Amnesty fordert von EU mehr Hilfe für Indien und prangert Menschenrechtslage an

Berlin () – Vor dem EU-Indien-Gipfel hat Amnesty International die EU zu mehr Unterstützung für Indien in der Corona-Pandemie aufgerufen – ohne jedoch die Menschenrechtslange in dem südasiatischen Land aus dem Blick zu verlieren. Es müsse sichergestellt werden, dass das Land über ausreichend medizinischen Sauerstoff sowie Impfstoffe verfüge, forderte die Menschenrechtsorganisation am Freitag. Gleichzeitig kritisierte Amnesty die indischen Behörden dafür, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit massiv einzuschränken.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hielten Vertreter der Organisation am Donnerstagabend eine Mahnwache vor dem Veranstaltungsort des Gipfels im portugiesischen Porto ab. Bei dem Treffen am Samstag geht es neben der Hilfe in der Corona-Pandemie auch um ein Freihandelsabkommen der EU mit Indien. 

“Was sich in Indien abspielt, ist tragisch. Während es nicht genug medizinischen Sauerstoff gibt, um an Covid-19 Erkrankte zu versorgen, geht die Regierung scharf gegen diejenigen vor, die das Scheitern im Umgang mit der Pandemie offenlegen wollen und inhaftiert diese sogar”, erklärte Theresa Bergmann, Asien-Expertin bei Amnesty. “Diese Art der Unterdrückung von Kritikerinnen und Kritikern ist charakteristisch für die Regierung unter Premierminister Modi.” Deutschland müsse “die gravierenden Verletzungen des Rechts auf Meinungsfreiheit durch die indische Regierung in aller Deutlichkeit ansprechen.”

Indien hat sich seit Anfang April zu einem Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt. Die Zahl der Infektionen und Todesfälle ist dramatisch gestiegen. Dies ist womöglich unter anderem auf die neue Virusvariante B.1.617 zurückzuführen. Die indischen Krankenhäuser sind völlig überlastet. Es fehlt unter anderem an Sauerstoff zur Beatmung und an Medikamenten.

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Amnesty fordert von EU mehr Hilfe für Indien und prangert Menschenrechtslage an

AFP