mit Kalk verputzt und die Außenwände mit Ziegel verklinkert. Statt einer großen Asphaltfläche gibt es einen Garten.

LBS-Experte Daniel Wimmers: Suche nach Baulücken lohnt sich

“In jeder Stadt, egal ob groß oder klein, gibt es solche Hinterhöfe, die brach liegen und darauf warten, verwandelt zu werden”, will Gunnar Brand auch anderen Bauherren Mut machen, sich Wohnen auch an ungewöhnlichen Orten vorzustellen. “Einige Bauämter haben Baulückenbörsen angelegt, um solche Grundstücke zu vermitteln. Die Suche lohnt sich”, weiß LBS-Immobilienexperte Wimmers.

Der diesjährige Wettbewerbsgedanke “Chance Altbau” von Das Haus und LBS sollte zukünftigen Sanierern und Renovierern zeigen, dass es zwar mitunter ein Abenteuer sein kann, ein in die Jahre gekommenes Haus auf einen neuen Stand zu bringen. Dass aber als Lohn ein besonderes Haus mit eigener Geschichte lockt.

“In vielen solcher Gebäude schlummern ungeahnte Möglichkeiten. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen, Durchbrüche oder ein Tausch der Raumnutzung, Fenster zu vergrößern, Materialien und Farbe zu erneuern – und das Haus oder die Wohnung sieht schon ganz anders aus”, weiß Jurymitglied Gunnar Brand.

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