Grünen-Chef Habeck fordert Verbot von Wildtierimporten und Pelztier-Massenhaltung – “Brutherd” …

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Köln (ots) – Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck fordert zur Verringerung des Pandemie-Risikos einen veränderten Umgang mit der Natur, insbesondere mit Wildtieren und industriell gehaltenen Pelztieren. “Es ist nicht die Schuld von Fledermäusen oder Nerzen, dass sie uns infizieren. Es ist die Folge unserer Art zu wirtschaften”, schreibt Habeck zusammen mit der Grünen-Umweltpolitikerin Steffi Lemke und der früheren Landwirtschaftsministerin Renate Künast in einem Beitrag für den “Kölner Stadt-Anzeiger” (Mittwoch-Ausgabe). Die aktuelle Corona-Infektionskrankheit ist eine “Zoonose”, die höchstwahrscheinlich auf die Übertragung des Coronavirus von Wildtieren – mutmaßlich Fledermäusen – auf den Menschen zurückgeht. Das Risiko vergleichbarer Zoonosen mit tödlichen Folgen für den Menschen steige, schreiben die Autoren. Die Abholzung riesiger Regenwaldflächen für den Anbau von Futtermitteln für Schlachtvieh trage dazu bei, dass Wildtiere in immer näheren Kontakt mit dem Menschen kommen. “So befördern auch unsere Ernährungsgewohnheiten das Risiko von neuen Infektionskrankheiten.”

Der Grünen-Chef plädiert für einen Stopp des Freihandelsabkommens Mercosur zwischen der EU und Südamerika, solange in Brasilien die Zerstörung des Regenwalds voranschreitet. Eines der am meisten unterschätzten Probleme in Bezug auf die Entstehung von Zoonosen sei der Handel mit Wildtieren, warnen Habeck und seine Co-Autorinnen. Sie fordern den Import von Wildtierfängen zu verbieten, ebenso Besitz und Verkauf von Tieren, die in ihrem Heimatland illegal gefangen und exportiert wurden. “Zugleich brauchen wir Positivlisten für Tiere, deren Privathaltung unbedenklich ist. Gewerbliche Tierbörsen sollten untersagt werden.” Mit einem europaweiten Verbot solle zudem die industrielle Haltung von Pelztieren belegt werden. Auch diese erweise sich “als Brutherd zoonotischer Erkrankungen”. Es gebe keine Rechtfertigung für die tierquälerische Haltung von Nerzen, Marderhunden oder Füchsen. Überdies “sollten wir dafür Sorge tragen, dass neue Pelze nicht importiert werden können. Wenn es schon nicht das Leid der Tiere ist, das uns dazu bewegt, dann vielleicht der Schutz vor zoonotischen Infektionen.”

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Quellenangaben

Textquelle: Kölner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/66749/4766450
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