“ttt – titel thesen temperamente” (MDR) am Sonntag, 22. November 2020, um 23:35 Uhr

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München (ots) – Die geplanten Themen:

Für eine bessere Zukunft – der Dokfilm “Morgen gehört uns”

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Die kleinste Kooperativ-Bank der Welt existiert in Peru. Ihre Grundidee ist ökologisch und genial: Jeder Kontoinhaber zahlt jeden Monat mindestens sechs Kilogramm Altstoffe ein, die dann in Geldwert auf dem Konto verbucht werden. 3000 Kontoinhaber gibt es inzwischen. Geschäftsführer dieser Bank ist Jose Adolpho, gegründet hat er sie vor sechs Jahren – da war er sieben Jahre alt. Ihn und andere weltweit politisch und gesellschaftlich äußerst aktive Kinder hat der französische Journalist und Filmregisseur Gilles de Maistre für seinen Film “Morgen gehört uns” bei ihrem Kampf gegen Armut, Obdachlosigkeit, Ungerechtigkeit, Kinderehen oder selbst für gewerkschaftliche Rechte von Kinderarbeitern begleitet. Der Regisseur, der in seinen 35 Schaffensjahren immer wieder die Not und den Missbrauch von Kindern angeklagt hatte, wollte diesmal einen optimistischen Film machen, einen der Mut macht.

Tatsächlich haben sich in mehreren französischen Städten nach der Vorführung seines Films Kinder zu organisieren begonnen, um zum Beispiel Obdachlose mit Essen zu versorgen.

Anfang Dezember soll der Film nun auch in die deutschen Kinos kommen.

Wir haben mit dem Regisseur Gilles de Maistre an seinem aktuellen Aufenthaltsort, im Senegal, gesprochen.

Autor: Dennis Wagner

Paris und der Terror – Hilmar Klutes Roman “Oberkampf”

Das Jahr 2015 war das Jahr des Schreckens für Paris. Der islamistische Terror hielt nicht nur die Hauptstadt, sondern ganz Frankreich in Atem. Im Januar erschossen muslimische Terroristen fast die gesamte Redaktion des Satiremagazins “Charlie Hebdo”, bei dem Angriff auf einen jüdischen Supermarkt kamen vier Geiseln ums Leben. Im November starben 130 Menschen bei Überfällen auf den Konzertsaal Bataclan und umliegende Cafés. Im Jahr 2015 spielt auch die Handlung von Hilmar Klutes Roman “Oberkampf”. Dessen Hauptfigur lässt sich in dem Pariser Amüsierviertel rund um die Rue Oberkampf nieder, wo die Anschläge passierten. Hautnah erlebt der Romanheld die Reaktionen der Menschen.

Fünf Jahre später, im September, begann der Prozess gegen die Hintermänner der Tat. Zum Prozessbeginn druckte “Charlie Hebdo” eine Ausgabe mit all den umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed, die in der Vergangenheit Kontroversen ausgelöst hatten. Gleichzeitig erschütterte eine Welle von Morden ganz Europa. Junge Muslime begingen Anschläge in Paris, Nizza, Dresden und Wien. Wie lässt sich der neue Terror erklären und wie kann man ihm begegnen? Müssen die europäischen Staaten mehr Härte zeigen? Oder gibt es alternative Wege der Terrorbekämpfung? Dazu äußern sich der Romanautor Hilmar Klute, die französische Terrorismus-Expertin Anne Giudicelli und der Philosoph und Essayist Pascal Bruckner. Alle gehen der Frage nach: Lassen sich die Ideen des Islam mit den liberalen Demokratien in Europa vereinbaren, und wenn ja, wie?

Autorin: Hilka Sinning

Love and politics – Neues von Soulsänger Aloe Blacc

Aloe Blacc ist eine große Stimme im modernen amerikanischen Soul. Seine Musik: smooth, wohltuend und zugleich voller Verehrung für die GenreIkonen der schwarzen Musikgeschichte. Mit seinem Song “I Need a Dollar” gelingt ihm 2010 ein internationaler Superhit. Musikalisch ist er eine Anlehnung an die Chain Gang- und Feldarbeitersongs der Sklaven in den USA, er erzählt vom Unglück, vom harten Leben am Rande der Gesellschaft.

Ein politischer Künstler war Aloe Blacc, ein Kind einer Einwandererfamilie aus Panama, schon immer, auch wenn sein Soul so gar keine Scheu vor großen Pop-Gesten zu haben scheint “Es kommt nicht auf das Genre an – Musik kann immer die Kraft entwickeln, die Gesellschaft zu verändern.” Mit “All Love Everything” ist nun Aloe Blaccs neues Studioalbum erschienen. Wir haben den Künstler, der sich gerade in diesen Zeiten aktiv für die Rechte der People of Color in den USA einsetzt, in Berlin getroffen.

Autor: Marcus Fitsch

Begleiter der Moderne: Fotografien von Shunk-Kender

Es ist zweifellos eine Entdeckung. Hinter dem Namen Shunk-Kender verstecken sich zwei: der in Leipzig geborene Harry Shunk (1924-2006) und der Ungar Janos Kender (1937-2009). Sie trafen sich 1957 in Paris. Sie waren Autodidakten und sie begannen, die Aktionen und die Kunst der jungen neuen Kunst zu fotografieren. Sie waren Partner im Leben und in der Arbeit, die sie bis zur Trennung 1973 mit vielen Künstlern zusammenbrachte, die heute berühmt sind: Von Niki de Saint Phalle bis Andy Warhol. Das Besondere der Fotografie der beiden, die sich entschlossen, als Produzenten gemeinsam als Shunk-Kender aufzutreten: Sie nahmen nicht nur die ungewöhnlichen, neuen, frechen Werke der Moderne auf und dokumentierten Ausstellungseröffnungen, sondern begleiteten die Künstler, sie nahmen an deren Leben teil – und fotografierten diese Bohème. So entstanden ab 1968 in New York viele einzigartige Beobachtungen. Als Harry Shunk 2006 starb, fanden sich in seiner Wohnung 200.000 Aufnahmen. Nach einer Ausstellung im Centre Pompidou ist eine Auswahl jetzt auch in Leipzig zu sehen.

Autor: Meinhard Michael

Im Internet unter www.DasErste.de/ttt (http://www.DasErste.de/ttt)

Moderation: Max Moor

Redaktion: Matthias Morgenthaler / Jens-Uwe Korsowsky (MDR)

Quellenangaben

Bildquelle: obs/ARD Das Erste
Textquelle: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/6694/4768808
Newsroom: ARD Das Erste
Pressekontakt: Agnes Toellner
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