Was ist der Unterschied zwischen CBD- und Cannabisblüten?

Was ist der Unterschied zwischen CBD- und Cannabisblüten?

Viele Menschen denken beim Wort Cannabis an einen Joint, an Haschisch und ans Kiffen. Tatsächlich diente Cannabis schon sehr vielen Kulturen als Mittel für die Rauscherzeugung und das schon seit mehr als Tausend Jahren. Damals wie heute spielte das sogenannte THC oder Tetrahydrocannabinol dabei eine entscheidende Rolle. Dabei handelt es sich um den Hauptbestandteil der Pflanze, der psychoaktiv ist. Dieser Bestandteil wurde zuerst entdeckt und ist aus diesem Grund auch bestens erforscht.

Die beiden bekanntesten Bestandteile

THC und CBD sind die beiden bekanntesten Protagonisten im Hanf. Sie sind zwar Geschwister, könnten aber gegensätzlicher kaum sein. Allerdings ergänzen und beeinflussen sich THC und CBD gleichermaßen, beispielsweise, wenn der eine Stoff die Wirkkraft des anderen Stoffes hemmt. Dies zeigt sich bereits bei den einzelnen Hanfsorten, die entweder viel zu viel oder viel zu wenig des jeweiligen Stoffes haben. Vereinfacht lässt sich das Ganze folgendermaßen ausdrücken: Wo besonders viel THC enthalten ist, da ist weniger CBD enthalten oder eben umgekehrt.

Ist THC psychoaktiv?

Als psychoaktiv werden alle Stoffe bezeichnet, die das Bewusstsein des Menschen verändern können. Dies macht sich vor allem bei der Wahrnehmung bemerkbar, denn es kann zu Kontrollverlust und zu Wahnvorstellungen kommen. THC ist ein psychoaktiver Stoff, der in jedem Joint enthalten ist und zugleich für das schlechte Image von Cannabis verantwortlich ist. THC ist aber weitaus mehr als nur ein Rauschmittel, was klar wird, wenn man den hohen Anteil von THC-haltigem Cannabis sieht, der seit mehreren Jahren von Ärzten verschrieben wird. In diesem Fall hilft THC beispielsweise bei der Schmerzlinderung von Krebspatienten.

Was macht den Unterschied zwischen THC und CBD aus?

CBD ist so etwas wie der Gegenpart von THC. Wo THC den Appetit anregt, hemmt ihn CBD. Während CBD den guten Ruf hat, Ängste und Psychosen erfolgreich zu bekämpfen, ruft THC im ungünstigsten Fall beides hervor oder fördert es. Der größte Unterschied ist aber, dass CBD keinen Rausch erzeugen kann. CBD hilft dabei, sich zu entspannen, THC hingegen kann das Bewusstsein massiv verändern. CBD kann die Symptome von Multipler Sklerose und Arthrose lindern und hat dazu noch eine entzündungshemmende Wirkung, die bei THC nicht vorhanden ist.

Welche Rolle spielen die Cannabisblüten?

Die Cannabispflanze hat in der Regel unvollkommene männliche und weibliche Blüten, die aber auf unterschiedlichen Pflanzen vorkommen. Es ist allerdings nicht ungewöhnlich, dass einige Pflanzen sowohl männliche als auch weibliche Blüten haben. Diese Pflanzen nennen sich Hermaphroditen. Während die männlichen Blüten hierbei die Form einer Rispe haben, treten die weiblichen Blüten als Trauben auf. Für die Verwendung in der Medizin sind vor allem die weiblichen Blüten von Bedeutung, denn auf ihren kelchförmigen Blättern und den Tragblättern sind sowohl Cannabinoide wie auch Terpenoide und andere flüchtige Substanzen zu finden. Beide Stoffe, CBD und THC, spielen in der Pharmazie eine wichtige Rolle und sind nur in den weiblichen Blüten zu finden. Symptome lindern sie zwar beide, aber auf ganz unterschiedliche Art und Weise. CBD wirkt als Antiepileptikum und als Hypnotikum, THC hingegen löst euphorische Zustände aus, steigert den Appetit und hat eine entkrampfende Wirkung.

Hilfe durch den Vaporizer

Viele Patienten nehmen CBD über einen sogenannten Vaporizer zu sich. In einem Vaporizer werden getrocknete Kräuter wie das Cannabidiol stark erhitzt, die Wirkstoffe werden in einem aromatischen Dampf wieder ausgeschieden. Das CBD wird dabei jedoch nicht verbrannt und daher entsteht auch kein Rauch. Heilende Kräuter werden schon seit langer Zeit „verdampft“, aber erst in den vergangenen Jahren gelang es, CBD zu verdampfen, und zwar mit einem Vaporizer. Erfunden wurde der moderne Vaporizer im Jahre 1993 von einem Medizinmann der Cherokee-Indianer, der das Gerät mit der Hilfe einer Hitzepistole herstellte. Das Prinzip des Vaporizers, der heute auch die „Friedenspfeife der Zukunft“ genannt wird, stammt allerdings aus dem alten Ägypten, dort wurden Kräuter mithilfe von heißen Steinen verdampft.

Die große Auswahl

1994 war es dann ein Unternehmen aus Kanada, das den ersten elektrischen Vaporizer entwickelte. In der heutigen Zeit werden gute Vaporisatoren in unterschiedlichen Varianten angeboten. Bei der Wahl des richtigen Vaporisators sollten jedoch einige Faktoren beachtet werden, beispielsweise spielen die Qualität des Dampfes und die Leistung des Gerätes eine große Rolle. Ideal ist eine Miniausgabe des Vaporizers zum Mitnehmen, die in die Hosentasche passt. Moderne Modelle mit einem schlichten, aber eleganten Design haben eine Kräuterkammer aus Edelstahl, die für eine gleichmäßige Verdampfung sorgt. Andere Modelle heizen sich sehr schnell auf und sind bereits nach 15 Sekunden einsatzbereit. Möglich wird das Ganze durch einen leistungsstarken Akku, der sich sowohl gleichmäßig und schonend erhitzt.

Fazit

Am 10. März 2017 wurde das Betäubungsmittelgesetz erweitert. Heute sieht das Gesetz vor, dass Ärzte neben den bisherigen Möglichkeiten der Verschreibung und der Therapie für Fertigarzneimittel und sogenannte Rezepturarzneimittel, jetzt auch andere Produkte aus Cannabis verschreiben dürfen, die Kosten werden dabei von den Krankenkassen übernommen. Neben den drei legalen Mitteln Canemes, Marinol und Sativex, darf der Arzt seinen Patienten auf einem dafür vorgesehenen Betäubungsmittelrezept (BTM-Rezept) auch medizinische Cannabisblüten sowie Cannabisextrakte verschreiben.

Bild: @ depositphotos.com / BrothersArt

Ulrike Dietz