Warum mehr Tierschutz notwendig ist

Es gab Zeiten, da wurden engagierte Tierschützer als militante Organisation angesehen, heute hat sich das Image deutlich verändert. Es sind nicht nur Tierschützer, Veganer und Vegetarier, die auf die schlechten Lebensbedingungen beispielsweise von Schweinen hinweisen. Inzwischen sind sogar die überregionalen Medien auf Verstöße gegen den Tierschutz aufmerksam geworden. Es waren die stichprobenartigen Kontrollen in den 400 Mastbetrieben allein in Nordrhein-Westfalen, die viele zum Umdenken gebracht haben. In vielen Betrieben muss der Umgang mit kranken und verletzten Tieren verbessert werden.

Schockierende Bilder

Schweine, die krank oder schwer verletzt sind, werden oftmals viel zu spät von ihren Leiden erlöst. Die Haltung der lässt in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig und ruft immer wieder Tierschützer auf den Plan. Trotz der schockierenden Bilder gibt es Zweifel, ob das Ganze nicht eine Masche der Tierschutzorganisationen ist, um mehr Spendengelder zu bekommen. In Nordrhein-Westfalen hat man jetzt reagiert und ist den Vorwürfen nachgegangen. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn in knapp 60 Prozent der insgesamt 379 Prüfprotokolle, die ausgewertet wurden, fanden die zuständigen Veterinärbehörden mindestens einen Mangel, der für den Tierschutz relevant ist. In 90 Mastbetrieben gab es sogar mehrere Verstöße.

Kein Herz für kranke Tiere

Die nicht fachgerechte und separate Unterbringung sowie die Versorgung von kranken und verletzten Tieren war etwas, was die Kontrolleure häufig vorgefunden haben. Knapp ein Drittel der Mastbetriebe hatte nicht die vom Gesetz vorgeschriebenen Krankenbuchten für die Schweine, in denen eine weiche Unterlage oder Einstreu vorgeschrieben ist. Ebenfalls bedenklich waren zudem die Ergebnisse beim Thema Nottöten. Bei den Landwirten, die das Nottöten der Tiere selbst durchführen, fehlten bei 14 Prozent entweder die dafür notwendigen Gerätschaften oder die Geräte waren überhaupt nicht funktionsfähig.

Es gab auch gute Nachrichten

Die Kontrolleure der Veterinärbehörden hatten aber noch gute Nachrichten. So halten sich 95 Prozent der Betriebe an die Vorgaben hinsichtlich der sogenannten Belegdichte und der Wasserversorgung. Bis auf einen Betrieb mit wenigen Schweinen konnten alle Mastbetriebe einen Bestandsbetreuungsvertrag des Tierarztes vorweisen. Das heißt, diese Betriebe lassen ihre Tierbestände in regelmäßigen Abständen von einem Tierarzt kontrollieren. Da es jedoch zum Teil mangelhafte Ergebnisse gab, wird es in Nordrhein-Westfalen in Zukunft weitere Kontrollen geben. Vor allem der Umgang mit kranken und verletzten Tieren soll stärker kontrolliert werden.

Jeder kann Tiere unterstützen

Tiere haben keine Lobby, sie müssen sich, wie die Schweine in Mastbetrieben, auf den Menschen verlassen. Leider lassen Menschen die Tiere allzu oft im Stich, wie die Kontrollen in Schweinemastbetrieben in Nordrhein-Westfalen jetzt gezeigt haben. Wer Tiere aktiv unterstützen möchte, findet unter Tierschutz-Projekte.de viele Beispiele. Tierschutz kann die Unterstützung für einen Pferdegnadenhof sein oder die Hilfe für eine Auffangstation, die sich um ausgesetzte Reptilien kümmert.

Fazit

Menschen und Tiere sollten in Harmonie miteinander leben. Es gibt viele interessante Projekte, die sich dem Schutz der Tiere widmen und die jeder unterstützen kann. Es muss nicht immer eine Geldspende sein, mittlerweile gibt es viele tolle Geschenkideen. Beispielsweise weiche Kuscheltiere aus Stoff für oder einen Gutschein für eine Wanderung mit einem Alpaka, der verschenkt werden kann. Das Geld fließt in unterschiedliche Tierschutzprojekte, die sich nicht nur um alte und kranke Tiere kümmern, sondern auch den Tieren ein zu Hause geben, die niemand mehr haben will.

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Warum mehr Tierschutz notwendig ist

Ulrike Dietz