#böllerfrei ins neue Jahr: Immer mehr Händler verzichten auf Verkauf von Pyrotechnik – …

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Berlin (ots) –

– Umfrage der Deutschen Umwelthilfe bei 51 Händlern zeigt Fortschritte im Kampf gegen Pyrotechnik – DUH warnt: Dringend schnelleres und mehr Engagement nötig, vollständiger Verkaufsstopp und Verbotszonen müssen kommen – Zusätzliche Luftbelastung mit fast 5.000 Tonnen Feinstaub zum Jahreswechsel angesichts der Covid-19-Pandemie unbedingt vermeiden – Unter #böllerfrei können sich Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit DJ und Umweltaktivist Dominik Eulberg digital für einen umweltfreundlichen und ungefährlichen Jahreswechsel stark machen Im Kampf gegen die umwelt- und gesundheitsschädlichen Feuerwerke an Silvester vermeldet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) weitere Erfolge. Gleichzeitig mahnt die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation, dass der Weg zu einem böllerfreien Jahreswechsel noch weit ist und fordert dringend Verkaufsstopps und Verbotszonen sowie ein Engagement des Bundesinnenministers.

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Aus einer Händlerumfrage der DUH in diesem Jahr geht hervor, dass weitere prominente Ketten und Geschäfte den Verkauf von Pyrotechnik gestoppt haben oder bald stoppen. Von den befragten 51 Baumärkten, Discountern und Supermärkten erhalten sieben eine Grüne Karte, weil sie keine Pyrotechnik zum anstehenden Jahreswechsel mehr verkaufen. Dazu zählen die Baumarktkette Hornbach, die Raiffeisen Waren GmbH und K + K Klaas & Kock. Vier weitere erhalten eine Gelbe Karte, weil sie entweder in einzelnen Filialen oder aber ab dem kommenden Jahr auf Feuerwerksverkauf verzichten, darunter Filialen von Rewe und Edeka sowie die Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe. Dass trotz dieser Erfolge der Kampf gegen Pyrotechnik weiter intensiviert werden muss, zeigt die immer noch erschreckend hohe Zahl von 40 Handelsunternehmen, die eine rote Bewertung erhalten. Vor allem Discounter wollen nach wie vor nicht zugunsten von Umwelt- und Gesundheitsschutz auf das Geschäft mit der Böllerei verzichten.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: “Wir freuen uns, dass immer mehr auch große Handelsketten Umwelt und Gesundheit über sinnlose Böllerei und Gewinne stellen. Doch leider gibt es noch viel zu viele ignorante Betriebe, die weiterhin Pyrotechnik verkaufen. Diese Unternehmen übernehmen keine Verantwortung für Umwelt, Mensch und Tier. Das ist nicht hinnehmbar, dafür gibt es die Rote Karte. Denn die Argumente gegen Pyrotechnik und für ein böllerfreies Silvester sind überwältigend – und im Zusammenhang mit Covid-19 noch alarmierender.”

Ebenso wie die DUH warnt auch das Umweltbundesamt vor den Gefahren für Umwelt, Luftqualität und Gesundheit durch Pyrotechnik:

– Jährlich werden an Silvester binnen weniger Stunden 4.200 – 5.000 Tonnen gesundheitsschädlicher Feinstaub freigesetzt. Das ist angesichts der sich verschärfenden Corona-Pandemie besonders alarmierend. Denn immer mehr Studien weisen auf den Zusammenhang zwischen hoher Luftbelastung und schwerem Krankheitsverlauf bei Covid-19 hin. – Für etliche Menschen und sehr viele Tiere ist die Silvesternacht ein Albtraum. Neben zum Teil schwerwiegenden Verletzungen sind die psychischen Auswirkungen massiv. Der ohrenbetäubende Lärm und die hell leuchtenden Blitze lösen etwa bei Kleinkindern oder dementen Menschen ebenso wie bei Wild- und Haustieren Stress, Angst und Panik aus. – Die Böllerei verursacht zudem tausende Tonnen unnötigen Abfall, der die Umwelt belastet. Auch die Kosten für Entsorgung und Beseitigung von Sachschäden sind erheblich. Das alles trägt dazu bei, dass sich entgegen vieler Behauptungen die deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen privates Feuerwerk ausspricht. Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem vergangenen Jahr sind knapp 60 Prozent für ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke in Innenstädten. Auch deshalb hat die DUH mit Unterstützern die Kampagne #böllerfrei ins Leben gerufen.

Dominik Eulberg, DJ und Umweltaktivist: “Brauchen wir wirklich noch die Böllerei an Silvester? Ist sie nicht ein Anachronismus, dessen Brauch und Funktion heutzutage auf so vielen Ebenen obsolet ist? Denn sie hat einen hohen Preis: Wir geben fast so viel für sie aus, wie wir an Naturschutz- und Umweltorganisationen spenden, es entstehen Unmengen an Müll, wir emittieren damit in einer Nacht etwa so viel Feinstaub wie in 2 Monaten Straßenverkehr und Tiere müssen extrem darunter leiden. Unterstützt die Deutsche Umwelthilfe unter dem Hashtag #böllerfrei in den sozialen Medien und gebt eure Stimme für einen friedlichen, gesundheits- und umweltfreundlichen Neujahrswechsel unter https://www.duh.de/boellerfrei/ (https://www.duh.de/boellerfrei/)ab.”

Zudem fordert die DUH, dass Kommunen und Bundesinnenminister Seehofer stärker aktiv werden. Zahlreiche Städte, darunter Aachen, Berlin, Stuttgart und München, haben bereits Böllerverbote verhängt bzw. bestehende Verbotszonen erheblich ausgedehnt. Die DUH fordert auch alle weiteren Kommunen auf, alle bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um private Feuerwerke zu verbieten. In einem Rechtsgutachten im Auftrag der DUH sind die rechtlichen Möglichkeiten sowie praktische Beispiele zur Umsetzung von böllerfreien Zonen aufgeführt. Das Kurzgutachten können Kommunen ohne großen Aufwand als Regelungsvorlage verwenden. Daneben muss Bundesinnenminister Seehofer seinen Versprechungen nachkommen und endlich die 1. Sprengstoffverordnung hinsichtlich des §24 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ändern. Mit der geplanten Änderung wird es Städten und Kommunen ermöglicht, erweiterte und gegebenenfalls das gesamte Stadtgebiet umfassende Sperrzonen für Pyrotechnik auszuweisen und damit der Böllerei ein Ende zu setzen.

Links:

Die komplette Händlerumfrage und das Rechtsgutachten für die Kommunen finden Sie hier: http://l.duh.de/p201102

Zur Kampagne #böllerfrei: https://www.duh.de/boellerfrei/

Weitere Infos: https://www.duh.de/projekte/silvesterfeuerwerk/

Zur Studie des Umweltbundesamts: https://www.umweltbundesamt.de/themen/dicke-luft-jahreswechsel

Quellenangaben

Textquelle: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/22521/4751067
Newsroom: Deutsche Umwelthilfe e.V.
Pressekontakt: Jürgen Resch
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