Save the Children veröffentlicht spektakuläres Jahrhundertbuch “Ich lebe” und neuen Report “Krieg …

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Berlin (ots) – “Meine Nachbarn waren beunruhigt, als die Flüchtlinge kamen. Aber ich sagte: ‘Lasst uns solidarisch sein mit Menschen in Not. Niemand verlässt seine Heimat ohne guten Grund’.”

Das denkt der 107-jährige Berliner Erich Karl über die Geflüchteten im Containerbau in seiner direkten Nachbarschaft. Als hungriger Junge nach dem Ersten Weltkrieg überlebte er dank Schulspeisungen von Save the Children. Seine Geschichte und die weiterer 10 Kriegskinder aus aller Welt veröffentlicht Save the Children im außergewöhnlichen Bildtextband “Ich lebe”. Das Jahrhundertbuch erscheint im 100. Gründungsjahr des ersten internationalen Büros von Save the Children in Genf, ein Jahr nach dem 100. Geburtstag der weltweit tätigen Kinderrechtsorganisation.

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Vom rüstigen Überlebenden des Ersten Weltkriegs zu einem neugeborenen Rohingya-Mädchen versammelt das Buch nach zweijähriger Produktionszeit und einer weltweiten Spurensuche elf eindringliche Reportagen, die Hoffnung machen. Alle Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten über ihre Kindheit im Krieg und betonen, wie tiefgreifend die erhaltene Hilfe ihr weiteres Leben prägte.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat beim Jahrhundertbuch “Ich lebe” als Gastautor mitgewirkt und betont:

“Der Bildband ist beeindruckend und wichtig. Denn er lenkt die Aufmerksamkeit auf die von Krieg und Vertreibung betroffenen Kinder. Das Problem ist: Wir sehen in Deutschland die Not und das Elend der Kinder oft nicht. Die Kameras sind nicht darauf gerichtet. Wir sehen nicht, wie 75 Millionen Kinder in den Entwicklungsländern unter ausbeuterischen Bedingungen schuften müssen – auch für unsere Konsumgüter. Was die Bilder auch zeigen: Kinder haben trotz der schrecklichen Erlebnisse Zuversicht und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und die müssen wir ihnen geben. Dazu gehört vor allem, Kinder in den Flüchtlingscamps mit Ernährung, Bildung und einer Ausbildung zu versorgen und endlich das Verbot von Kinderarbeit durchzusetzen.”

Auf den Weg gebracht und konzipiert wurde das ungewöhnliche Buchprojekt von Martina Dase von Save the Children, die Porträts der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen hat der renommierte Schweizer Fotograf Dominic Nahr gemacht. Jedem Überlebenden ist zudem ein Gastautor oder eine Gastautorin zugeordnet, die sich ohne Hintergrundwissen schreibend in eines der Bilder vertieften, darunter neben Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller Persönlichkeiten wie die Violinistin Anne-Sophie Mutter, der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon aus Korea, die dänische EU-Kommissarin Margrethe Vestager, der nigerianische Literaturnobelpreisträger Professor Wole Soyinka, der iranische Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan und der legendäre britische Kriegsreporter Jon Swain.

Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Anne, Schirmherrin von Save the Children, schrieb das Grußwort. Sie betont “Wir können Kriege nicht beenden, aber in den Augen der Überlebenden können wir erkennen, was unsere Hilfe bewirkt.”

Im neuen Report “Krieg gegen Kinder”, der zeitgleich mit dem Buch “Ich lebe” veröffentlicht wird, berichtet Save the Children, dass aktuell 426 Millionen Kinder heute in Konfliktgebieten aufwachsen, mehr als je zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Protagonisten aus dem Buch “Ich lebe” durchlitten die gleiche erschütternde Not wie Abermillionen Kinder heute. Doch sie lassen nun die Weltöffentlichkeit an ihren Lebensgeschichten teilhaben.

“Unser Buch ist eine Einladung an die Leser, sich in unserer bildergesättigten Zeit auf neue Weise mit einem äußerst kriegerischen Jahrhundert auseinanderzusetzen – nicht didaktisch, sondern cinematografisch, multiperspektivisch, assoziativ. Damit machen wir auf ganz neue Weise erlebbar, wie prägend es ist, wenn Kinder in größter Not Hilfe erfahren. Und wir ergänzen die Bildsprache der NGOs um eine neue Dimension”, betont Martina Dase, Direktorin für Strategische Kommunikation bei Save the Children Deutschland, Initiatorin und Kreativdirektorin des Jahrhundertprojekts. “Wir porträtieren die Überlebenden nicht als Opfer, sondern so, wie sie sich selbst sehen. Mit einer bewundernswerten Stärke. Und mit einem Recht auf Schönheit.”

“Wenn wir über Kinder im Krieg sprechen, denken wir an die Konfliktherde der heutigen Zeit, an Syrien oder den Jemen”, so Fotograf Dominic Nahr über die Beweggründe des Projekts. “Aber wir wollten tiefer gehen, in die Vergangenheit reisen und Menschen finden, die all den Horror, den Kinder heutzutage erleben, bereits hinter sich haben. Was haben diese Erfahrungen mit ihnen gemacht? Das wollten wir herausfinden.”

Die Biographien der Überlebenden prägender Kriege der letzten 100 Jahre könnten nicht unterschiedlicher sein. Jeder und jede Einzelne hat einen eigenen Weg gefunden, mit Trauer, Trauma oder Heimatverlust umzugehen.

Und doch gibt es quer durch die Jahrzehnte und Weltregionen Gemeinsamkeiten, die das Buch herausarbeitet. Besonders klar wird, dass die empfangene Hilfe die Überlebenden selbst hilfsbereit gemacht hat: Erich Karl (inzwischen 107), der im Ersten Weltkrieg aufwuchs, blickt heute von seinem Balkon verständnisvoll auf die Flüchtlingsunterkunft nebenan. Vichuta Ly (53), die durch den Terror der Roten Khmer 30 Familienmitglieder verlor, setzt sich als Menschenrechtsanwältin für Opfer von Gewalt ein. Vanessa Ntakirutimana (29), die Überlebende des Völkermords von Ruanda, die bis heute keine Gewissheit über das Schicksal ihrer Eltern hat, will für ihre Kinder die Mutter sein, die sie damals verlor.

“Die Zeitzeugen, die wir porträtieren, sind gewöhnliche Menschen, die unter außergewöhnlichen Umständen leben oder gelebt haben. Ihre Geschichten verdeutlichen, wie anders unser Leben hätte verlaufen können, wären wir zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort geboren. Uns ging es angesichts der Verheerungen, die Kriege für Kinder zu allen Zeiten bedeuten, um ein durch und durch humanistisches Plädoyer – mit den Mitteln der Ästhetik.”, sagt Martina Dase. Den Titel “Ich lebe” wählte sie, um die positive Note zu unterstreichen, die das Buch trotz der Leidensgeschichten immer wieder durchzieht.

Bei allen Erfolgen, die die Menschheit in den vergangenen 100 Jahren erreichen konnte, ist die Geschichte der Kriege nicht zu Ende – im Gegenteil. Und so steht das Baby Rajiya (Name geändert), geboren 2019 im riesigen Rohingya-Camp Kutupalong in Bangladesch, im Buch “Ich lebe” auch als Symbol der Hoffnung für das anbrechende, hoffentlich weniger kriegerische neue Jahrhundert in der Geschichte von Save the Children.

Die Besonderheit des Buches ist neben dem weitreichenden konzeptionellen Ansatz seine außergewöhnliche Gestaltung – allen Porträtierten ist eine Farbe zugeordnet, die dem Charakter entspricht. So blättert der Leser im wörtlichen Sinn eine bunte, facettenreiche “Menschheitsfamilie” auf, in der es immer neue Bezüge zu entdecken gibt.

Den universellen Charakter der Kriegserfahrungen hebt Dominic Nahr hervor, indem er Porträts und Reportagen, aktuelles und historisches Material, Farbe und Schwarz-Weiß, analoge und digitale Aufnahmen so verwebt, das Orte und Zeiten verschmelzen. Zusammen mit den Essays und den persönlichen Beiträgen der prominenten Gastautorinnen und -autoren fügen sich die Bilder zu einer eindringlichen Gesamtkomposition zusammen.

Mit dem Buch “Ich lebe. Wie Kinder Kriege überstehen. Ein Jahrhundertporträt” würdigt Save the Children Deutschland auch seine britische Gründerin Eglantyne Jebb. Gegen viel öffentlichen Widerstand ihrer Landsleute hatte sie 1919 in London Save the Children ins Leben gerufen, um sich für die hungernden Kinder des ehemaligen Feindes Deutschland einzusetzen. Bereits ein Jahr später, 1920, eröffnete die weitsichtige Sozialreformerin ein internationales Büro in Genf, unmittelbar neben dem Sitz des Völkerbunds. Dort begann sie mit ihrer politischen Lobbyarbeit für die Rechte der Kinder, denn schon damals erkannte sie: “Hilfe allein genügt nicht.”

Der Report “Krieg gegen Kinder” wird am 20. November 2020 veröffentlicht (Die Angaben daraus haben die Sperrfrist 20.11.2020, 01.01 Uhr).

Das Buch “Ich lebe” umfasst 324 Seiten und erscheint am 25. November 2020 in deutscher und englischer Sprache im Kerber Verlag und ist ab Dezember im Handel erhältlich.

Gesamtkonzept “Ich lebe” Martina Dase Fotografie Dominic Nahr Essays Bertram Job Nach Interviews und Reportagen von Anna Mayumi Kerber Gastautoren Anne-Sophie Mutter Ingo Zamperoni Jon Swain Anne Watts Margrethe Vestager Ban Ki-moon Professor Wole Soyinka Mayte Carrasco Marcel Mettelsiefen Ulrike C. Tscharre Amir Hassan Cheheltan Dr. Gerd Müller Preis: 45 Euro ISBN 978-3-7356-0632-7 22 × 26,5 cm 324 Seiten 102 farbige und 60 s/w Abbildungen Hardcover Sprachen: Deutsch und Englisch Hier finden Sie einen Überblick über sämtlichen Content zur Berichterstattung rund um das Buch:

https://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2SQKJPL2

Ein Faktenblatt zum Buch finden Sie hier:

https://cloud.savethechildren.de/index.php/s/6GGdLyj5y9GcyiX?path=%2FGerman

Unser Spendenkonto:

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IBAN: DE92100205000003292912

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Stichwort: Ich lebe

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 110 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.

Quellenangaben

Textquelle: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/pm/106106/4769130
Newsroom: Save the Children Deutschland e.V.
Pressekontakt: Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Susanne Sawadogo
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