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Slow Fashion: Kleider leihen statt kaufen

Baierbrunn (ots) – Die meisten T-Shirts haben 20.000 Kilometer hinter sich, bis sie bei uns auf dem Ladentisch liegen. Und ungefähr 200 Badewannen voll Wasser sind nötig, um nur ein Kilo Baumwolle zu gewinnen – ein Grund, weshalb der Aralsee, einst der viertgrößte Binnensee der Erde, kaum mehr existiert. Dabei werden gut 20 Prozent der gekauften Kleidungstücke nie getragen. Das sind etwa eine Milliarde pro Jahr. Der Kauf von Kleidung sei vielfach zum Hobby und gedankenlosen Massenkonsum geworden: “Vor allem die großen Ketten heizen ihn mit Kollektionswechseln an, die teilweise alle zwei Wochen stattfinden”, sagt Tristan Jorde, Umwelttechniker und Leiter des Bereichs Umwelt und Produktsicherheit bei der Verbraucherzentrale Hamburg, im Apothekenmagazin “Baby und Familie”.

Aus ein paar Basics viele Outfits kombinieren

Die Lösung des Problems lautet: Slow Fashion. Jorde appelliert an den Verbraucher zum Beispiel weniger und möglichst nachhaltige Kleidung zu kaufen und diese länger zu tragen. Außerdem könnte er Kleidungsstücke tauschen und weitergeben, im Zweifel auch mal leihen oder reparieren. In einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey gaben drei Viertel der Befragten an, genau das zukünftig tun zu wollen. Vor allem Jüngere zeigten großes Interesse an Secondhand.

Tanja Diechtierow aus Germering setzt das Konzept der nachhaltigen Kleidung seit einigen Jahren um. Die Mutter von zwei Kindern hat zunächst in allen Kleiderschränken eine Inventur durchgeführt – ein Tipp, der auch von Experten immer als Erstes genannt wird. Am besten zwei-, dreimal im Jahr alles durchgehen. “Das ist die Basis dafür, gezielt einkaufen oder tauschen und damit die Zahl der Kleidungsstücke reduzieren zu können”, sagt Diechtierow. Im “Kapsel-Kleiderschrank”, ein Begriff aus der Minimalismus-Bewegung, lassen sich mit etwas Planung aus ein paar Basics und wenigen weiteren Kleidungsstücken viele Outfits kombinieren.

Das Prinzip Bibliothek: ausleihen und zurückbringen

Doch reicht das allein nicht aus. Zumindest wenn man auch Wert auf ökologisch und “fair” produzierte Kleidung legt, also hohe Umweltbelastungen und soziale Probleme wie Kinderarbeit bei der konventionellen Herstellung nicht hinnehmen möchte. In den vergangenen Jahren setzen viele kleinere neue Firmen auf diesen Trend, die zudem mit innovativen Ideen zum Beispiel Verschnitt reduzieren. Bei der Orientierung im Textilmarkt helfen das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) für Umweltstandards sowie das Siegel der “Fair Wear Foundation” fürs Soziale, rät “Baby und Familie”. Tanja Diechtierow würde sich außerdem wünschen, wenn es künftig Kleidungsgeschäfte gäbe, die wie Bibliotheken funktionieren könnten: “Reingehen, anprobieren, ausleihen und nach einer Zeit zurückbringen.”

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Apothekenmagazin “Baby und Familie” 8/2020 liegt aktuell in den meisten Apotheken aus. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter https://www.baby-und-familie.de.

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