21 Tote durch Unwetter bei Ultramarathon in China

Peking () – Bei einem 100-Kilometer-Lauf in China sind durch ein plötzlich aufgekommenes Unwetter 21 Menschen ums Leben gekommen. Während des Ultramarathons in der nordwestlichen Provinz Gansu sei ein Unwetter mit starkem Hagel, Eisregen und Sturmböen hereingebrochen, erklärte die Stadtverwaltung von Baiyin am Sonntag. Unter den Toten seien auch chinesische Spitzen-Langstreckenläufer, berichteten örtliche Medien.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua waren mehr als 700 Rettungskräfte im Einsatz. Laut Xinhua brach das Unwetter am Samstagnachmittag herein, als die Teilnehmer zwischen 20 und 31 Kilometer weit durch bergiges Gebiet gelaufen waren. Das Rennen wurde sofort abgebrochen. 151 Teilnehmer seien Sicherheit gebracht worden. Wie Xinhua berichtete, litten einige der Läufer an Unterkühlung. Bis zuletzt hatten die Retter noch nach einem vermissten Teilnehmer gesucht, der nur noch tot geborgen werden konnte. 

“In kurzer Zeit fielen in der Gegend plötzlich Hagelkörner und Eisregen, und es herrschte starker Wind. Die Temperatur ist stark gefallen”, sagte Zhang Xuchen, der Bürgermeister von Baiyin. Acht Menschen seien wegen leichter Verletzungen im Krankenhaus behandelt worden, befänden sich aber in einem stabilen Zustand.

Videoaufnahmen zeigten Rettungskräfte, die mit Taschenlampen in der Nacht durch das felsige Gelände kletterten. Einige in schwere Decken eingewickelte Marathonteilnehmer wurden dabei gefilmt, wie sie von Rettern auf eine Trage gelegt wurden. “Mein ganzer Körper war durchnässt, einschließlich meiner Schuhe und Socken. Die Kälte wurde immer unerträglicher”, berichtete ein Überlebender den örtlichen Medien.

Unter den Opfern befanden sich nach Medienangaben die einheimischen Top-Marathonläufer Liang Jing und Huang Guanjun. Liang hatte in den vergangenen Jahren mehrere chinesische Ultramarathons gewonnen. Huang, der taubstumm war, hatte den Marathon der Männer für Hörgeschädigte bei den Nationalen Paralympischen Spielen 2019 in Tianjin gewonnen.

Der Ultramarathon fand im Steinwald am Gelben Fluss statt, einer für ihre Steinformationen berühmten Berglandschaft. Die Provinz Gansu, eine der ärmsten Regionen Chinas, grenzt im Norden an die Mongolei und im Westen an die Provinz Xinjiang. 

Bild: © AFP STR / Rettungskräfte in Gansu

21 Tote durch Unwetter bei Ultramarathon in China

AFP