Anwalt Miguel Bronfman: Antisemitischer Anschlag in Buenos Aires muss endlich aufgeklärt werden

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Berlin (ots) – Der Prozess gegen Carlos Telleldín im Zusammenhang mit dem antisemitischen Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires geht in die Schlussphase. “Es ist offensichtlich, dass seine Lügen verbergen, wem er den Kleinlaster wirklich übergeben hat, und dass er die Wahrheit nicht sagen kann, weil die Wahrheit ihn selbst kompromittieren würde”, sagte Miguel Bronfman gegenüber “nd.Der Tag” (Donnerstagausgabe). Telleldín wird beschuldigt, die Autobombe präpariert und übergeben zu haben, mit der der Terroranschlag am 18. Juli 1994 durchgeführt wurde. Bei dem Attentat auf Amia waren 85 Menschen getötet und 300 verletzt worden. “Der Angriff wurde mittels einer Autobombe begangen, was zweifelsohne durch Zeugenaussagen und verschiedene Expertenstudien belegt ist.

Am 25. Juli 1994, sieben Tage nach dem Angriff und als bereits eine beträchtliche Menge an Trümmern aus dem Gebäude geräumt worden war, fanden israelische Soldaten, die bei der Bergung der Opfer halfen, zusammen mit argentinischen Polizisten den Motorblock eines Kleinbusses der Marke Renault Trafic”, schildert Bronfman, der als Rechtsanwalt beim Prozess das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires vertritt. Zugelassen war der Renaut Trafic auf Carlos Telleldín. Für Bronfman ist er weit mehr als ein Autoschieber: “Telleldín hat auf der einen Seite eine Laufbahn in allen vorstellbaren Bereichen: Frauenhandel, Dollarfälschung, Schmuggel, Diebstahl und Umbau von Fahrzeugen usw. Um all diese Aktivitäten im Laufe der Jahre durchführen zu können, hatte er stets gute Kontakte zu Angehörigen der Sicherheitskräfte, insbesondere zur Polizei der Provinz Buenos Aires”, beschreibt der Jurist die Vorgeschichte des Angeklagten, der einen rechtsradikalen, familiären Hintergrund hat.

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Telleldín ist laut Bronfman nur ein Schurke des Stücks, indem auch Iran eine Rolle gespielt haben soll: “In den gerichtlichen Ermittlungen gibt es Hinweise darauf, dass der Angriff vom Iran mit Hilfe der libanesischen Hisbollah entschieden, geplant und durchgeführt wurde.” Aus diesem Grund gebe es heute internationale Haftbefehle gegen frühere Funktionäre der damaligen iranischen Regierung sowie gegen ehemalige Beamte der iranischen Botschaft in Buenos Aires, insbesondere gegen den Ex-Diplomaten Mohsen Rabbani, der einer der Hauptverantwortlichen des Anschlags war, führt Bronfman aus. Im Fall Telleldín erwartet Bronfman ein Urteil bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2021. Für die jüdische Gemeinde wäre es ein wegweisender Moment, sollte es nach 26 Jahren noch zu einer Verurteilung eines Täters in dem Fall kommen.

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Textquelle: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/59019/4767621
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